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Parkinsonismus

(Sekundärer Parkinsonismus; Atypischer Parkinsonismus)

Von

Hector A. Gonzalez-Usigli

, MD, HE UMAE Centro Médico Nacional de Occidente

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Kurzinformationen

Parkinsonismus bezieht sich auf Symptome der Parkinson-Krankheit (wie langsame Bewegungen und Tremor), die durch eine andere Erkrankung verursacht werden.

  • Parkinsonismus wird hervorgerufen durch Gehirnerkrankungen, Gehirnverletzungen oder bestimmte Arzneimittel und Toxine.

  • Wie Menschen mit Parkinson-Krankheit haben Menschen mit Parkinsonismus Tremor, der auftritt, wenn die Muskeln entspannt sind, steife Muskeln, bewegen sich langsam und haben Gleichgewichts- und Gehprobleme.

  • Die Ärzte versuchen die Ursache für den Parkinsonismus zu finden, indem sie nach Bedingungen fragen, von denen bekannt ist, dass sie diesen verursachen oder Bildgebungsuntersuchungen des Gehirns durchführen.

  • Die Ursache wird, wenn möglich, behandelt, Arzneimittel können zur Symptomlinderung eingesetzt werden und allgemeine Maßnahmen (wie die Erleichterung von Routineaufgaben) können die Funktionsfähigkeit der Betroffenen verbessern.

Ursachen von Parkinsonismus

Die häufigste Ursache für Parkinsonismus ist Folgendes:

  • Anwendung von Arzneimitteln, die den Wirkmechanismus von Dopamin blockieren oder beeinträchtigen

Bestimmte Arzneimittel beeinträchtigen oder blockieren die Wirkung von Dopamin und anderen chemischen Botenstoffen, die Nervenzellen helfen, miteinander zu kommunizieren (Neurotransmitter). So blockieren z. B. Antipsychotika, die zur Behandlung von Paranoia und Schizophrenie eingesetzt werden, die Wirkung von Dopamin. Dopamin ist der wichtigste Botenstoff in den Basalganglien (Ansammlung von Nervenzellen, die sich tief im Gehirn befinden), die dazu beitragen, die Muskelbewegungen flüssig zu machen.

Verschiedene andere Erkrankungen können Parkinsonismus verursachen:

Ein Parkinsonismus, der durch degenerative Störungen des Gehirns verursacht wird, wird atypischer Parkinsonismus genannt.

Symptome des Parkinsonismus

Parkinsonismus verursacht die gleichen Symptome wie die Parkinson-Krankheit. Hierzu gehört Folgendes:

  • Ein Tremor, der in einer Hand auftritt, während die Muskeln entspannt sind (ein Ruhetremor)

  • Steife Muskeln

  • Verlangsamte Bewegungen

  • Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und dem Gehen

Die Erkrankungen, die Parkinsonismus verursachen, können auch andere Symptome oder Varianten der Parkinson-Symptome verursachen.

Manche Symptome können darauf hinweisen, dass es sich bei der Ursache nicht um die Parkinson-Krankheit handelt. Hierzu gehört Folgendes:

  • Deutlicher Gedächtnisverlust bereits im ersten Jahr der Krankheit (was auf eine Demenz hindeutet)

  • Symptome des Parkinsonismus auf nur einer Körperseite (oftmals infolge bestimmte Gehirntumoren oder einer kortikobasalen ganglionären Degeneration)

  • Niedriger Blutdruck, Schwierigkeiten beim Schlucken, Obstipation und Harnprobleme infolge von Multisystematrophie

  • Stürze und Angewiesensein auf einen Rollstuhl in den ersten Monaten oder Jahren einer Erkrankung

  • Anomalien der Augenbewegungen

  • Halluzinationen und visuell-räumliche Probleme (z. B. Schwierigkeiten, zuhause einen bestimmten Raum zu finden oder ein Auto zu parken), die frühzeitig im Krankheitsverlauf auftreten

  • Symptome, die sich unter Behandlung mit Levodopa nicht bessern

  • Unfähigkeit, gesprochene oder geschriebene Sprache auszudrücken oder zu verstehen (Aphasie), Unfähigkeit, einfache gelernte Aufgaben auszuführen (Apraxie), und Unfähigkeit, Objekte mit ihrer üblichen Aufgabe oder Funktion in Zusammenhang zu bringen (Agnosie), infolge der kortikobasalen ganglionären Degeneration

Bei der kortikobasalen ganglionären Degeneration kommt es zu einem fortschreitenden Abbau der Hirnrinde (dem Teil des Gehirns, der die meisten Nervenzellen enthält) und der Basalganglien. Symptome treten meist bei Patienten über 60 Jahren auf.

Patienten mit kortikobasaler ganglionärer Degeneration weisen steife Muskeln auf, wobei eine Körperseite stärker betroffen ist als die andere. Mit fortschreitender Erkrankung wird die Bewegung der Gliedmaßen zunehmend schwieriger. Koordination und Gleichgewicht sind schlecht, die Muskeln zucken und das Schlucken wird erschwert. Das Denken ist beeinträchtigt und die Betroffenen haben Schwierigkeiten bei der Wortfindung, beim Sprechen und Verstehen von Worten. Viele Betroffene verlieren die Kontrolle über eine Hand (auf der stärker betroffenen Seite) – das sogenannte Alien-Hand-Syndrom. Die Hand bewegt sich womöglich von selbst. Zum Beispiel kann sie sich spontan öffnen oder eine Faust machen.

Diagnose des Parkinsonismus

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Normalerweise Bildgebung des Gehirns

  • Verwendung von Levodopa, um zu sehen, ob es hilft

Ärzte fragen nach vorherigen Erkrankungen, einer Belastung mit Giftstoffen und der Anwendung von Arzneimitteln/Drogen, die Parkinsonismus ausgelöst haben könnten.

Aufnahmen des Gehirns, wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), werden normalerweise durchgeführt, um nach einer strukturellen Erkrankung zu suchen, welche die Symptome verursachen könnte.

Wenn die Diagnose nicht eindeutig ist, geben die Ärzte dem Patienten möglicherweise Levodopa, ein Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, um eine Parkinson-Krankheit auszuschließen. Wenn das Arzneimittel zu einer eindeutigen Verbesserung führt, ist die Parkinson-Krankheit vermutlich die Ursache.

Behandlung des Parkinsonismus

  • Behandlung der Ursache, falls möglich

  • Manchmal Arzneimittel zur Linderung der Symptome

  • Allgemeine Maßnahmen, wie so aktiv wie möglich bleiben

Die Ursache des Parkinsonismus wird nach Möglichkeit behoben oder behandelt. Wenn ein Arzneimittel die Ursache ist, kann das Absetzen des Arzneimittels die Erkrankung heilen. Die Symptome können sich verringern oder verschwinden, wenn die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden kann.

Die Arzneimittel, die zur Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet werden (z. B. Levodopa), sind bei Personen mit Parkinsonismus oft nicht wirksam, können manchmal jedoch eine vorübergehende Besserung bringen.

Wenn ein Antipsychotikum, das ohne zeitliche Begrenzung eingenommen werden muss, störende Parkinson-Symptome hervorruft, ersetzt der Arzt dieses, falls möglich, durch ein anderes Antipsychotikum. Wenn das Arzneimittel nicht geändert werden kann, können Amantadin oder Anticholinergika wie Benztropin die Symptome lindern.

Nützlich sind die gleichen allgemeinen Maßnahmen, die eingesetzt werden, um Parkinson-Patienten dabei zu helfen, ihre Mobilität und Unabhängigkeit zu bewahren. Daher sollten Patienten Folgendes tun:

  • So aktiv wie möglich bleiben

  • Aktivitäten des täglichen Lebens vereinfachen

  • Bei Bedarf Hilfsgeräte einsetzen

  • Die Wohnstätte sicher gestalten (z. B. durch das Entfernen von Teppichen, um Stolpern zu vermeiden)

Physiotherapeuten und Ergotherapeuten können den Patienten helfen, diese Maßnahmen umzusetzen.

Eine gute Ernährung ist ebenfalls wichtig.

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