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Verletzungen der Blase

Von

Noel A. Armenakas

, MD, Weill Cornell Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Verletzungen im Beckenbereich, wie sie bei Autounfällen oder schweren Stürzen vorkommen, können die Blase reißen lassen. Auch tiefe Wunden, die für gewöhnlich bei Schussverletzungen eintreten, können die Blase in seltenen Fällen verletzen. Außerdem kann eine Blasenverletzung unabsichtlich bei einem operativen Eingriff erfolgen, bei dem der Unterbauch oder das Becken betroffen sind (wie beim Entfernen des Uterus [Hysterektomie], einer Entbindung mit Kaiserschnitt oder dem Entfernen des Dickdarms [Kolektomie]).

Komplikationen

Wenn Harnblasenverletzungen nicht sofort behandelt werden, kann es zu folgenden Komplikationen kommen:

  • Unkontrolliertes Abgehen von Urin (Harninkontinenz)

  • Dauerhafte Blutung im Urin (Hämaturie)

  • Auslaufen von Urin aus den Harnwegen in die umgebenden Gewebe

  • Infektion

  • Anormale Öffnung zwischen der Harnblase und einem inneren Organ, z. B. der Scheide, dem Dickdarm oder der Harnröhre (Fistel)

Symptome von Verletzungen der Blase

Die häufigsten Symptome einer Harnblasenverletzung sind sichtbares Blut im Urin, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Schmerzen im Becken und unteren Bauchraum oder während des Wasserlassens. Wenn der unterste Teil der Blase (an dem der Muskel sitzt, der das Urinieren kontrolliert) verletzt wurde, kann das häufiges Wasserlassen und unkontrollierbaren Harnabgang nach sich ziehen.

Diagnose von Verletzungen der Blase

  • Zystographie, in der Regel zusammen mit einer Computertomographie oder einer standardmäßigen Röntgenuntersuchung

Die Diagnose einer Harnblasenverletzung wird am besten durch eine Zystographie gestellt, einem Verfahren, bei dem ein Kontrastmittel, das auf dem Röntgenbild zu sehen ist, in die Blase gespritzt wird und dann CT- oder Röntgenaufnahmen erstellt werden, um undichte Stellen zu finden (siehe Bildgebende Verfahren der Harnwege). Harnblasenverletzungen, die bei einem chirurgischen Eingriff entstehen, werden in der Regel bereits während des chirurgischen Eingriffs erkannt, sodass Bildgebungsverfahren nicht notwendig sind.

Behandlung von Verletzungen der Blase

  • Legen eines Katheters, um die Blase zu leeren

  • Manchmal operative Eingriffe

Leichte Harnblasenverletzungen, wie Quetschungen oder kleine Risse (Lazerationen), können behandelt werden, indem man für 5 bis 10 Tage einen Katheter in die Harnröhre setzt. Der Katheter lässt dann dauerhaft den Urin ab, sodass sich die Harnblase nicht füllen kann. Dadurch kann die Blase schneller verheilen.

Nach schwereren Blasenverletzungen und solchen, bei denen Urin in die Bauchhöhle austritt, sollte chirurgisch festgestellt werden, wie groß die Verletzung ist, und alle Risse sollten operativ repariert werden. Der Urin kann danach mit Hilfe von einem, oder in seltenen Fällen, mit zwei Kathetern besser aus der Blase abgelassen werden. Die Katheter werden über die Harnröhre (ein transurethraler Katheter) und/oder direkt durch die Haut über dem unteren Bauchraum in die Blase (ein suprapubischer Katheter) eingeführt. Diese Katheter werden nach 7 bis 10 Tagen oder nach zufriedenstellendem Abheilen der Blase entfernt. Falls sich Komplikationen einstellen, müssen diese behandelt werden.

Wenn bei einem chirurgischen Eingriff eine Blasenverletzung erkannt wird, sollte diese sofort behandelt werden.

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