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Einflüsse von Leberkrankheiten auf den Medikamentenmetabolismus

Von

Steven K. Herrine

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Eine Leberkrankheit kann vielerlei Einflüsse auf die Medikamenten-Clearance, die Biotransformation und die Pharmakokinetik haben. Pathogenetische Faktoren sind Veränderungen der intestinalen Resorption, die Plasmaproteinbindung, das hepatische Extraktionsverhältniss, der Blutfluss in der Leber, portosystemische Shunts, die Gallenausscheidung, die enterohepatische Zirkulation und die renale Clearance. Manchmal erhöhen Veränderungen den Gehalt von bioverfügbaren Medikamenten, sodass normale Dosierungen eine toxische Wirkung haben können. Allerdings sind Gehalt und Auswirkungen auf ein individuelles Medikament nicht vorhersehbar und korrelieren nicht mit Art und Schweregrad der Leberschädigung oder mit den Ergebnissen von Leberfunktiontests. Daher gibt es keine generellen Regeln zur Modifikation der Medikamentendosis bei Patienten mit Leberkrankheiten.

Die klinischen Auswirkungen können v. a. bei chronischen Leberkrankheiten unabhängig von der Bioverfügbarkeit der Medikamente variieren, z. B. ist die zerebrale Empfindlichkeit gegenüber Opiaten und Sedativa bei Patienten mit chronischen Leberkrankheiten häufig gesteigert. Daher können niedrig erscheinende Dosen dieser Medikamente eine Enzephalopathie hervorrufen, wenn sie zirrhotischen Patienten verabreicht werden. Der zugrunde liegende Mechanismus für diese Wirkung beruht wahrscheinlich auf Veränderungen der zerebralen Rezeptoren für die entsprechenden Medikamente.

Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung haben tendenziell nicht häufiger unerwünschte Arzneimittelwirkungen, allerdings vertragen diese Patienten hepatische Nebenwirkungen von Medikamenten weniger gut.

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