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Chronische mukokutane Candidiasis

Von

James Fernandez

, MD, PhD, Cleveland Clinic Lerner College of Medicine at Case Western Reserve University

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Chronische mukokutane Candidiasis ist eine persistierende oder rezidivierende Candida-Infektion afugrund angeborener T-Zell-Defekten.

Chronische mukokutane Candidiasis ist eine primäre Immunschwächekrankheit, die einen T-Zell-Defekt beinhaltet. Vererbung kann sein

  • Autosomal-dominant : Beinhaltet eine Mutation des Signal-Transducers und Aktivators des Transkription-1-Gens [STAT1])

  • Autosomal-rezessiv: Schließt eine Mutation im Autoimmunregulator-Gen mit ein (AIRE)

Bei der rezessiven Form (autoimmune Polyendokrinopathie-Kandidose-ektodermalen Dystrophie) entwickeln sich in der Regel Autoimmunmanifestationen; sie umfassen endokrine Erkrankungen (z. B. Hypoparathyreoidismus, Nebenniereninsuffizienz, Hypogonadismus, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes), Alopecia areata, perniziöse Anämie und Hepatitis. Mutationen können auch bei Genen auftreten, die verschiedene Proteine kodieren, die an der angeborenen Immunantwort gegen Fungi beteiligt sind—insbesondere die folgenden :

  • PTPN22 (Protein-Tyrosin-Phosphatase, Nicht-Rezeptor-Typ 22 [auch LYP genannt, oder lymphoide Tyrosinphosphatase], die an T-Zell-Rezeptor-Signalgebung beteiligt ist)

  • Dectin-1 (ein natürlicher Mustererkennungsrezeptor, der wesentlich für die Bekämpfung von Pilzinfektionen ist)

  • Card9 ("caspase recruitment domain-containing protein 9", das ein Adaptormolekül ist, das wichtig ist bei der Produktion von IL-17 und für den Schutz vor Pilzinvasion)

Die Patienten weisen eine kutane Candida-Anergie auf, keine proliferative Reaktion auf das Candida-Antigen (aber eine normale Proliferationsreaktion auf Mitogene), und eine intakte Antikörperreaktion auf Candida und andere Antigene. Mukokutane Candidiasisist wiederkehrend oder persistierend, in der Regel beginnt sie während der Kindheit, manchmal aber erst im frühen Erwachsenenalter. Die Lebensdauer ist nicht betroffen. Einige Patienten haben auch eine mangehafte humorale Immunität (manchmal auch als Antikörpermangel bezeichnet), die durch anormale Antikörperreaktionen auf Polysaccharid-Antigene trotz normaler Immunglobulinebenen charakterisiert ist.

Symptome und Beschwerden

Soor ist häufig, genauso wie Infektionen der Kopfhaut, Haut, Nägel, des Gastrointestinaltrakts und der vaginalen Schleimhaut. Der Schweregrad variiert. Nägel können verdickt, rissig und verfärbt werden, mit Ödem im und Rötung des umgebenden periungualen Gewebe, ähnlich beim Clubbing. Hautverletzungen sind verkrustet, verpustelt, gerötet und hyperkeratotisch. Kopfhautläsionen können zu Alopezie führen.

Bei Kleinkindern zeigt sich oft ein refraktärer Soor, Candida-Windeldermatitis oder beides.

Candida-Infektionen

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Candida-Läsionen werden durch Standardtests (z. B. Kalilauge-Nasspräparat von Abschabungen) bestätigt.

Die Diagnose der mukokutanen Candiasis beruht darauf, ob rezidivierende Candida-Haut- oder Schleimhaut-Läsionen zu sehen sind, wenn gleichzeitig keine anderen bekannten Ursachen von Candida-Infektion (z. B. Diabetes, Antibiotika-Einsatz) vorhanden sind.

Die Patienten werden auf endokrine Störungen basierend auf dem klinischen Verdacht überprüft.

Wenn eine AIRE-Mutation entdeckt wird, kann Geschwistern und Kindern des Patienten ein Screening angeboten werden.

Therapie

  • Antimykotika

  • Behandlung von endokrinen und Autoimmunmanifestationen

In der Regel können die Infektionen einer chronischen mukokutanen Candidiasis mit topischen Antimykotika kontrolliert werden. Wenn die Patienten schlecht auf topische Antimykotika ansprechen, kann die langfristige Behandlung mit einem systemischen Antimykotikum (z. B. Amphotericin B, Fluconazol, Ketoconazol) notwendig sein. Die Behandlung mit Immunglobulinen (IVIG) sollte in Erwägung gezogen werden, wenn die Patienten Antikörpermangelsyndrome haben.

Autoimmune (einschließlich endokrine) Manifestationen werden aggressiv behandelt.

Eine hämatopoetische Stammzelltransplantation war in 2 Fällen erfolgreich und könnte als Behandlung letzter Wahl bei schweren Fällen in Betracht gezogen werden.

Wichtige Punkte

  • Die Vererbung der chronischen mukokutanen Candidiasis erfolgt autosomal dominant oder rezessiv.

  • Patienten mit der rezessiven Form können autoimmune (einschließlich endokrine) Manifestationen haben.

  • Die Diagnose der Störung erfolgt über die Bestätigung der mukokutanen Candidiasis und den Ausschluss anderer Ursachen.

  • Die Candidiasis wird mit Antimykotika (unter Verwendung eines systemischen Medikaments, falls erforderlich) behandelt und es werden die Autoimmunmanifestationen behandelt.

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