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Jod

Von

Larry E. Johnson

, MD, PhD,

  • University of Arkansas for Medical Sciences
  • Central Arkansas Veterans Healthcare System

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Jod (I) spielt im Körper primär eine Rolle bei der Synthese der zwei Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3).

In der Umwelt und in der Ernährung kommt Jod in erster Linie als Jodid vor. Bei Erwachsenen verbleiben etwa 80% des resorbierten Jodids in der Schilddrüse. Meerwasser enthält das meiste Jod der natürlichen Umwelt in Form von Jodid, etwas Jod tritt in die Erdatmosphäre ein und erreicht mit dem Regen das Grundwasser und Böden nahe dem Meer. Daher leben Menschen, die weit vom Meer entfernt und in höheren Gegenden sesshaft sind, mit dem besonderen Risiko, einen Jodmangel zu entwickeln.

Mit Jodid angereichertes Tafelsalz (normalerweise 70 mcg/g) trägt zur adäquaten Zufuhr von 150 mcg/Tag bei. Höher ist der Bedarf für Schwangere (220 mcg/Tag) und stillende Frauen (290 mcg/Tag).

Jodmangel

Jodmangel ist selten in Gebieten, in denen jodiertes Speisesalz verwendet wird, er tritt jedoch weltweit auf. Jodmangel entwickelt sich, wenn die Jodidzufuhr < 20 mcg/Tag beträgt.

Symptome und Beschwerden

Bei geringfügigem oder moderatem Jodmangel hypertrophiert die durch Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) zum Wachstum angeregte Schilddrüse – eine kolloide Struma entsteht. Meist bleibt die Schilddrüsenfunktion dabei normal, doch kann ein schwerer Jodmangel bei Erwachsenen zu Hypothyreoidismus (Myxödem) führen. Er verringert die Fruchtbarkeit und erhöht das Risiko für einen intrauterinen Fruchttod oder Spontanabort sowie für pränatale und Säuglingssterblichkeit.

Ein schwerer Jodmangel der Mutter hemmt das fetale Wachstum und die Gehirnentwicklung, teilweise entstehen Fehlbildungen. Bei Säuglingen verursacht der Mangel Kretinismus, was geistige Behinderung, Taubstummheit, Gehbehinderung, Kleinwuchs und manchmal auch Hypothyreoidismus einschließt.

Diagnose

  • Beurteilung der Struktur und Funktion der Schilddrüse

Bei Erwachsenen und Kindern stützt sich die Diagnose von Jodmangel auf Schilddrüsenfunktionstes und bildgebende Verfahren, aus denen Funktions- und Strukturanomalien der Schilddrüse deutlich werden. Alle Neugeborenen sollten auf Hypothyreose untersucht werden, indem der TSH-Wert gemessen wird.

Therapie

  • Jodid mit oder ohne Levothyroxin

Säuglinge mit Jodmangel erhalten eine Woche lang einmal täglich oral Levothyroxin in einer Dosis von 3 μg/kg und zusätzlich über mehrere Wochen einmal täglich oral 50–90 μg Jodid, um rasch wieder ihren euthyreoten Zustand zu erreichen.

Kinder erhalten einmal täglich 90–120 µg Jodid und erhalten Levothyroxin, bis sie in der Lage sind, zu synthetisierenT4.

Erwachsene mit Jodmangel nehmen einmal täglich 150 μg Jodid ein. Jodmangel kann auch durch die Gabe von Levothyroxin behandelt werden.

Frauen, die schwanger sind oder stillen, sollten einmal pro Tag Jodid 250 mcg einnehmen.

Die Serum-TSH-Spiegel werden bei allen Patienten beobachtet, bis normale Werte (< 5 μ I.E./ml) vorliegen.

Jodintoxikation

Eine chronische Intoxikation entsteht, wenn die Zufuhr über 1,1 mg/Tag liegt. Die meisten Menschen, die Jod im Übermaß aufnehmen, bleiben euthyreot. Manche Personen, die übermäßig viel Jod zuführen, entwickeln, besonders wenn sie zuvor unter einem Jodmangel litten, einen Hyperthyreoidismus (Morbus Basedow). Paradoxerweise kann die übermäßige Aufnahme von Jodid durch die Schilddrüse die Synthese des Schilddrüsenhormons verhindern (Wolff-Chaikoff-Effekt). Daher kann eine Jodidintoxikation schließlich zu einer Jodidstruma, zu Hypothyreoidismus oder einem Myxödem führen.

Sehr große Mengen von Jodid lösen einen Messinggeschmack im Mund aus, erhöhen den Speichelfluss, reizen den Magen-Darm-Trakt und führen zu akneähnlichen Hautläsionen. Auch Patienten, die zu häufig große Mengen von iodhaltigem Röntgenkontrastmittel oder das Medikament Amiodaron eingenommen haben, sollten ihre Schilddrüsenfunktion überwachen lassen.

Die Diagnose stützt sich in der Regel auf die Ergebnisse von Schilddrüsenfunktiontests und bildgebender Verfahren, die mit den klinischen Daten korrelieren. Die Jodausscheidung führt zu eindeutigeren Ergebnissen, wird aber meist nicht gemessen.

Im Rahmen der Therapie von Jodintoxikation werden Anomalien der Schilddrüsenfunktion korrigiert und, bei übermäßiger Zufuhr, diätetische Anpassungen vorgenommen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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