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Totgeburt

(Fetaler Tod)

Von

Antonette T. Dulay

, MD, Main Line Health System

Inhalt zuletzt geändert Okt 2017
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Quellen zum Thema

Eine Totgeburt ist die Geburt eines toten Feten in einem Schwangerschaftsalter > 20. SSW. Um die Ursache zu ermitteln, werden mütterliche und fetale Tests durchgeführt. Die Behandlung ist gleich wie die routinemäßige Pflege nach einer Lebendgeburt.

Ätiologie

Der fetale Tod während der Spätschwangerschaft kann mütterliche, plazentare oder fetale anatomische oder genetische Ursachen haben (siehe Tabelle: Häufige Ursachen von Totgeburten). Im Allgemeinen ist der häufigste Grund

Tabelle
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Häufige Ursachen von Totgeburten

Typ

Beispiele

Mütterlich

Diabetes mellitus, falls nicht eingestellt

Schilddrüsenfunktionsstörungen

Trauma

Plazentar

Intraamniale Infektion (Chorioamnionitis)

Fetomaternale Blutung

Fetofetale Transfusion

Nabelschnur Unfälle (z. B. Prolaps, Knoten)

Insuffiziente uteroplazentare Perfusion

Fetal

Alloimmunthrombozytopenie

Fetale alloimmune oder erbliche Anämie

Infektion

Gravierende kongenitale Fehlbildung (z. B. des Herzens oder des Gehirns)

Nicht immunogener Hydrops fetalis

Einzelgen-Erkrankungen

Komplikationen

Wenn ein Fetus in der Spätschwangerschaft oder in Termin-Nähe abstirbt und über Wochen im Uterus verbleibt, kann sich eine disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) entwickeln.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

  • Tests zur Identifikation der Ursache

Die Diagnose einer Totgeburt ist klinisch.

Tests zur Bestimmung der Ursache von Totgeburten umfassen die folgenden:

  • Fetale Karyotypisierung und Autopsie

  • Mütterliches Blutbild (zum Nachweis einer Anämie oder Leukozytose)

  • Kleihauer-Betke-Test

  • Direktives Screening auf erworbene thrombotische Störungen, einschließlich Tests auf Antiphospholipid-Antikörper (Lupus Antikoagulans, Anticardiolipin [IgG und IgM], Anti-Beta2 Glykoprotein I [IgG und IgM]

  • TORCH-Test (Toxoplasmose [mit IgG und IgM], andere Erreger [z. B. humanes Parvovirus B19, Varicella-Zoster-Viren], Röteln, Cytomegalievirus, Herpes simplex)

  • Rapid-Plasma-Protein-Test (rapid plasma reagin, RPR)

  • TSH (und wenn pathologisch freies T4)

  • Diabetes-Test (HbA1C)

  • Untersuchung der Plazenta

Oft kann die Ursache aber nicht festgestellt werden.

Behandlung

  • Entleerung des Uterus bei Bedarf

  • Routinepflege nach der Entbindung

  • Psychologische Unterstützung

Eine Entleerung des Uterus kann spontan aufgetreten sein. Ist dies nicht der Fall, sollte eine Entleerung mit Arzneimitteln (z. B. Oxytocin) oder über einen chirurgischen Eingriff (z. B. Dilatation und Extraktion [D&E], vor dem Abort sollte ein osmotischer Dilatator zur Zervixreifung mit oder ohne Misoprostol angewandt werden), abhängig vom Gestationsalter. Das postpartale Vorgehen entspricht dem nach einer Lebendgeburt.

Entwickelt sich eine disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), sollte die Gerinnungsstörung umgehend und aggressiv durch Blutaustausch oder Blutprodukte nach Bedarf behandelt werden.

Wenn das Schwangerschaftsprodukt ausgestoßen ist, kann eine Kürettage erforderlich werden, um mögliche verbliebene Plazentareste zu entfernen. Reste verbleiben eher, wenn es in der sehr frühen Schwangerschaft zu einer Totgeburt kommt.

Normalerweise reagieren die Eltern mit tiefer Traurigkeit und brauchen emotionale Unterstützung, manchmal sogar eine psychotherapeutische Behandlung. Risiken künftiger Schwangerschaften, die in Bezug zur angenommenen Ursache stehen, sollten mit den Patientinnen besprochen werden.

Wichtige Punkte

  • Eine vorzeitige Plazentalösung ist die häufigste Ursache einer Totgeburt, aber es gibt zahlreiche andere Ursachen (mütterliche, fetale oder plazentare).

  • Eine disseminierte intravasale Gerinnung kann sich sekundär entwickeln.

  • Tests zur Ermittlung der Ursache sollten durchgeführt werden; allerdings lässt sich die Ursache oft nicht feststellen.

  • Der Uterus sollte mithilfe von Arzneimitteln oder per Dilatation und Extraktion entleert und den Eltern eine psychologische Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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