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Zink

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Zink (Zn) ist in den Knochen, den Zähnen, im Haar, in der Haut, der Leber, den Muskeln, den Leukozyten und in den Hoden enthalten. Es gilt als Baustein von mehreren hundert Enzymen, darunter Nicotinamidadenindinucleotid (NAD)-Dehydrogenasen, RNA- und DNA-Polymerasen, DNA-Transkriptionsfaktoren sowie alkalische Phosphatase, Superoxiddismutase und Carboanhydrase.

Eine ballaststoff- und phytatreiche Ernährung (z. B. mit Vollkornbrot) reduziert die Zinkabsorption.

Zinkmangel

Eine Mangelernährung ist unwahrscheinlich bei gesunden Personen. Ein sekundärer Zinkmangel kann sich entwickeln bei:

  • Patienten, die Diuretika einnehmen,

  • Patienten mit Diabetes mellitus, Sichelzellanämie, chronischen Nierenerkrankungen, Lebererkrankung, chronischem Alkoholismus oder Malabsorption,

  • Patienten mit belastenden Bedingungen (z. B. Sepsis, Verbrennungen, Kopfverletzungen),

  • älteren Patienten, die in Einrichtungen untergebracht sind, sowie bei ans Haus gefesselten Patienten (häufig).

Ein Zinkmangel der Mutter führt zu Fehlbildungen des Feten und einem niedrigen Geburtsgewicht.

Zinkmangel bei Kindern führt zu Wachstumsstörungen, Geschmacksbeeinträchtigungen (Hypogeusie), verzögerter Geschlechtsreife und Hypogonadismus. Bei Kindern und Erwachsenen gehören zu den MAnifestationen auch Alopezie, geschwächtes Immunsystem, Anorexie, Dermatitis, Nachtblindheit, Anämie, Lethargie und verzögerte Wundheilung auf.

Ein Zinkmangel sollte bei unterernährten Patienten mit typischen Symptomen untersucht werden. Jedoch gestaltet sich die klinische Diagnose eines leichten Zinkmangels schwierig, da zahlreiche Symptome unspezifisch sind. Eine Labordiagnose bereitet ebenfalls Probleme. Niedrige Albuminspiegel, wie sie bei Zinkmangel häufig auftreten, machen es schwierig, Serum-Zink-Spiegel zu interpretieren; die Diagnose erfordert in der Regel die Kombination von niedrigen Zinkwerten im Serum und eine erhöhte Zinkausscheidung im Urin. Wenn durchführbar, lässt sich der Zinkstatus in Untersuchungen mit Isotopen genauer bestimmen.

Therapeutisch werde bei Zinkmangeln über sechs Monate täglich oral 15-120 mg elementares Zink verabreicht, bis die Symptome verschwinden.

Akrodermatitis enteropathica

Eine Acrodermatitis enteropathica, eine seltene, autosomal-rezessiv vererbte Störung, führt zur Zinkmalabsorption. Eine psoriasisähnliche Dermatitis entwickelt sich um die Augen, die Nase und den Mund, am Gesäß und Damm und an den Gliedmaßenenden. Die Störung führt darüber hinaus zu Haarausfall, Paronychie, einem geschwächten Immunsystem, wiederholten Infektionen, Wachstumshemmung und Diarrhöen. Die Symptome entwickeln sich meist, nachdem die Säuglinge abgestillt wurden. In solchen Fällen vermuten Ärzte eine Acrodermatitis enteropathica. Sollte die Diagnose sich bestätigen, führt die orale Gabe von täglich 30–150 mg Zinksulfat zu einer kompletten Remission.

Zinkmangel

Zinkintoxikation

Die empfohlene Obergrenze für die Zinkzufuhr beträgt 40 mg/Tag. Eine Intoxikation ist selten.

Die Zufuhr elementaren Zinks in einer Dosis von 100–150 mg/Tag über einen längeren Zeitraum beeinflusst den Kupferstoffwechsel und führt zu niedrigen Blutkupferspiegeln, einer Mikrozytose der roten Blutkörperchen, Neutropenie und einer Schwächung des Immunsystems. Eine höhere Dosis sollte nur für eine kurze Periode und bei guter Compliance des Patienten verabreicht werden.

Die Zufuhr größerer Mengen (200–800 mg/Tag), meist durch den Konsum saurer Lebensmittel oder eines Getränks aus einem galvanisierten Behälter mit Zinkummantelung, führt zu Anorexie, Erbrechen und Durchfall. Eine chronische Intoxikation kann zu Kupfermangel führen und Nervenschäden verursachen.

Gießerfieber (auch Metalldampf- oder Zinkfieber) entsteht durch die Inhalation industrieller Zinkoxiddämpfe. Es führt zu Fieber, Dyspnoe, Übelkeit, Müdigkeit und Myalgien. Sie Symptome zeigen sich in der Regel 4–12 h nach der Exposition. Sie verschwinden normalerweise nach einem 12- bis 24-stündigen Aufenthalt in zinkfreier Umgebung.

Die Diagnose einer Zinkintoxikation stützt sich in der Regel auf den zeitlichen Verlauf und die Expositionsanamnese.

Die Behandlung einer Zinkintoxikation besteht aus der Beendigung der Exposition gegenüber Zink; es stehen keine Gegenmittel zur Verfügung.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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