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Selen

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD,

  • University of Arkansas for Medical Sciences
  • Central Arkansas Veterans Healthcare System

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Selen ist ein Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase, das aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren gebildete Hydroperoxide verstoffwechselt. Selen bildet zudem einen Baustein von Enzymen, die Schilddrüsenhormone dejodieren. Generell wirkt Selen zusammen mit Vitamin E als Antioxidationsmittel.

Epidemiologische Studien verbinden niedrige Selenspiegel mit Krebs. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigte jedoch, dass Selenpräparate zukünftige kolorektale Adenome bei Patienten, die kolorektale Adenome entfernt hatten, nicht verhinderten (1).

Die Plasmaspiegel von Selen schwanken in Abhängigkeit von der Selenzufuhr zwischen 8 und 25 mcg/dl.

Die Diagnose von Selen-Mangel oder Intoxikation wird klinisch gestellt, teilweise werden die Blutwerte der Glutathionperoxidase bestimmt.

Hinweis

  • 1. Thompson PA, Ashbeck EL, Roe DJ, et al: Selenium supplementation for prevention of colorectal adenomas and risk of associated type 2 diabetes. J Natl Cancer Inst 108 (12), 2016. doi: 10.1093/jnci/djw152.

Selenmangel

Ein Selenmangel ist selten, sogar in Neuseeland und Finnland, wo die Zufuhr nur 30–50 mcg/Tag beträgt, im Vergleich zu der US-amerikanischen und kanadischen mit 100–250 mcg/Tag.

In bestimmten Gegenden Chinas beträgt die durchschnittliche Selenzufuhr nur 10–15 mcg/Tag. Der Selenmangel prädisponiert diese Patienten für die Keshan-Krankheit, eine endemische virale Kardiomyopathie, die hauptsächlich Kinder und junge Frauen betrifft. Dieser Krankheit kann mit der oralen Gabe von täglich 50 μg Selenitsupplementen vorgebeugt werden, sie lässt sich jedoch nicht heilen.

Patienten, die über längere Zeit vollständig parenteral ernährt wurden, entwickelten einen Selenmangel mit Muskelschmerzen und -schwäche, die auf ein Selenomethioninsupplement ansprachen.

In Sibirien und China entsteht bei Kindern im Wachstum bei Selenmangel ggf. eine chronische Osteoarthropathie (Kaschin-Beck-Syndrom).

Selenmangel und Jodmangel können synergistisch zur Bildung einer Struma und zu Hypothyreoidismus beitragen.

Die Diagnose von Selenmangel wird klinisch gestellt; teilweise wird auch die Glutathionperoxidase-Aktivität oder Plasmaselen bestimmt, doch keiner dieser Tests ist leicht verfügbar.

Therapeutisch werden bei Selenmangel täglich 100 μg Natriumselenit oral verabreicht.

Selenintoxikation

In Mengen über 900 mcg/Tag wirkt Selen toxisch.

Eine Selenintoxikation manifestiert sich in Haarverlust, Nagelanomalien, Dermatitis, peripherer Neuropathie, Übelkeit, Diarrhö, Müdigkeit, Reizbarkeit und Knoblauchgeruch des Atems.

Die toxische Menge von Plasmaselen ist nicht gut definiert.

Die Behandlung der Selentoxizität beinhaltet die Verringerung des Selenverbrauchs.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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