Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Lazeration der Speiseröhre (Mallory-Weiss-Syndrom)

Von

Kristle Lee Lynch

, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2020| Inhalt zuletzt geändert Okt 2020
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Bei einer ösophagealen Lazeration (Mallory-Weiss-Syndrom) handelt es sich um einen Einriss, der nicht die Wand der Speiseröhre durchdringt.

  • Der Riss kann durch starkes Erbrechen entstehen.

  • Als Symptom ist unter anderem Blut im Erbrochenen zu sehen.

  • Die Diagnose basiert auf einer Endoskopie des oberen Verdauungstrakts.

  • Bei Bedarf umfasst die Behandlung Maßnahmen zur Blutstillung.

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein hohler Schlauch, der vom Rachen (Pharynx) bis zum Magen führt. (Siehe auch Übersicht über die Speiseröhre und Übersicht über Verletzungen der Speiseröhre.)

Eine Lazeration der unteren Speiseröhre und des oberen Teils des Magens bei heftigem Erbrechen, Würgen oder Aufstoßen wird als Mallory-Weiss-Riss bezeichnet. Bei dem Einriss können Blutgefäße reißen, die dann bluten. Das Mallory-Weiss-Syndrom wurde anfänglich bei Menschen mit einer Alkoholgebrauchsstörung beschrieben, kann aber bei allen Personen auftreten, die heftig erbrechen müssen.

Das Mallory-Weiss-Syndrom ist die Ursache von etwa 5 % der Blutungsvorfälle im oberen Verdauungstrakt (siehe hierzu auch Gastrointestinale Blutung).

Wussten Sie ...

  • Heftiges Erbrechen kann zum Einriss der Speiseröhre führen.

Symptome

In der Regel ist das Auftreten von hellrotem Blut in Erbrochenem das erste Symptom des Mallory-Weiss-Syndroms. Das Erbrechen von Blut wird Hämatemesis genannt. Einige Betroffene spüren einen stechenden Schmerz im unteren Brustbein, wenn die Speiseröhre während des Erbrechens reißt.

Diagnose

  • Endoskopie des oberen Verdauungstrakts

Ärzte gehen bei Menschen von einem Mallory-Weiss-Syndrom aus, wenn sie nach mindestens einem Brechanfall Blut im Erbrochenen haben. Wenn es sich nur um eine geringe Menge Blut handelt, warten Ärzte mit den Tests, da die Blutung von alleine aufhören kann.

Bei einer starken Blutung oder wenn diese nicht von alleine aufhört, wird eine Endoskopie durchgeführt. Bei einer oberen Endoskopie wird die Speiseröhre mit einem flexiblen Schlauch, dem Endoskop untersucht. Mit einer Endoskopie des oberen Verdauungstrakts kann der Arzt die Blutungsquelle sehen und manchmal gleich behandeln.

Wenn die Blutung schnell oder stark ist, wird manchmal eine Angiographie durchgeführt. Bei der Angiographie benutzt der Arzt einen Katheter, um eine Flüssigkeit (Kontrastmittel) in eine Arterie zu spritzen, die auf Röntgenaufnahmen sichtbar ist.

Behandlung

  • Maßnahmen zur Blutstillung

Die meisten Blutungen hören von alleine auf, aber manchmal muss eine Endoskopie durchgeführt und die Blutung gestillt werden. Dabei kann das verletzte Blutgefäß verödet oder verschlossen oder ein Arzneimittel in das Blutgefäß gespritzt werden.

Alternativ kann der Arzt im Rahmen einer Angiographie Vasopressin oder Adrenalin in das Blutgefäß spritzen, um den Blutfluss zu stoppen.

Personen, die viel Blut verlieren, benötigen eine Bluttransfusion.

Eine Operation zur Reparatur der Läsion ist selten erforderlich.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Testen Sie Ihr Wissen

Hiatushernie
Ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) ist eine abnorme Ausstülpung eines Teils des Magens durch das Zwerchfell, die Muskelplatte, welche die Thoraxhöhle vom Abdomen trennt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Ursache meistens nicht bekannt ist, erhöht welche der folgenden Optionen das Risiko, dass sich eine Hiatushernie entwickelt?

Auch von Interesse

NACH OBEN