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Familienpflege für Ältere

Von

Daniel B. Kaplan

, PhD, LICSW, Adelphi University School of Social Work;


Barbara J. Berkman

, DSW, PhD, Columbia University School of Social Work

Inhalt zuletzt geändert Aug 2016
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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Pflegende Angehörige spielen eine wichtige Rolle beim Aufschub und möglicherweise bei der Vermeidung einer Heimeinweisung von chronisch kranken älteren Patienten. Wenn auch Nachbarn und Freunde helfen mögen, werden etwa 80% der häuslichen (körperlichen, emotionalen, sozialen, wirtschaftlichen) Hilfe von pflegenden Angehörigen geleistet. Ist der Patient leicht oder mäßig beeinträchtigt, wird er oft vom Ehepartner oder von erwachsenen Kindern betreut, ist der Patient allerdings stark behindert, ist der Ehepartner (meist die Frau) eher die Pflegeperson. Etwa 34 Millionen Amerikaner, mehr als 10% der Bevölkerung der USA, haben geschätzt als unbezahlte Betreuungsperson für jemanden im Alter von 50 Jahren oder älter im Jahr 2015 gearbeitet.

Aufwand und Art der Pflege durch Angehörige hängen ab von wirtschaftlichen Ressourcen, Familienstruktur, Qualität der Beziehungen und anderen Anforderungen an die Zeit und Energie der Familienmitglieder. Familienpflege reicht von minimaler Unterstützung (z. B. regelmäßiges nach dem Rechten sehen) bis zur aufwendigen Vollzeitpflege. Im Durchschnitt nimmt die familiäre Pflege für ältere Erwachsene etwa 24 Stunden pro Woche in Anspruch und etwa 20% der Zeit mehr als 40 Stunden pro Woche. Pflegende Angehörige von älteren Menschen berichten, dass 63% ihrer Pflegeempfänger langfristige körperliche und 29% kognitive Beeinträchtigungen haben.

Obwohl in der Gesellschaft eher die Sicht vorherrscht, Familienmitglieder hätten eine Verantwortung, füreinander zu sorgen, variieren die Obergrenzen des Engagements von Kindern und Ehepartner unter den Kulturen, von Familie zu Familie und zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. Die Pflegebereitschaft von Angehörigen kann gestärkt werden durch unterstützende Dienstleistungen (z. B. technische Unterstützung beim Erlernen neuer Fertigkeiten, Beratungsdienste, Dienste für die familiäre psychische Gesundheit) und ergänzende Leistungen (z. B. persönliche Pflege [Hilfe bei der Körperpflege, beim Essen und Anziehen], häusliche Pflege, Tagespflege für Erwachsene, Lieferung von Mahlzeiten). Ergänzende Leistungen können regelmäßig oder als Kurzzeitpflege für ein paar Stunden oder Tage zur Verfügung gestellt werden.

Veränderungen von Demographie und sozialen Werten haben dazu geführt, dass sich die Anzahl der Angehörigen, die sich um pflegebedürftige ältere Verwandte kümmern, aus folgenden Gründen reduziert hat:

  • Verlängerte Lebensdauer: Als Folge davon hat die Population der sehr alten Menschen zugenommen. Somit sind ihre Kinder, die potenziellen Pflegepersonen, wahrscheinlich ebenfalls alt.

  • Verzögerte Fortpflanzung: In Kombination mit der höheren Lebenserwartung hat diese Verzögerung eine Sandwich-Generation von Pflegepersonen hervorgebracht, die sich gleichzeitig um ihre Kinder und um ihre Eltern kümmern.

  • Zunehmende Mobilität und erhöhte Scheidungsrate: Im Ergebnis leben die Familien eher räumlich getrennt, und die familiären Bindungen sind komplexer. Dennoch leben 80% der Menschen 65 Jahre in einer Entfernung von 20 min zu einem ihrer Kinder.

  • Ein zunehmende Zahl von Frauen unter den Erwerbstätigen: Frauen konnten bislang die Pflege ihrer alten Eltern übernehmen, die Ansprüche der Beruftätigkeit können jedoch dazu führen, dass ihnen dies weniger oder nicht mehr möglich ist.

  • Die Zahl der abhängigen und sehr kranken älteren Menschen steigt.

Diese Umstände prognostizieren eine steigende Nachfrage häuslicher Pflegedienste anstatt der Pflege durch Angehörige, Freunde und Nachbarn.

Auswirkungen

Pflege kann zwar sehr lohnend sein, aber auch negative Auswirkungen haben. Pflegende Angehörige können erhebliche Belastungen (sog. Pflegestress) und sich anschließende gesundheitliche Probleme, Isolation, Ermüdung und Frustration erleiden, was manchmal zu einem Gefühl der Hilflosigkeit und Erschöpfung (Burnout bei Pflegepersonen) oder zur Gewalt gegen ältere Menschen führen kann.

Pflege kann auch zu einer finanziellen Belastung werden. Paare, bei denen sich ein Partner um den anderen kümmert, sind in der Regel finanziell überproportional schlecht gestellt.

Pflegepersonen können oft von Ärzten, Krankenschwestern, Sozialarbeitern oder Fallmanagern ermutigt werden oder hilfreiche Informationen oder Strategien zu Pflegeaufgaben bekommen. Pflegepersonen können auch folgendes tun, um sich auf die Pflege vorzubereiten und Burnout zu vermeiden:

  • Die eigenen körperlichen, emotionalen, erholunsgfördernden, spirituellen und finanziellen Bedürfnisse verfolgen

  • Gegebenenfalls andere Familienmitglieder und Freunde um Hilfe bei der Pflege oder um Unterstützung bitten

  • Externe Gruppen ausfindig machen, die psychologische Unterstützung (z. B. Selbsthilfegruppen) oder Hilfe bei der Pflege (z. B. Beratung, häusliche Pflege, Tagespflege für Erwachsene, Lieferung von Mahlzeiten, Kurzzeitpflege) anbieten können

  • Wenn der geliebte Mensch ablehnend oder schwierig ist, sollte es nicht persönlich genommen werden

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