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Hämorrhagische Kolitis

Von

Thomas G. Boyce

, MD, MPH, University of North Carolina School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Quellen zum Thema

Bei der hämorrhagischen Kolitis, einer Art Gastroenteritis, infizieren bestimmte Stämme des Bakteriums Escherichia coli den Dickdarm und bilden einen Giftstoff (das Shiga-Toxin), das zu blutigem Durchfall und anderen schweren Komplikationen führt.

  • Hämorrhagische Kolitis kann durch Giftstoffe (Toxine) hervorgerufen werden, die das Bakterium Escherichia coli bildet.

  • Erreger, die diese Krankheit verursachen, werden in der Regel durch Hackfleisch oder Wasser oder unpasteurisierte Milch übertragen.

  • Bauchkrämpfe und Durchfall, der blutig sein kann, sind die üblichen Symptome.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Untersuchung des Arztes und die Ergebnisse von Stuhltests.

  • Vorbeugende Maßnahmen sind unter anderem das gründliche Durchbraten von Fleisch und gründliches Händewaschen.

  • Zur Behandlung gehört das Trinken von ausreichenden Mengen Flüssigkeit.

Die hämorrhagische Kolitis kann bei Menschen aller Altersgruppen auftreten, ist aber bei Kindern und alten Menschen am häufigsten. Es gibt viele Stämme von Escherichia coli (E. coli), die eine blutige Dickdarmentzündung verursachen. In Nordamerika ist der am häufigsten vorkommende Virusstamm E. coli O157:H7. Diese Bakterien kommen natürlicherweise im Darm von 1 % der gesunden Rinder vor. Ausbrüche können durch Essen von halbgarem Rinderhackfleisch oder durch Trinken von nicht pasteurisierter Milch oder Saft entstehen. Durch den Konsum von mit Kuhdung verunreinigter Nahrung oder Wasser oder rohem Hackfleisch kann sich die Infektion ebenfalls verbreiten. Die Erkrankung kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, vor allem von Kindern in Windeln auf andere Menschen. Unzureichend gechlortes Schwimmbadwasser in Freibädern kann eine Infektionsquelle darstellen.

E.-coli-Giftstoffe schädigen die Schleimhaut des Dickdarms. Wenn die Giftstoffe in die Blutbahn gelangen, können sie auch andere Organe, z. B. die Nieren, beeinträchtigen.

Symptome

Schwere Bauchkrämpfe setzen plötzlich mit wässrigem Durchfall ein, der innerhalb von 24 Stunden blutig werden kann. Der Durchfall dauert normalerweise zwischen 1 und 8 Tagen. In der Regel tritt kein oder nur leichtes Fieber auf, das manchmal aber 39 °C übersteigen kann.

Etwa 5 bis 10 % der Menschen mit hämorrhagischer Kolitis entwickeln eine schwere Komplikation, das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom. Die Symptome umfassen Anämie (Mangel an roten Blutkörperchen, gekennzeichnet durch Müdigkeit, Schwäche und Blässe) aufgrund einer Zerstörung der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie), eine niedrige Blutplättchenzahl (Thrombozytopenie) und plötzliches Nierenversagen. Manche Personen mit hämolytisch-urämischem Syndrom entwickeln auch Komplikationen der Nerven oder Hirnschäden, wie Krampf- oder Schlaganfälle. Das hämolytisch-urämische Syndrom entwickelt sich in der Regel in der zweiten Krankheitswoche, manchmal mit vorangehendem steigendem Fieber. Das hämolytisch-urämische Syndrom tritt mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Kindern unter 5 Jahren und bei Menschen über 60 Jahren auf. Selbst ohne hämolytisch-urämisches Syndrom und dessen Komplikationen kann die hämorrhagische Kolitis bei älteren Menschen zum Tod führen.

Diagnose

  • Stuhltests

Ein Arzt vermutet normalerweise eine hämorrhagische Kolitis, wenn jemand blutigen Durchfall hat. Um die Diagnose zu stellen, lässt ein Arzt Stuhlproben auf Stämme von E. coli oder die Giftstoffe, die diese produzieren, untersuchen.

Weitere Untersuchungen, z. B. eine Sigmoidoskopie, können durchgeführt werden, wenn ein Arzt annimmt, dass eventuell andere Krankheiten den blutigen Durchfall verursachen.

Vorbeugung

  • Gründliches Durchbraten von Fleisch

  • Hygiene

Verbesserte Verarbeitungsverfahren in der Fleischproduktion haben in den Vereinigten Staaten dazu beigetragen, die Verunreinigungsrate des Fleisches mit E. coli zu reduzieren. Trotz dieser Maßnahmen kann Hackfleisch dennoch verunreinigt sein. Daher sollte Hackfleisch bei einer Innentemperatur von 71 °C gekocht werden oder bis die austretenden Säfte klar sind. Es sollte nur pasteurisierte Milch und Milchprodukte konsumiert werden.

Der Stuhl von infizierten Menschen sollte ordnungsgemäß entsorgt werden, die gute Hygienepraxis beachtet und die Hände sollten mit Seife gewaschen werden, um zu vermeiden, dass sich die Infektion ausbreitet. Kinder sollten keinen Durchfall mehr haben und zwei negative Stuhlproben vorweisen, bevor sie wieder in die Kindertagesstätte gebracht werden.

Ausbrüche von blutigen Durchfällen sollten den Gesundheitsbehörden gemeldet werden, da durch Interventionen verhindert werden kann, dass sich die Infektion auf andere Menschen überträgt. Die Kontaktdaten des lokalen Gesundheitsministeriums, an das Sie sich wenden müssen, finden Sie auf der Website oder im Telefonbuch.

Behandlung

  • Flüssigkeit trinken

  • Manchmal venöse Verabreichung von Flüssigkeiten

Der wichtigste Aspekt der Behandlung einer hämorrhagischen Kolitis ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Manchmal geht aber so viel Flüssigkeit verloren, dass sie vom Arzt durch Infusionen (intravenös) ersetzt werden muss. Antibiotika werden nicht gegeben, denn sie erhöhen das Risiko eines hämolytisch-urämischen Syndroms. Die Erkrankung kann auch von alleine verschwinden.

Personen, die Komplikationen entwickeln, brauchen wahrscheinlich eine intensivmedizinische Behandlung im Krankenhaus sowie eine Dialyse der Nieren und weitere spezielle Behandlungen.

Did You Know...

  • Antibiotika werden nicht bei blutiger Dickdarmentzündung verabreicht, die im Verdacht steht, durch E. coli verursacht worden zu sein, weil sie die Symptome nicht lindern, die Ausbreitung der Infektion nicht verhindern und sogar das Risiko für ein hämolytisch-urämisches Syndrom erhöhen.

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