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Herzstillstand

Von

Amy H. Kaji

, MD, PhD, Harbor-UCLA Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2018| Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Ein Herzstillstand tritt ein, wenn jemand stirbt. Das Herz pumpt kein Blut und keinen Sauerstoff mehr in die Organe, das Gehirn und das Gewebe. Manchmal gelingt es dem Rettungspersonal, einen Menschen in den ersten Minuten nach dem Herzstillstand wiederzubeleben. Je mehr Zeit vergeht, umso unwahrscheinlicher wird es, dass jemand wiederbelebt werden kann und umso größer ist die Gefahr, dass die Person einen Hirnschaden erleidet, nachdem sie wiederbelebt wurde.

Ein Hirnschaden ist wahrscheinlich, wenn der Herzstillstand weniger als 5 Minuten anhält und Tod, wenn der Herzstillstand mehr als 8 Minuten lang anhält. Bei einem Herzstillstand muss möglichst schnell Erste Hilfe geleistet werden.

Ein Herzstillstand kann durch alles verursacht werden, was auch zum Tod führen kann. Ein häufiger Grund, besonders bei Erwachsenen, sind Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie). Ein anderer möglicher Grund ist, dass man aufhört zu atmen, zum Beispiel, wenn jemand ertrinkt oder eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie) hat.

Eine Person mit Herzstillstand liegt reglos da, ohne zu atmen, und reagiert nicht auf Fragen oder einen Reiz, wie zum Beispiel Schütteln.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Das Erkennen und die Behandlung eines Herzstillstands erfolgen so gut wie gleichzeitig. Ein Rettungshelfer, der eine bewusstlose Person vorfindet, sollte zunächst einmal feststellen, ob der Betroffene reagiert, indem er die Person schüttelt und laut fragt: „Geht es Ihnen gut?” Wenn darauf keine Antwort kommt, sollte er das Gesicht der Person nach oben drehen und dann feststellen, ob die Person ebenfalls nicht mehr atmet.

Wenn der Betroffene nicht auf Stimulation reagiert und nicht atmet oder nicht normal atmet (zum Beispiel nach Luft schnappt) wird mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und der medizinische Notdienst angefordert, z. B. indem 112 angerufen wird. Die Notrufzentrale kann bei der Anweisung von Wiederbelebungsmaßnahmen helfen.

Ein automatischer externer Defibrillator (AED) sollte zuerst oder sobald er verfügbar ist, eingesetzt werden. Ein AED kann schnell feststellen, ob jemand Herzrhythmusstörungen hat, die mit einem elektrischen Schock (Defibrillation genannt) behandelt werden können. Wenn der AED Herzrhythmusstörungen feststellt, die den Herzstillstand verursachen und sich durch einen Schock behandeln lassen, gibt er einen Schock ab, wodurch das Herz oft wieder zu schlagen beginnt. Der AED ist einfach zu benutzen und an vielen öffentlichen Orten, wo sich Menschen versammeln, verfügbar. Die Anweisungen zum korrekten Gebrauch, die auf jedem AED angegeben sind, sollten sorgfältig befolgt werden. Das US-amerikanische und Deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen bieten Schulungen zur Verwendung des halbautomatischen externen Defibrillator (AED) an.

Automatischer externer Defibrillator: Fremdstarten des Herzens

Der automatische externe Defibrillator (AED) ist ein Gerät, das die Herztätigkeit automatisch analysiert und eine spezielle Form der lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung, das sogenannte Kammerflimmern, erkennt und korrigiert. Ein Kammerflimmern verursacht einen Herzstillstand. Beim Herzstillstand sollte der AED, sofern verfügbar, sofort eingesetzt werden. Der AED wird eingesetzt, bevor der Notruf getätigt oder mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen wird, da die Überlebenschancen dann am größten sind. Stellt der AED Kammerflimmern fest, löst er einen Stromschlag aus (Defibrillation), mit der sich der normale Herzrhythmus und der Herzschlag wieder herstellen lassen. Es sollte eine ärztliche Notversorgung vorgenommen werden, auch wenn das Herz wieder zu schlagen begonnen hat. Falls der Herzstillstand nach dem Einsatz eines AED immer noch fortbesteht, sollte eine HLW gemacht werden.

AEDs sind einfach zu bedienen. Das Deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen bieten Schulungskurse zum Einsatz von AEDs an. Die meisten Schulungskurse dauern nur ein paar Stunden. Die Gebrauchsanweisungen der unterschiedlichen AEDs können gewisse Unterschiede aufweisen. Die Anweisungen, die auf dem AED aufgedruckt sind, sollten sorgfältig befolgt werden. AEDs sind mittlerweile in vielen öffentlichen Einrichtungen, wie Stadien und Konzerthallen, verfügbar. Betroffenen, denen vom Arzt mitgeteilt wird, dass sie wahrscheinlich ein Herzkammerflimmern haben, aber keinen implantierten Herzschrittmacher haben, möchten vielleicht einen AED für zu Hause kaufen, der von den Mitgliedern der Familie verwendet werden kann.

Automatischer externer Defibrillator: Fremdstarten des Herzens

Falls der Herzinfarkt trotz Einsatz eines AEDs weiterbesteht, werden andere Maßnahmen ergriffen, etwa indem die Atemwege geöffnet und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen und Naloxon oder Adrenalin verabreicht wird.

Das Beherrschen der HLW wird am besten in einem Kurs erlernt, wie er beispielsweise vom Roten Kreuz oder der Amerikanischen Herzstiftung angeboten werden. Entsprechende Kurse finden sich auf der Internetseite des Amerikanischen Roten Kreuzes oder der Amerikanischen Herzstiftung. Regelmäßige Auffrischungskurse können helfen, weil sich die Verfahren mit der Zeit ändern.

Es gibt zwei HLW-Methoden:

  • Standard (wird von geschulten Rettungshelfern bei der Standard-HLW durchgeführt)

  • Nur Herzdruckmassage (durchgeführt von in künstlicher Beatmung ungeschulten Rettungshelfern – oder solchen, die zögern eine künstliche Beatmung anzuwenden)

HLW: Wie effektiv ist diese Maßnahme wirklich?

Im Fernsehen und im Kino werden Menschen, die aus irgendeinem anderen Grund einen Herzinfarkt oder Kollaps haben, für gewöhnlich mit Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) wiederbelebt.

Im richtigen Leben ist es weniger wahrscheinlich, dass jemand per HLW wiederbelebt wird.

Nur ein kleiner Anteil von Menschen, die woanders als in einem Krankenhaus einen Herzinfarkt haben, überleben, bis sie im Krankenhaus ankommen. Selbst die, die lebend im Krankenhaus ankommen, versterben oft aufgrund der latenten Herzprobleme, bevor sie entlassen werden können. Von denen, die in der Lage sind, das Krankenhaus zu verlassen, sterben viele innerhalb eines Jahres nach dem Herzinfarkt.

Im Fernsehen oder im Kino wird eine HLW für gewöhnlich bei jungen, relativ gesunden Menschen gemacht, manchmal bei jemandem, der eine schwere Verletzung erlitten hat. In Wirklichkeit sind die meisten Menschen, die eine HLW benötigen, ältere Erwachsene, die manchmal schwere latente Krankheiten aufweisen. Bei diesen Menschen ist es unwahrscheinlicher, dass eine CPR erfolgreich ist. Auch ist eine HLW selten erfolgreich, wenn der Grund des Herzstillstands eine Verletzung ist.

Im Fernsehen und im Film stirbt die Person entweder oder erholt sich wieder vollständig. In Wirklichkeit behalten die meisten Menschen, die nach einer HLW überleben, aufgrund dessen, dass es keine Blutzufuhr zum Hirn gab, schwere Schädigungen zurück.

Standard-HLW

Bei einer Standard-HLW wird eine künstliche Beatmung (Mund-zu-Mund-Beatmung oder Rettungsbeatmung) zur Versorgung der Lungen mit Sauerstoff in Kombination mit einer Herzdruckmassage vorgenommen, durch die das Blut aus dem Herzen in den Körper gepumpt wird und so das Gehirn und andere lebenswichtige Organe mit Sauerstoff versorgt werden.

Bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen beginnt eine HLW mit einer Herzdruckmassage.

Bei Neugeborenen und Menschen mit Verdacht auf einen Atemstillstand (z. B. Opfer von Ertrinken) wird die HLW mit einer künstlichen Beatmung begonnen.

Für die Durchführung der Herzdruckmassage bei einem Erwachsenen legt der Rettungshelfer die betroffene Person auf den Rücken, indem er Kopf, Körper und Extremitäten gleichzeitig umdreht. Dann streckt die Arme der Person aus und legt die Ellenbogen nebeneinander, lehnt sich über den Betroffenen und platziert beide Hände, eine über der anderen, auf den unteren Teil des Brustknochens. Der Rettungshelfer drückt dann die Brust 5 bis 6 Zentimeter nach unten. Bei Kindern verwendet der Rettungshelfer nur eine Hand, um den Brustkorb ca. 5 Zentimeter zusammenzupressen. Bei einem Säugling drückt der Helfer mit zwei Fingern das Brustbein direkt unter den Brustwarzen (etwa 4 cm) tief ein.

Einen Luftweg bei einem Erwachsenen öffnen

Wenn man festgestellt hat, dass jemand nicht atmet, schaut der Helfer in den Mund und in den Hals an, um nachzuschauen, ob irgendetwas den Luftweg blockiert; wenn dem so ist, wird dieser Gegenstand entfernt. Wenn die Person nicht zu atmen beginnt, könnte die Zunge die Atemwege blockieren. Der Rettungshelfer legt dann den Kopf des Betroffenen leicht nach hinten und hebt das Kinn an, womit die Zunge bewegt und damit der Luftweg geöffnet wird. Falls der Betroffene nicht zu atmen beginnt, beginnt der Rettungshelfer mit künstlicher Beatmung. Das Eröffnen des Luftwegs kann als Teil der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) vorgenommen werden.

Einen Luftweg bei einem Erwachsenen öffnen

Bei einer künstlichen Beatmung sucht der Rettungshelfer zuerst in Mund und Hals nach sichtbaren Objekten, die die Atemwege blockieren könnten, und entfernt diese. Der Rettungshelfer öffnet dann die Atemwege, indem er den Kopf und das Kinn des Betroffenen nach oben neigt ( Einen Luftweg bei einem Erwachsenen öffnen). Der Mund des Rettungshelfers schließt sich vollständig über den Mund des Betroffenen; dann atmet er langsam Luft in die Lungen des Betroffenen aus. Der Luftweg des Betroffenen muss bei der künstlichen Beatmung geöffnet bleiben. Um zu vermeiden, dass Luft aus der Nase des Betroffenen austritt, kann diese zusammengedrückt werden, wenn der Rettungshelfer in den Mund ausatmet. Die künstliche Beatmung ist bei Kindern und Erwachsenen ganz ähnlich.

Wenn ein Rettungshelfer einen Säugling künstlich beatmet, deckt der Mund des Rettungshelfers den Mund und die Nase des Kindes ab. Um Schäden der kindlichen Lunge, die nur ein geringes Volumen fasst, zu verhindern, wird mit weniger Druck beatmet. Zunächst werden drei bis fünf Atemhübe von ein bis zwei Sekunden Dauer gegeben, die so stark sind, dass sich der Brustkorb deutlich sichtbar hebt. Wenn sich die Brust nicht hebt, nachdem ordnungsgemäß beatmet wurde, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Luftweg des Betroffenen blockiert ist, aber die HLW sollte trotzdem fortgesetzt werden. Jedes Mal, wenn die Luftwege während der HLW geöffnet werden, sollte der Rettungshelfer nach einem Objekt im Mund des Betroffenen suchen und dieses gegebenenfalls entfernen.

Eine Standard-HLW kann von einem Rettungshelfer (der alternierend beatmet und eine Herzdruckmassage macht) oder von zwei Rettungshelfern (einer macht die Beatmung und der andere die Druckmassage) durchgeführt werden. Bei einer Standard-HLW macht der Helfer 30 Herzdruckmassagen und dann zwei Beatmungen. Wenn Kinder eine HLW benötigen und zwei Rettungshelfer vor Ort sind, ist ein Verhältnis von 15:2 vorzuziehen, während bei Neugeborenen ein Verhältnis von 3:1 angeraten ist. Die Herzdruckmassagen werden bei Menschen jeden Alters 100 bis 120 Mal wiederholt. Die HLW wird fortgesetzt, bis ärztliche Hilfe kommt oder sich der Betroffene erholt hat.

HLW nur mit Herzdruckmassage

Bei einer HLW nur mit Herzdruckmassage (nur manuelle HLW) wird nur eine Herzdruckmassage ohne Beatmung durchgeführt. Eine HLW nur mit Herzdruckmassage wird aktuell empfohlen, wenn der Rettungshelfer keine HLW-Schulung erhalten hat oder nur in der Durchführung von Herzdruckmassagen geschult ist. Bei Säuglingen, Kindern und Menschen, bei denen der Herzinfarkt mit einem Atemstillstand einher zugehen scheint, z. B. bei Ertrinkenden, sollten Rettungshelfer eine künstliche Beatmung durchführen; wenn sie diese allerdings nicht durchführen möchten oder können, sollten sie eine HLW nur mit Herzdruckmassage durchführen.

Herzdruckmassagen können jemanden schnell ermüden, und dann zu einer Massage führen, die zu schwach ist, um wirksam zu sein. Wenn zwei Rettungshelfer vor Ort sind, sollten sie sich alle 2 Minuten abwechseln.

Eine ärztliche Notversorgung ist bei allen Menschen, die auf eine HLW ansprechen, notwendig.

Eine Herzdruckmassage bei einem Erwachsenen durchführen

Um eine Herzdruckmassage für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) durchzuführen, kniet ein Rettungshelfer auf einer Seite und lehnt sich mit gerade gehaltenen Armen über die Person und platziert beide Hände, eine auf der anderen, direkt oberhalb (in zwei Finger breiten Abstand) des untersten Teils des Brustbeins (bzw. des Processus xiphoideus bzw. Schwertfortsatzes). Bei Erwachsenen drückt der Rettungshelfer die Brust etwa 5 bis 6 Zentimeter ein. Die Brust wird etwa 100 bis 120 Mal pro Minute eingedrückt.

Eine Herzdruckmassage bei einem Erwachsenen durchführen

Eine Brustdruckmassage bei einem Säugling oder einem Kind durchführen

Eine Brustdruckmassage bei einem Säugling oder einem Kind durchführen

Weitere Informationen

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