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Überblick über Hirnnerven

Von

Michael Rubin

, MDCM, New York Presbyterian Hospital-Cornell Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Zwölf Nervenpaare – die Hirnnerven – verlaufen direkt vom Gehirn zu verschiedenen Bereichen von Kopf, Nacken und Hals. Einige Hirnnerven wirken bei den Sinnen (z. B. Sehen, Hören und Tasten) mit, andere steuern die Gesichtsmuskulatur oder regulieren die Drüsen. Die Nerven sind benannt und nummeriert (nach ihrer Lage, von der Vorderseite zur Rückseite des Gehirns).

Betrachtung der Hirnnerven

Zwölf Hirnnervenpaare gehen von der Unterseite des Gehirns hervor, verlaufen durch Schädelöffnungen und führen zu Kopf, Nacken und Hals. Die Nerven sind benannt und nach ihrer Lage von der Vorderseite zur Rückseite des Gehirns nummeriert. Daher ist der Riechnerv (Nervus olfactorius) der 1. Hirnnerv und der Zungenschlundnerv (Nervus hypoglossus) der 12. Hirnnerv.

Betrachtung der Hirnnerven

Schädigungen oder Fehlfunktionen folgender Strukturen können zu einer Störung der Hirnnerven führen:

Verletzungen, Tumoren, Entzündungen, Infektionen (z. B. Gürtelrose), eine unzureichende Blutversorgung (wie etwa bei Diabetes), Arzneimittel und Toxine können Hirnnerven direkt schädigen.

Bestimmte Erkrankungen der Hirnnerven verursachen Probleme bei der Bewegung der Augen. Die Augenbewegung wird durch drei Muskelpaare kontrolliert. Diese Muskeln bewegen das Auge nach oben und unten, rechts und links und diagonal. Sie werden von den folgenden Hirnnerven kontrolliert:

Wenn einer dieser Nerven oder die sie kontrollierende Hirnregion geschädigt ist, kann der entsprechende Muskel in unterschiedlichem Ausmaß gelähmt sein (Parese), und eine normale Augenbewegung ist eventuell nicht mehr möglich. Die Art der Beeinträchtigung der Augenbewegung hängt davon ab, welcher Nerv betroffen ist. Menschen mit einer dieser Lähmungen leiden ggf. an Doppeltsehen, wenn sie in bestimmte Richtungen schauen.

Wussten Sie ...

  • Bestimmte Erkrankungen der Hirnnerven verursachen Probleme bei der Bewegung der Augen und führen so zu Doppeltsehen.

Symptome

Die Symptome von Erkrankungen der Hirnnerven hängen davon ab, welcher Nerv wodurch geschädigt wurde. Bei Erkrankungen der Hirnnerven können Geruchssinn, Geschmackssinn, das Sehen, Sinneswahrnehmungen im Gesicht, der Gesichtsausdruck, das Gehör, der Gleichgewichtssinn, die Sprache, die Schluckfunktion und die Halsmuskeln beeinträchtigt sein. Beispielsweise kann das Sehen auf unterschiedliche Weise betroffen sein:

  • Wenn einer der 2. Hirnnerven (Sehnerv) geschädigt ist, kann die Sehkraft im betroffenen Auge ganz oder teilweise verloren gehen.

  • Wenn einer der drei Hirnnerven geschädigt ist, die die Augenbewegung steuern (3., 4. oder 6. Hirnnerv), können die Betroffenen ihre Augen nicht normal bewegen. Menschen mit einer dieser Lähmungen leiden ggf. an Doppeltsehen, wenn sie in bestimmte Richtungen schauen.

  • Bei einer Lähmung des 3. Hirnnervs (Nervus oculomotorius) können die Betroffenen das obere Augenlid nicht mehr bewegen. Es hängt über das Auge und beeinträchtigt das Sehen.

  • Wenn der 8. Hirnnerv (Hörnerv oder Nervus vestibulocochlearis) geschädigt oder in seiner Funktion gestört ist, kann der Betroffene schlecht hören und/oder sich benommen fühlen (Vertigo) und den Eindruck haben, er selbst drehe sich oder alles drehe sich um ihn herum – oder beides.

Hirnnervenstörungen können auch Gesichts- oder Kopfschmerzen unterschiedlicher Art verursachen.

Diagnose

  • Symptome

  • Untersuchungen der Hirnnervenfunktion

  • Normalerweise Magnetresonanztomographie

Wenn der Arzt eine Erkrankung eines Hirnnervs vermutet, stellt er dem Patienten detaillierte Fragen zu den Symptomen. Er überprüft zudem die Funktion der Hirnnerven, indem er den Patienten zu einfachen Aufgaben auffordert, z. B. ein sich bewegendes Objekt mit den Augen zu verfolgen.

Häufig ist eine Bildgebung des Gehirns mit Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich.

Tabelle
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Untersuchung der Hirnnerven

Hirnnervnummer

Bezeichnung

Funktion

Test

1.

Olfaktorisch

Geruch

Der Geruchssinn wird durch Aufforderung des Patienten, bestimmte sehr spezielle Gerüche zu benennen, untersucht, die direkt unter seine Nase platziert werden (Seife, Kaffee, Nelken). Jedes Nasenloch wird separat getestet.

2.

Optisch

Sehkraft

Die Fähigkeit, zu sehen, wird durch Aufforderung des Patienten, Sehprobentafeln zu lesen, untersucht. Das periphere (seitliche) Sehvermögen wird untersucht, indem der Patient gebeten wird, geradeaus zu schauen, während der Arzt einen Finger nach und nach von oben, unten, links und rechts ins Zentrum des Gesichtsfelds bewegt. Der Patient wird aufgefordert, mitzuteilen, wann er den Finger sehen kann.

Erkennen von Licht

Die Fähigkeit, Licht zu erkennen, wird durch Leuchten mit einem hellen Licht (z. B. Blitzlicht) in jede Pupille in einem abgedunkelten Raum untersucht.

3.

Okulomotorisch

Bewegung des Auges nach oben, unten und innen

Die Fähigkeit, das Auge nach oben, unten und innen zu bewegen, wird durch Aufforderung des Patienten, ein vom Arzt bewegtes Objekt zu verfolgen, untersucht.

Verengung (Striktur) oder Erweiterung (Dilatation) der Pupillen als Reaktion auf Lichtveränderungen

Die Reaktion der Pupillen auf Licht wird durch Leuchten mit einem hellen Licht (z. B. Blitzlicht) in jede Pupille in einem abgedunkelten Raum untersucht.

Heben der Augenlider

Das Oberlid wird auf Herabhängen untersucht (Ptosis).

4.

Trochlear

Bewegung des Auges nach unten und innen

Die Fähigkeit, jedes Auge nach unten und innen zu bewegen, wird durch Aufforderung des Patienten, ein vom Arzt bewegtes Objekt zu verfolgen, untersucht.

5.

Trigeminal

Gesichtsempfindung

Die Empfindung im Bereich des Gesichts wird mit einer Nadel und einem Wattebausch untersucht.

Der Augenschlag wird durch Berühren des Augenwinkels mit einem Wattebausch untersucht.

Kauen

Kraft und Bewegung der Muskeln, die den Kiefer steuern, werden durch Aufforderung des Patienten, die Zähne zusammenzubeißen und den Kiefer gegen einen Widerstand zu öffnen, untersucht.

6.

Abduzens

Bewegung des Auges nach außen

Die Fähigkeit, jedes Auge nach außen über die Mittellinie hinaus zu bewegen, wird durch Aufforderung des Patienten, seitwärts zu schauen, untersucht.

7.

Gesicht

Die Fähigkeit, die Muskeln im Gesicht zu bewegen (z. B. für Gesichtsausdrücke), Schmecken mit den vorderen zwei Dritteln der Zunge, Speichel- und Tränenproduktion sowie Steuerung der Gehörmuskeln

Die Fähigkeit, das Gesicht zu bewegen, wird durch Aufforderung des Patienten, zu lachen, den Mund zu öffnen und die Zähne zu zeigen sowie die Augen fest zu schließen, untersucht.

Der Geschmack wird mit süßen (Zucker), sauren (Zitronensaft), salzigen (Salz) und bitteren (Aspirin, Chinin, Aloe) Stoffen geprüft.

8.

Akustisch (vestibulocochleär)

Hören

Das Gehör wird mithilfe von Stimmgabel oder Kopfhörern untersucht, die Töne in unterschiedlichen Frequenzen (Tonlagen) und Lautstärken (Audiometrie) hervorbringen.

Gleichgewicht

Das Gleichgewicht wird durch Aufforderung des Patienten, auf einer geraden Linie zu laufen, untersucht.

9.

Glossopharyngeal

Schlucken, Würgereflex und Sprache

Weil sowohl der 9. als auch der 10. Hirnnerv Schlucken und Würgereflex steuern, werden sie gemeinsam untersucht.

Der Patient wird aufgefordert, zu schlucken. Der Patient wird aufgefordert, “ah-h-h” zu sagen, um die Bewegung von Gaumen (Dach des Mundes) und Gaumenzäpfchen (kleiner, weicher Fortsatz, der im Rücken des Halses herunterhängt) zu untersuchen.

Der Rachenhintergrund kann mit einem Zungenspachtel berührt werden, was bei den meisten Menschen den Würgereflex auslöst.

Der Patient wird aufgefordert, zu sprechen, um die nasalen Stimmgeräusche (eine weitere Untersuchung der Bewegung des Gaumens) zu untersuchen.

10.

Vagus

Schlucken, Würgereflex und Sprache

Steuert die Muskeln in einigen inneren Organen und den Puls

Diese Funktion wird nicht im Rahmen der Untersuchung der Hirnnerven getestet.

11.

Akzessorius

Halsdrehen und Schulterzucken

Der Patient wird aufgefordert, gegen einen vom Arzt gehaltenen Widerstand den Kopf zu drehen und mit den Schultern zu zucken.

12.

Unterzungennerv

Bewegung der Zunge

Der Patient wird aufgefordert, die Zunge herauszustrecken, wodurch die Abweichung zur einen oder anderen Seite untersucht wird.

Behandlung

  • Behandlung der Krankheitsursache

Die Behandlung einer spezifischen Erkrankung von Hirnnerven hängt von deren Ursache ab.

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