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Kloß im Hals

(Globusgefühl; globus Hystericus)

Von

Norton J. Greenberger

, MD, Brigham and Women's Hospital

Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Als Kloß im Hals bezeichnet man das vom Schlucken unabhängige subjektive Gefühl eines Klumpens oder einer Masse in der Kehle (bei objektiv nicht vorhandener Masse). (Siehe Raumforderung im Nacken, wenn eine Raumforderung vorhanden ist.)

Ätiologie

Eine spezifische Ätiologie oder ein physiologischer Mechanismus sind nicht bekannt. Einige Untersuchungen lassen vermuten, dass ein erhöhter Krikopharyngealdruck (oberer Ösophagussphinkter) oder eine abnorme Hypopharynxmotilität während des Auftretens der Symptome besteht. Das Gefühl kann auch bei der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) oder bei häufigem Schlucken oder bei ausgetrockneter Kehle auftreten, wie z. B. bei Angstzuständen, oder bei anderen emotionalen Ausnahmesituationen. Obwohl nicht mit Stressfaktoren oder spezifischen psychiatrischen Krankheiten assoziiert, kann das Globusgefühl ein Symptom bestimmter Gemütszustände sein (z. B. Kummer, Stolz); manche Patienten haben offensichtlich eine Disposition zu dieser Reaktion.

Erkrankungen, die mit einem Globusgefühl verwechselt werden können, sind krikopharyngeale (obere ösophageale) Membran, symptomatischer diffuser Ösophagusspasmus, GERD, Skelettmuskelkrankheiten (z. B. Myasthenia gravis, Myotonia dystrophica, autoimmune Myositis) oder Raumforderungen im Nacken oder Mediastinum, die eine Kompression der Speiseröhre verursachen.

Abklärung

Das Hauptziel ist es, das Globusgefühl von der wahren Dysphagie zu unterscheiden, die eine strukturelle oder motorische Störung des Rachens oder der Speiseröhre vermuten lässt.

Anamnese

Die Anamnese der bestehenden Erkrankung sollte eine klare Beschreibung der Symptomatik umfassen, vor allem ob es zu Schmerzen beim Schlucken oder zu Schluckbeschwerden (einschließlich der Empfindung des Steckenbleibens von Nahrungsbestandteilen) kommt. Der Zeitpunkt der Symptome ist wichtig, insbesondere ob das Globusgefühl beim Essen oder Trinken auftritt oder unabhängig von solchen Aktivitäten ist; eine Assoziation mit emotionalen Ereignissen sollte speziell abgefragt werden.

Eine Untersuchung der Körpersysteme forscht nach einem Gewichtsverlust (als Beweis für eine Schluckstörung) und nach Symptomen von Muskelschwäche.

Die Anamnese sollte bekannte neurologische Diagnosen, insbesondere solche, die zu Schwäche führen, einschließen.

Körperliche Untersuchung

Nacken und Mundboden werden auf Massen abgetastet. Der Oropharynx wird inspiziert (auch durch direkte Laryngoskopie). Das Schlucken (von Wasser und einem festen Lebensmittel wie Keksen) ist zu beobachten. Eine neurologische Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf die motorische Funktion ist wichtig.

Warnhinweise

Die folgenden Befunde sind von besonderer Bedeutung:

  • Nacken- oder Halsschmerzen

  • Gewichtsverlust

  • Plötzliches Auftreten nach dem 50. Lebensjahr

  • Schmerzen, Atemnot oder Schwierigkeiten beim Schlucken

  • Regurgitation von Nahrung

  • Muskelschwäche

  • Tastbare oder sichtbare Masse

  • Progressive Verschlechterung der Symptome

Interpretation der Befunde

Bei einem Patienten mit normalen Untersuchungsbefunden lassen Symptome ohne Bezug zum Schluckakt, ohne Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Schlucken, oder der Empfindung, dass Nahrungsbestandteile im Hals stecken bleiben, auf das Globusgefühl schließen. Alle verdächtigen Befunde oder abnormen Befunde bei der Untersuchung deuten auf eine mechanische oder motorische Störung des Schluckens. Chronische Symptome, die bei ungelöstem oder pathologischem Kummer entstehen und die sich durch Weinen und Schreien bessern, begründen den Verdacht auf das Globusgefühl.

Testsverfahren

Bei Patienten mit den typischen Befunden des Globusgefühls sind keine Testverfahren nötig. Wenn die Diagnose unklar bleibt oder der Kliniker den Pharynx nicht adäquat einsehen kann, wird eine Untersuchung wie bei einer Dysphagie durchgeführt. Typische Tests sind direkte oder Videoösophagographie (Video-Barium-Schluck), Messung der Schluckzeit, Röntgenthorax und Ösophagusmanometrie.

Therapie

Die Behandlung eines Kloßes im Hals schließt die beruhigende Wirkung und ein mitfühlendes Verständnis ein. Kein Medikament hat erwiesenen Nutzen. Zugrunde liegende Depression, Angstgefühl oder Verhaltensstörungen sollten in unterstützender Weise, wenn notwendig mit psychiatrischer Hilfe, behandelt werden. Manchmal kann es nützlich sein, den Patienten auf den Zusammenhang zwischen Symptomen und Gemütszustand hinzuweisen.

Wichtige Punkte

  • Symptome des Globusgefühls haben keinen Bezug zum Schluckakt.

  • Tests sind nicht erforderlich, es sei denn, die Symptome stehen im Zusammenhang mit dem Schlucken, die Untersuchungsergebnisse sind auffällig oder es liegen verdächtige Befunde vor.

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