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Transplantation von Inselzellen der Bauchspeicheldrüse

Von

Martin Hertl

, MD, PhD, Rush University Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Transplantation von Inselzellen (in die Leber des Empfänger) hat theoretische Vorteile gegenüber der Pankreastransplantation; der wichtigste ist, dass das Verfahren weniger invasiv ist. Ein zweiter Vorteil ist, dass die Inselzelltransplantation bei der Erhaltung der Normoglykämie zu helfen scheint. Dies ist bei den Patienten der Fall, die aufgrund starker, durch chronische Pankreatitis bedingte Schmerzen eine totale Pankreatektomie benötigen. Nichtsdestoweniger befindet sich dieses Verfahren im Entwicklungsstadium, aber eine stetige Verbesserung scheint stattzufinden.

Die Nachteile einer Inselzelltransplantation liegen darin, dass transplantierte glucagonsezernierende Alpha-Zellen nicht funktionieren (dadurch möglicherweise eine Hypoglykämie komplizieren) und in der Regel mehrere Bauchspeicheldrüsen für einen einzigen Inselzellempfänger benötigt werden (wodurch sich die Diskrepanz zwischen Versorgung und Bedarf vergrößert und die Anwendung limitiert wird).

Die Indikationen sind die gleichen wie für eine Pankreastransplantation. Stünden bessere Verfahren zur Verfügung, wäre eine simultane Inselzell-Nierentransplantation wünschenswert.

Vorgehen

Das Pankreas eines hirntoten Spenders wird entfernt; danach wird Kollagenase in den Pankreasgang infundiert, um die Inselzellen von Pankreasgewebe zu trennen. Eine gereinigte Inselzellenfraktion wird durch direkte Punktion perkutan in die Pfortader oder über einen Zweig der mesenterica infundiert. Die Inselzellen wandern in Sinusoide der Leber, wo sie sich ansiedeln und Insulin sezernieren.

Die Ergebnisse sind am besten, wenn 2 Leichen eingesetzt werden, von denen jeweils 2 oder 3 Infusionen von Inselzellen erhalten werden können. Es folgt eine immunsuppressive Therapie, bestehend aus einem anti-IL-2-Rezeptor-Antikörper (Basiliximab), Tacrolimus und Sirolimus (Edmonton Protokoll); Kortikosteroide werden sparsam verwendet, weil sie Hyperglykämie verursachen. Die Immunsuppression muss ein Leben lang oder bis zum Verlust der Inselzellfunktion fortgeführt werden.

Komplikationen

Die Anzeichen einer Abstoßung sind schwach definiert, sie können aber durch Kontrollen über eine Verschlechterung des Glucksegehalts im Blut erkannt werden und durch einen Anstieg des glykolisierten Hämoglobins (HbA1c); eine Behandlung der Abstoßungsreaktion ist noch nicht etabliert.

Komplikationen, die durch das Transplantationsverfahren selbst auftreten, sind perkutane Punktionen der Leber mit Blutungen, Pfortaderthrombose und Pfortaderhypertonie.

Prognose

Eine erfolgreiche Inselzelltransplantation stellt kurzzeitig eine Normoglykämie her. Ob eine langfristige Normoglykämie aufrechterhalten werden kann, ist nicht bekannt. Um eine länger anhaltende Insulinunabhängigkeit zu erreichen, sind evtl. zusätzliche Injektionen mit Inselzellpräparaten notwendig.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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