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Infektion im Submandibularbereich

(Angina Ludovici, Mundbodenphlegmone)

Von

Clarence T. Sasaki

, MD, Yale University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Bei einer Infektion im Submandibularbereich ist der Mundboden akut entzündet. Zu den Symptomen gehören Schmerzen, Dysphagie und eine möglicherweise tödliche Atemwegsobstruktion. Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Die Behandlung besteht in der Sicherung der Atemwege, chirurgischer Drainage und i.v. Antibiotikatherapie.

Infektionen im Submandibularbereich breiten sich rasch nach beiden Seiten aus und führen zu einer Entzündung und Verhärtung des suprahyoidalen Bindegewebes, des Mundbodens sowie sublingualer und submaxillärer Bereiche, aber nicht zur Abszessbildung. Obwohl es kein echter Abszess ist, weist eine Mundbodenphlegmone klinische Ähnlichkeit mit einem Abszess auf und wird auch genauso behandelt.

Die Angina Ludovici oder Mundbodenphlegmone entwickelt sich meist aus einer odontogenen Infektion (bevorzugt im Bereich der 2. und 3. Unterkiefermolaren) oder ausgedehnten Peritonsillitis. Begünstigend wirken Faktoren wie schlechte Zahnhygiene, Zahnextraktionen und Traumata (z. B. Unterkieferfrakturen, Mundbodeneinrisse).

Symptome und Beschwerden

Frühsymptome sind Zahnschmerzen in Verbindung mit einer extrem druckempfindlichen Verhärtung unter dem Kinn oder der Zunge. Daraus kann sich schnell eine brettharte Stelle am Mundboden mit starker Induration des suprahyoidalen Bindegewebes entwickeln. Zudem kann es zu vermehrtem Speichelfluss, Trismus, Dysphagie, Stridor aufgrund eines Larynxödems und Hochwölbung der Zunge gegen den Gaumen kommen. Auch Fieber, Schüttelfrost und Tachykardie sind oft vorhanden. Innerhalb von Stunden, und häufiger als bei anderen Halsinfektionen, kann sich eine Atemwegsobstruktion einstellen.

Diagnose

  • Klinische Abklärung und manchmal CT

Die Diagnose liegt meist auf der Hand. Wenn nicht, wird ein CT durchgeführt.

Therapie

  • Offehaltung der Atemwege

  • Inzision und Drainage

  • Gabe von gegen Mundflora wirksamer Antibiotika

Oberste Priorität hat die Offenhaltung der Atemwege. Da die Phlegmone eine endotracheale Intubation vom Mund aus erschwert, wird im Operationssaal oder einer intensivmedizinischen Funktionseinheit (ICU) in Lokalanästhesie eine nasotracheale Intubation (mit Fiberoptik) durchgeführt, bei der der Patient möglichst wach sein sollte. Manche Patienten benötigen eine Tracheotomie. Wenn keine umgehende Intubation nötig ist, bleiben die Patienten zur Überwachung auf der Intensivstation.

Die Einlage von Drains über eine tiefe Inzision in die mylohyoidalen Muskeln dient zur Druckentlastung. Für die orale Antibiotikatherapie sollten bei einer Mundbodenphlegmone Mittel gewählt werden, die sowohl anaerobe wie aerobe Bakterien abdecken (z. B. Clindamycin, Ampicillin-Sulbactam, hochdosiertes Penicillin).

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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