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Infektiöse Uveitis

Von

Kara C. LaMattina

, MD, Boston University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Quellen zum Thema

Eine Reihe von Infektionen verursachen Uveitis (siehe Tabelle: Infektiöse Ursachen einer Uveitis). Die gebräuchlichsten sind Toxoplasmose, Herpes-simplex-Virus und Varicella-zoster-Virus. Verschiedene Organismen beeinflussen verschiedene Teile der Uvea.

Tabelle
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Infektiöse Ursachen einer Uveitis

Häufigkeit

Viren oder Infektionen

Häufiger

Herpes-simplex-Virus

Toxoplasmose

Varicella-Zoster-Virus

Weniger häufig

Bartonellose

Histoplasmose

Borreliose

Syphilis

Toxocariasis

Tuberkulose

Zytomegalievirus*

Pneumocystis jirovecii*

Selten

Aspergillus

Candida

Kokzidioidomykose

Cryptococcus

Zystizerkose

Lepra

LeptospirosisLeptospirose

Onchozerkose

Tropheryma whippelii

* Besonders bei Patienten mit AIDS.

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist bei Patienten mit starkem Immunsystem die häufigste Ursache einer Retinitis. Die meisten Fälle werden postnatal erworben; jedoch treten auch angeborene Fälle auf, insbesondere in Ländern, in denen die Infektionen endemisch sind. Die Symptome der Schwebeteilchen und der Visusreduktion können durch Zellen in der Glaskörperflüssigkeit, Netzhautläsionen oder Narben auftreten. Gleichzeitig kann der vordere Abschnitt einbezogen sein, der Augenschmerzen, Rötung und Photophobie verursacht. Laboruntersuchungen sollten eine Bestimmung des Toxoplasma gondii -Antikörper-Titers im Serum einschließen.

Eine Behandlung empfiehlt sich für Patienten mit posterioren Läsionen, welche wesentliche Sehstrukturen wie Sehnerv oder Makula gefährden sowie für Patienten mit herabgesetzter Immunabwehr. Oft wird eine Behandlung mit mehreren Medikamenten verschrieben; sie umfasst Pyrimethamin, Sulfonamide, Clindamycin und, in ausgesuchten Fällen, systemische Kortikosteroide. Kortikosteroide sollten jedoch nicht ohne gleichzeitigen antimikrobiellen Schutz gegeben werden. Eine Toxoplasmose kann wiederkehren, und Patienten mit vision-bedrohlichen Läsionen können eine Langzeitprophylaxe mit -Trimethoprim-sulfamethoxazole benötigen. Lang wirkende periokulare und intraokulare Kortikosteroide (z. B.Triamcinolon-Aceton) sollten vermieden werden.

Patienten mit kleinen peripheren Läsionen, welche nicht direkt wesentliche Sehstrukturen gefährden, können ohne Behandlung beobachtet werden und sollten in 1–2 Monaten eine langsame Verbesserung zeigen.

Herpesviren: HSV und VZV

Das Herpes-simplex-Virus verursacht eine Uveitis anterior. Bei dem Varicella-zoster-Virus (VZV) ist dies seltener der Fall, obwohl die Prävalenz der Zoster-assoziierten Uveitis anterior mit dem Alter zunimmt. Sowohl HSV als auch VZV können auch zu einer posterioren Uveitis führen, obwohl dies weniger häufig vorkommt.

Zu den Symptomen der Uveitis anterior gehören

  • Augenschmerzen

  • Photophobie

  • Visusreduktion

Warnzeichen sind

  • Rötung

  • Konjunktivale Injektion und Vorderkammerentzündung (Zellen und Flare), oft begleitet von Hornhautentzündung (Keratitis)

  • Verminderte Hornhautempfindung

  • Fleckige oder sektorielle Irisatrophie

Ebenfalls kann der Augeninnendruck erhöht sein; die Erhöhung kann durch die Verwendung der Applanationstonometrie beispielsweise mit einem Goldmann-Tonometer, einem Pneumotonometer, einem elektronischen Indentationstonometer, oder, wenn diese nicht verfügbar sind, einem Schiotz-Tonometer nachgewiesen werden.

Die Behandlung sollte im Allgemeinen von einem Augenarzt eingeleitet werden und ein topisches Kortikosteroid sowie ein zykloplegisch-mydriatisches Medikament beinhalten. Auch Aciclovir kann gegeben werden (5-mal 400 mg/Tag p.o. bei Herpes-simplex-Virus und 5-mal 800 mg/Tag p.o. bei Herpes-zoster-Virus). Bei Patienten mit okularer Hypertonie können Tropfen zur Senkung des Augeninnendrucks erforderlich sein.

Eine akute Netzhautnekrose (ARN) ist eine schnell fortschreitende Form der Retinitis, die eine viel weniger häufige Manifestation der Varicella-Zoster- und Herpes-simplex-Virus-Infektion ist. ARN äußert sich für gewöhnlich als konfluente Retinitis, okklusive retinale Vaskulitis sowie mäßige bis starke Glaskörperentzündung. Ein Drittel der ARN-Fälle sind bilateral und in ¾ der Augen tritt eine Netzhautablösung auf. Die ARN kann auch bei Patienten mit HIV/AIDS auftreten, jedoch können Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem eine geringere Glaskörperentzündung haben. Eine Glaskörperbiopsie für Bakterienkulturen und die PCR-Analyse können helfen, eine ARN zu diagnostizieren. Behandlungsmöglichkeiten sind i.v. Aciclovir, i.v. Ganciclovir oder Foscarnet, intravitreales Ganciclovir oder Foscarnet sowie orales Valaciclovir oder Valganciclovir.

Herpesviren: Zytomegalievirus

Zytomegalievirus (ZMV) ist die häufigste Ursache der Retinitis bei immungeschwächten Patienten, jedoch hat sich die Prävalenz bei Patienten mit HIV/AIDS, die eine antiretrovirale Therapie (HAART) bekommen, verringert. Gegenwärtig sind 5% dieser Patienten betroffen. Die meisten betroffenen Patienten haben eine CD4+ Anzahl < 100 Zellen/μL. Eine ZMV-Retinitis kann auch bei Neugeborenen und bei pharmakologisch immunsupprimierten Patienten auftreten, dies kommt aber selten vor. CMV kann bei der immunkompetenten Person selten eine anteriore Uveitis verursachen.

Symptome einer CMV-Retinitis sind verschwommenes Sehen, blinde Flecken, Floater, blinkende Lichter und Sehverlust.

Die Diagnose ist weitgehend klinisch und basiert auf einer direkten oder indirekten ophthalmoskopischen Untersuchung; serologische Tests sind von begrenztem Nutzen, obwohl die Analyse der wässrigen Flüssigkeit bestätigend sein kann, wenn die Diagnose in Frage gestellt wird.

Die Behandlung bei Patienten mit HIV/AIDS erfolgt mit systemischem oder intravitrealem Ganciclovir, systemischem oder intravitrealem Foscarnet oder systemischem Valganciclovir. Die Behandlung wird für gewöhnlich auf unbestimmte Zeit fortgeführt, bis die Immunabwehr durch eine kombinierte antiretrovirale Therapie (normalerweise bei einer CD4++ Anzahl > 100 Zellen/μL über mindestens 3 Monate) wieder einsetzt.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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