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Bartholin-Zysten

(Bartholin-Drüsen-Zyste)

Von

S. Gene McNeeley

, MD, Michigan State University, College of Osteopathic Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Bartholin-Zysten sind mit Schleim gefüllt und entwickeln sich rechts oder links des Introitus. Sie stellen die häufigsten Vulvazysten dar. Große Zysten können Vulvabeschwerden, Dyspareunie, Schmerzen beim Gehen und Asymmetrie der Vulva verursachen. Sie können auch Abszesse bilden, die schmerzhaft und meistens gerötet sind. Die Diagnose wird aufgrund der körperlichen Untersuchung gestellt. Große Zysten und Abszesse erfordern eine Drainage und gelegentlich eine Exzision; bei Abszessen ist die Gabe von Antibiotika nötig.

Die Bartholin-Drüsen sind rund, sehr klein, nicht tastbar und tief im posterolateralen vaginalen Introitus gelegen. Wenn der Ausführungsgang verlegt ist, füllt sich die Drüse prall mit Schleim, wodurch eine Zyste entsteht. Die Ursache der Gangobstruktion ist gewöhnlich unbekannt. In seltenen Fällen wird die Zyste durch eine sexuell übertragbare Krankheit (z. B. Gonorrhö) verursacht.

Bartholin-Drüsenzysten entwickeln sich bei etwa 2% der Frauen, gewöhnlich im Alter von 20–30 Jahren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung der Zysten ab.

Die Zyste kann sich entzünden und einen Abszess bilden. Methicillin-resistentener Staphylococcus aureus (MRSA) wird immer häufiger bei solchen Infektionen (und bei anderen vulvaren Infektionen).

Vulvakarzinome gehen selten von Bartholin-Drüsen aus.

Symptome und Beschwerden

Die meisten Bartholin-Drüsenzysten sind asymptomatisch, aber große Zysten können irritierend sein und den Geschlechtsverkehr und das Gehen stören. Die meisten Zysten sind nicht druckempfindlich, einseitig und in der Nähe des Introitus palpierbar. Eine Zyste verzerrt die betroffene große Schamlippe und führt dadurch zu einer Asymmetrie der Vulva.

Es kann sich eine Cellulitis mit lokalisierten Erythemen und Empfindlichkeit entwickeln. Abszesse können sehr starke Vulvaschmerzen und manchmal Fieber verursachen; sie sind druckempfindlich und meistens gerötet. Vaginaler Ausfluss kann vorkommen. Sexuell übertragbare Krankheiten können gleichzeitig vorhanden sein.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Die Diagnose der Bartholin-Drüsenzysten wird gewöhnlich durch die körperliche Untersuchung gestellt. Ein eventuell vorhandener Ausfluss wird auf sexuell übertragbare Krankheiten untersucht. Abszessflüssigkeit sollte kultiviert werden.

Bei Frauen > 40 empfehlen einige Experten eine Biopsie zum Ausschluss von Vulvakrebs.

Behandlung

  • Sitzbäder bei milden Beschwerden

  • Operation bei schweren Symptomen und bei allen Zysten bei Frauen > 40 Jahren

Asymptomatische Zysten bei Frauen < 40 Jahren erfordern keine Therapie. Leichte Symptome könnenbehoben werden, wenn Sitzbäder eingesetzt werden. Bei symptomatischen Zysten kann sonst ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Abszesse erfordern auch eine Operation. Weil die Zysten nach einfacher Drainage oft rezidivieren, ist das Ziel einer Operation die Konstruktion einer dauerhaften Öffnung des Ausführungsgangs nach außen. Meist wird eines der folgenden Verfahren angewendet:

  • Katherinsertion: Ein kleiner Ballonkatheter kann in die Zyste eingeführt, mit Luft gefüllt und für 4–6 Wochen belassen werden; dadurch wird eine Fibrosierung angeregt und die Bildung einer permanenten Öffnung gefördert.

  • Marsupialisation: Die ausgestülpten Ränder der Zyste werden an die Außenhaut angeheftet.

Rezidivierende Zysten können eine Exzision erforderlich machen.

Bei Frauen > 40 Jahre sollten neu entwickelte Zysten chirurgisch biopsiert (um Vulvakrebs auszuschließen) oder entfernt werden. Zysten, die seit Jahren vorhanden sind und ihr Aussehen nicht verändert haben, benötigen keine Biopsie oder chirurgische Entfernung, sofern keine Symptome vorliegen.

Abszesse werden gelegentlich auch mit oralen Antibiotika-Anwendungen, die MRSA abdecken (z. B. 160 mg Trimethoprim/Sulfamethoxazol 800 mg 2-mal täglich oder Amoxicillin/Clavulanat 875 mg 2-mal täglich über 1 Woche) plus Clindamycin (300 mg p.o. 4-mal täglich für 1 Woche) behandelt. Orale Antibiotika sollten eingesetzt werden, wenn auch eine Zellulitis vorliegt; Antibiotika sollten auf der Grundlage des Antibiogramms dieser Region ausgewählt werden. Die stationäre Aufnahme für intravenöse Antibiotika sollte unbedingt erwogen werden, wenn die Patienten einen schlecht kontrollierten Diabetes mellitus haben oder immungeschwächt sind.

Wichtige Punkte

  • Für die meisten Bartholindrüsen-Zysten, ist die Ursache der duktalen Obstruktion unbekannt; selten entstehen Zysten aufgrund einer sexuell übertragbaren Krankheit.

  • Zysten können sich entzünden, oft mit MRSA und einen Abszess bilden.

  • Bei Frauen > 40, Biopsie neu entwickelter Zysten, um Vulvakrebs auszuschließen oder zu entfernen.

  • Wenn Zysten lästige Symptome verursachen, behandeln Sie chirurgisch (z. B. mit Kathetereinführung, Marsupialisation und/oder Exzision).

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