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Zervixinsuffizienz

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Inhalt zuletzt geändert Okt 2017
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Quellen zum Thema

Eine Zervixinsuffizienz (früher als "zervikale Inkompetenz" bezeichnet) ist eine schmerzlose Eröffnung des Muttermundes, die während des 2. Trimesters zur Geburt eines lebenden Feten führt. Eine transvaginale Ultraschalluntersuchung der Zervix während des 2. Trimesters kann helfen, das Risiko rechtzeitig zu erkennen. Die Behandlung besteht in einer Verstärkung des Muttermundes durch eine Naht (Cerclage).

Zervixinsuffizienz bezieht sich auf eine angenommene Schwäche des zervikalen Gewebes, das zu einer Frühgeburt beiträgt oder diese verursacht, die nicht durch eine andere Anomalie erklärt werden kann. Die geschätzte Inzidenz variiert stark (1/100 bis 1/2000).

Ätiologie

Die Entstehung einer Zervixinsuffizienz wird nicht gut verstanden, an ihr scheint aber eine Kombination von strukturellen Veränderungen und biochemischen Faktoren (z. B. Entzündungen, Infektionen) beteiligen zu sein; diese Faktoren können erworben oder genetisch bedingt sein.

Risikofaktoren

Bei den meisten Frauen mit Zervixinsuffizienz liegen keine Risikofaktoren vor; allerdings wurden folgende Risikofaktoren:

  • Angeborene Störungen der Kollagensynthese (z. B. Ehlers-Danlos-Syndrom)

  • Vorausgegangene Konisation (vor allem wenn 1,7–2,0 cm der Zervix entfernt wurden)

  • Vorausgegangene tiefe Verletzungen der Zervix (normalerweise nach vaginaler Entbindung oder Kaiserschnitt)

  • Vorausgegangene massive oder schnelle instrumentelle Dilatation (heute selten)

  • Müller-Gang-Anomalien (z. B. Uterus bicornis oder septus)

  • 2 frühere Fehlgeburten während des 2. Trimesters

Rezidiv

Das allgemeine Rezidivrisiko für Fehlgeburten aufgrund einer Zervixinsuffizienz liegt wahrscheinlich bei 30%; dies führt zu der Frage, welche Rolle feste strukturelle Anomalien haben. Das höchste Risiko besteht bei Frauen mit 2 früheren Fehlgeburten im 2. Trimester.

Symptome und Beschwerden

Eine Zervixinsuffizienz ist oft bis zur Frühgeburt asymptomatisch. Manche Frauen verspüren frühe Symptome wie vaginaler Druck, vaginale Blutungen oder Schmierblutungen, unspezifische Bauchschmerzen oder Schmerzen im unteren Rücken oder vaginaler Ausfluss. Die Zervix kann weich, aufgebraucht oder erweitert sein.

Diagnose

  • Transvaginale Sonographie in der > 15 bis 16. SSW bei Frauen mit Symptomen oder Risikofaktoren

Üblicherweise wird eine Zervixinsuffizienz nicht vor einer ersten Frühgeburt entdeckt.

Die Diagnose einer zervikalen Insuffizienz wird bei Frauen mit Risikofaktoren oder charakteristischen Symptome oder Beschwerden vermutet. Dann erfolgt eine Ultraschalluntersuchung. Die Befunde sind am aussagekräftigsten nach der 16. SSW. Suggestive ultrasonographische Befunde beinhalten

  • Zervikale Verkürzung auf < 2,5 cm

  • Zervixöffnung

  • Überstand der fetalen Membranen in den Gebärmutterhalskanal

Behandlung

  • Cerclage

Eine Cerclage (Verstärkung des Muttermundes mit nicht resorbierbarem Nahtmaterial) kann allein aufgrund der (Anamnese-indizierte Cerclage) oder auf Basis des Ultraschallbefundes plus der Anamnese (Ultraschall-indizierte Cerclage [1]) indiziert sein. Eine Cerclage scheint bei Patientinnen mit 2 früheren Fehlgeburten im 2. Trimester eine Frühgeburt zu verhindern.

Bei anderen Patienten sollte der Eingriff wahrscheinlich nur dann durchgeführt werden, wenn alle folgenden Punkte vorhanden sind:

  • Patienten haben eine Anamnese, die stark auf eine zervikale Insuffizienz hinweist.

  • Eine zervikale Verkürzung wird durch Ultraschall vor der 22. bis 24. SSW festgestellt.

  • Patienten haben eine Vorgeschichte von Frühgeburten.

Eine Cerclage auf diese Patientinnen zu beschränken, scheint das Risiko der Frühgeburtlichkeit nicht zu erhöhen und vermindert die Zahl der gegenwärtig durchgeführten Cerclagen um zwei Drittel. Untersuchungen zufolge kann eine Cerclage dazu beitragen, eine Frühgeburt bei Frauen zu verhindern, die eine idiopathische Frühgeburt in der Anamnese haben und deren Zervix < 2,0 cm lang ist.

Wenn eine Frühgeburt nach der 22.–23. SSW befürchtet wird, können Kortikosteroide (um die fetale Lungenreifung zu beschleunigen) und modifizierte Aktivität (modifizierte Bettruhe) ebenfalls indiziert sein (2).

Behandlungshinweise

  • 1. American College of Obstetricians and Gynecologists: ACOG Practice Bulletin No.142: Cerclage for the management of cervical insufficiency. Obstet Gynecol 123 (2 Pt 1):372–379, 2014. doi: 10.1097/01.AOG.0000443276.68274.cc.

  • 2. Raju TN, Mercer BM, Burchfield DJ, Joseph GF Jr: Periviable birth: Executive summary of a joint workshop by the Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development, Society for Maternal-Fetal Medicine, American Academy of Pediatrics, and American College of Obstetricians and Gynecologists. Obstet Gynecol 123 (5):1083-1096, 2014. doi: 10.1097/AOG.0000000000000243.

Wichtige Punkte

  • Normalerweise kann Risiko von Zervixnsuffizienz nicht vor Eintritt einer erstmaligen Frühgeburt vorhergesagt werden.

  • Ein Ultraschall sollte nach der 15 bis 16. SSW bei Frauen mit Risikofaktoren oder Symptomen gemacht werden.

  • Behandeln Sie gefährdete Frauen mit Cerclage.

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