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Internukleäre Ophthalmoplegie

Von

Michael Rubin

, MDCM, New York Presbyterian Hospital-Cornell Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Die internukleäre Ophthalmoplegie ist eine Beeinträchtigung der horizontalen Augenbewegungen, verursacht durch eine Schädigung bestimmter Verbindungen zwischen Nervenzentren im Hirnstamm (dem unteren Teil des Gehirns).

  • Bei einer internukleären Ophthalmoplegie sind die horizontalen Augenbewegungen beeinträchtigt, jedoch nicht die vertikalen.

  • Patienten mit internukleärer Ophthalmoplegie leiden bisweilen unter Doppeltsehen.

  • Beim Eineinhalb-Syndrom schaut das Auge auf der betroffenen Seite geradeaus, wenn der Betroffene versucht, zu einer Seite zu schauen; das andere Auge kann sich nach innen, jedoch nicht nach außen drehen, die Auf- und Ab-Bewegungen sind aber nicht beeinträchtigt.

  • Die Behandlung und Prognose (ob die Störung abklingt oder mit der Zeit ganz verschwindet) hängt von der Ursache der Beeinträchtigung der horizontalen Augenbewegungen ab.

Bei der internukleären Ophthalmoplegie sind die Nervenfasern beschädigt, die die horizontalen Bewegungen beider Augen koordinieren. Diese Fasern verbinden eine Gruppe von Nervenzellen (Zentren oder Kerne) des 3. Hirnnervs (okulomotorischer Nerv) des 4. Hirnnervs (Nervus trochlearis) sowie des 6. Hirnnervs (Nervus abducens).

In der Regel hat die internukleäre Ophthalmopolegie folgende Ursachen:

  • Bei älteren Menschen: Ein Schlaganfall (normalerweise ist nur ein Auge betroffen)

  • Bei jüngeren Menschen: Multiple Sklerose (es sind häufig beide Augen betroffen)

Weniger häufige Ursachen der internukleären Ophthalmoplegie sind unter anderem die Lyme-Borreliose, Tumoren, Kopfverletzungen, Mangelernährung wie Wernicke-Enzephalopathie und bestimmte Medikamente wie Phenothiazine (Antipsychotika), Opioide und trizyklische Antidepressiva.

Die Erkrankung beeinträchtigt die horizontalen Augenbewegungen (von einer Seite auf die andere), jedoch nicht die vertikalen (nach oben und unten). Das betroffene Auge kann sich zwar nicht nach innen, aber nach außen bewegen. Wenn nur ein Auge betroffen ist und der Betroffene zur Seite schaut, die gegenüber dem betroffenen Auge liegt, passiert Folgendes:

  • Das betroffene Auge, das sich nach innen bewegen sollte, kommt nicht über die Mittellinie hinaus. Das heißt, das betroffene Auge schaut geradeaus.

  • Das nicht betroffene Auge bewegt sich nach außen und macht dabei wiederholt und unbeabsichtigt zuckende Bewegungen, die Nystagmus heißen. Dabei bewegt sich das Auge schnell in eine Richtung und driftet dann langsam in die andere Richtung ab.

Menschen mit internukleärer Augenmuskellähmung können doppelt sehen, wenn sie zur Seite schauen, möglicherweise jedoch nicht, wenn sie geradeaus schauen.

Das Eineinhalb-Syndrom entsteht, wenn die Störung, welche die internukleäre Ophthalmoplegie verursacht, auch das Zentrum angreift, das die horizontalen Augenbewegungen steuert und koordiniert (horizontales Blickzentrum). Wenn der Betroffene versucht, seitwärts zu schauen, bleibt das Auge auf der geschädigten Seite bewegungslos in der Mitte stehen. Das andere Auge kann sich nach außen, jedoch nicht nach innen bewegen. Wie bei der internukleären Ophthalmoplegie sind die vertikalen Augenbewegungen nicht betroffen. Zu den Ursachen des Eineinhalb-Syndroms gehören Multiple Sklerose, Schlaganfall und Tumoren.

Bei der internukleären Ophthalmoplegie und dem Eineinhalb-Syndrom können sich die Augen nach innen bewegen, wenn der Betroffene nach innen schaut (wie beim Fokussieren eines nahen Gegenstands), obwohl sich die Augen nicht nach innen bewegen können, wenn er zur Seite schaut.

Behandlung und Prognose (ob die Störung abklingt oder mit der Zeit ganz verschwindet) hängen bei der internukleären Ophthalmoplegie und dem Eineinhalb-Syndrom von der Ursache der Störung ab.

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