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Vorhofflimmern und Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW)

Von

L. Brent Mitchell

, MD, Libin Cardiovascular Institute of Alberta, University of Calgary

Inhalt zuletzt geändert Sep 2017
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Quellen zum Thema

Vorhofflimmern ist bei einem WPW-Syndrom ein medizinischer Notfall, wenn die schnelle anterograde Überleitung über eine akzessorische Leitungsbahn erfolgt.

Bei einem manifesten Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW) findet die anterograde Überleitung über die akzessorische Leitungsbahn statt. Entwickelt sich ein Vorhofflimmern, wird die normale frequenzlimitierende Wirkung des AV-Knotens umgangen. Die daraus resultierenden extrem hohen Ventrikelfrequenzen (manchmal 200–240 Schläge/min) können in ein Kammerflimmern übergehen ( Vorhofflimmern beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom.) und einen plötzlichen Herztod herbeiführen. Patienten mit einem verborgenen WPW-Syndrom sind nicht gefährdet, weil bei ihnen die anterograde Überleitung nicht über eine akzessorische Verbindung stattfindet.

Vorhofflimmern beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom.

Die Reaktion der Ventrikel ist sehr schnell (RR-Intervalle von mindestens 160 ms). Kurz darauf entwickelt sich Kammerflimmern (in Ableitung II zeigt sich kontinuierlicher Rhythmusstreifen am unteren Rand).

Vorhofflimmern beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom.

Therapie

  • Gleichstrom-Kardioversion

Die Gleichstromkardioversion ist die Therapie der Wahl für das Wolff-Parkinson-White-Syndrom Die üblichen bei Vorhofflimmern verwendeten frequenzsenkenden Medikamente sind nicht wirksam und Digitalis und die Kalziumantagonisten vom Nichtdihydropyridintyp sind kontraindiziert, da sie zu einem Anstieg der Ventrikelfrequenz führen und ein Kammerflimmern auslösen können. Ist keine Kardioversion möglich, können Medikamente verabreicht werden, die die Refraktärzeit der akzessorischen Verbindung verlängern. Procainamid i.v. oder Amiodaron sind hierbei die bevorzugten Medikamente, jedoch kann jedes Antiarrhythmikum der Klasse Ia, Ic oder III Antiarrhythmikum eingesetzt werden.

Tipps und Risiken

  • Patienten mit Vorhofflimmern und WPW sollten kein Digitalis oder Kalziumantagonisten vom Nichtdihydropyridintyp (z. B. Verapamil, Diltiazem) einnehmen, da diese Medikamente Kammerflimmern auslösen können.

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