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Perichondritis des Ohrs

Von

Bradley W. Kesser

, MD, University of Virginia School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Quellen zum Thema

Bei der Perichondritis des Ohrs handelt es sich um einen diffus entzündlichen, aber nicht notwendigerweise infektiösen Prozess, der zu diffuser Schwellung, Rötung und Schmerzen der Ohrmuschel oder einem Abszess zwischen Knorpel und Perichondrium führt.

Ursachen von Perichondritis sind

Da die Knorpelhaut den Ohrknorpel mit Blut versorgt, kann eine beidseitige Abhebung des Perichondriums vom Knorpel zu einer avaskulären Nekrose und Deformierung der Ohrmuschel (als blumenkohlartiges Ohr bezeichnet) in wenigen Wochen führen. Aus einer Perichondritis kann sich – meist bei gramnegativen bakteriellen Infektionen –

auch eine septische Nekrose mit Rötung und schmerzhafter Schwellung entwickeln. Meist verläuft eine Perichondritis aber schmerzlos, rezidivierend und langwierig destruierend.

Therapie

  • Eine prompte orale Antibiotikatherapie, typischerweise ein Fluorochinolon oder manchmal mit einem Aminoglykosid plus einem halbsynthetischen Penicillin

  • Für einen Abszess, prompte Inzision und Drainage

Patienten mit einer diffusen Entzündung der gesamten Ohrmuschel erhalten empirische Antibiotika (z. B. Fluorchinolone, die gut den Knorpel durchdringen), und aufgrund der entzündungshemmenden Wirkung oft ein systemisches Kortikosteroid. Jeder Fremdkörper (z. B. Ring, Splitter) sollte entfernt werden. Wenn die Ätiologie nicht eindeutig infektiöser Natur ist (z. B. ein infiziertes Piercing), sollten die Patienten wie bei einer entzündlichen Erkrankung untersucht werden ( Übersicht zur Vaskulitis).

Perichondriale Abszesse werden inzisiert und ein Drain wird für 24–72 Stunden eingelegt. Die mit einem Fluorochinolon oder Aminoglykosid und einem halbsynthetischen Penicillin begonnene systemische Antibiotikatherapie wird angepasst, sobald die Ergebnisse der Kultur und Empfindlichkeitstestung vorliegen. Wohltuend können auch warme Kompressen sein. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass eine Verbindung zwischen Knorpelhaut und Knorpel besteht, um die Blutversorgung des Knorpels aufrechtzuerhalten und eine Nekrose zu verhindern. Eine solche Verbindung wird durch ein oder zwei Matratzennähte durch die gesamte Dicke der Ohrmuschel gewährleistet, vorzugsweise durch dental rolls auf beiden Seiten der Ohrmuschel (1).

Behandlungshinweise

  • 1. Kesser BW: Assessment and management of chronic otitis externa. Curr Opin Otolaryngol Kopf-Hals-Surg 19(5):341-7. 2011.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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