Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Kommentar: Ist Vaping sicherer als Rauchen? 5 Fakten über Vaping

Kommentar
24.03.2021 Judith J. Prochaska, PhD, MPH, Department of Medicine, Stanford University

Im Laufe der Jahrzehnte hat die Tabakindustrie angesichts von Bedenken im Bereich der öffentlichen Gesundheit versucht, Wege zu finden, um das Zigarettenrauchen weniger gefährlich zu machen. Einige der Veränderungen, wie zusätzliche Filter und die Vermarktung von „Light“-Zigaretten, waren eine Vortäuschung verringerter Schädlichkeit. Dies waren Markterfolge, welche die Schädlichkeit für die Verbraucher in Wirklichkeit nicht verringerten. Heute haben elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) und Vaping einen Ruf als sicherere Methode zum Konsum von Nikotin und möglicherweise als Methode zum Aufgeben brennbarer Zigaretten erlangt. Nikotin ist der aktive Inhaltsstoff im Tabak, der für seine angenehmen Wirkungen verantwortlich und als eine der am meisten suchterzeugenden Substanzen bekannt ist.

In diesem Leitartikel erörtere ich die relativen Schädigungen von Vaping im Vergleich zum Rauchen und die Evidenz bezüglich der Wirksamkeit von E-Zigaretten bei der Raucherentwöhnung.

1. Das Vaping von E-Zigaretten ist weniger schädlich als das Rauchen von Zigaretten.

Wenige Dinge sind so gefährlich wie das Rauchen einer traditionellen brennbaren Zigarette. Zigaretten führen bei zwei von drei Langzeitkonsumenten zum Tod. Im Vergleich zu Zigaretten sind E-Zigaretten wahrscheinlich pro Einheit weniger gefährlich, doch das bedeutet nicht, dass Vaping völlig sicher oder gesund ist.

Wenn man Rauch aus einer Zigarette einatmet, nimmt man Nikotin und andere Chemikalien in die Lunge auf, wo diese Chemikalien in den Blutkreislauf gelangen und dann schnell zum Gehirn wandern. Vaping folgt dem gleichen Prinzip, mit der Ausnahme, dass anstelle des Verbrennens von Tabakblättern, um das Nikotin freizusetzen, E-Zigaretten aus Kunststoff Batterien verwenden, um nikotinhaltige Flüssigkeit zu einem Aerosol zu erhitzen. Das eingeatmete Aerosol transportiert das Nikotin und einige andere Chemikalien zur Lunge, in den Blutkreislauf und dann schnell zum Gehirn. Die schnelle Zufuhr hoher Konzentrationen von Nikotin zum Gehirn führt zur Abhängigkeit. Je nach Gerät kann man vom Vaping genauso abhängig werden wie vom Rauchen.

Sowohl Vaping als auch Rauchen können zusätzlich zum Nikotin zahlreiche Substanzen abgeben, darunter Feinstpartikel, Schwermetalle, flüchtige organische Verbindungen und andere krebserregende Chemikalien. Allerdings sind die Konzentrationen dieser Giftstoffe beim Vaping in der Regel viel niedriger als beim Rauchen. Aus diesem Grund sollte eine komplette Umstellung auf Vaping zu geringeren Schädigungen führen, wenn jemand ein chronischer, starker Raucher ist. Die doppelte Verwendung (Rauchen plus Vaping) bringt jedoch keinen gesundheitlichen Nutzen und ist ziemlich verbreitet. Und die vermehrte Inanspruchnahme von Vaping seitens junger Leute, die ansonsten keine Zigaretten rauchen würden, stellt ein ernstes Problem für die öffentliche Gesundheit dar, weil mehr Heranwachsende in den Vereinigten Staaten ihrem Gehirn Nikotin aussetzen als in früheren Jahren.

2. Die Geschmacksrichtungen in E-Zigaretten ködern die Kids und können Zellen in der Lunge schädigen.

Mehr als 8 von 10 Teenagern in den USA, die über Vaping berichten, geben an, eine E-Zigarette ohne Tabakgeschmack zu verwenden. Chemikalien werden verwendet, um die Geschmacksrichtungen zu erzeugen (z. B. Mango, Minze, Bonbon-Aromen), die dazu beitragen, dass E-Zigaretten bei jungen Leuten so beliebt sind. Die CDC berichten, dass von den Teenagern, die im vergangenen Monat Nikotin dampften, 83 % ein Produkt ohne Tabakgeschmack verwendeten. Mehrere der Chemikalien, die zur Herstellung bestimmter Aromen verwendet werden, wie Pulegon (Minze) und Diacetyl (cremige Aromen), schädigen erwiesenermaßen Zellen in der Lunge. Obwohl diese Chemikalien die FDA-Zulassung für andere Konsumgüter erhalten haben, können sie schädliche Auswirkungen haben, wenn sie erhitzt und wiederholt in die Lunge inhaliert werden. Vaping kann die kleinen Atemwege der Lunge dauerhaft schädigen und die Immunfunktionen der Lunge beeinträchtigen.

3. Die Langzeitwirkungen von Vaping sind unbekannt.

Obwohl die dokumentierten Auswirkungen von Nikotin-Vaping chronischen Husten, Bronchitis, Verschlimmerung von Asthma und Lungenentzündung umfassen, sind E-Zigaretten nicht lange genug vorhanden, dass Forscher die mit ihrer Anwendung verbundenen Langzeitrisiken bestimmen können. Außerdem sind die Produkte sehr unterschiedlich, was Studien verkompliziert. Die Variabilität und das fehlende Wissen über die Produktsicherheit ist auf die Art und Weise zurückzuführen, wie E-Zigaretten auf den US-Markt gelangten und bisher weitgehend keiner Beschränkung unterliegen. Ein Gericht hat festgestellt, dass E-Zigaretten Tabakprodukte sind, und entschieden, dass sie auf dem freien Markt bleiben könnten, solange die Unternehmen keine therapeutischen Ansprüche geltend gemacht haben. Das heißt, die E-Zigarettenunternehmen konnten nicht behaupten, dass sie Personen beim Aufgeben des Rauchens geholfen haben. Die Unternehmen waren kreativ und vermarkteten stattdessen ihre Produkte als „Umstellungs“-Geräte oder verwendeten Produktnamen wie „Fin“, ein Wort mit lateinischen Wurzeln, das „Ende“ bedeutet. Aufgrund mangelnder Reglementierungen wurden Tausende verschiedener Produktlinien entwickelt und verkauft, die sich stark in ihrer Batterieleistung, ihren Aromen, ihren Nikotinkonzentrationen und anderen Komponenten unterscheiden. Die gerichtliche Entscheidung hat sich außerdem auf die Forschung ausgewirkt. In den USA können Forscher E-Zigaretten nicht in randomisierten kontrollierten Studien untersuchen, um herauszufinden, ob sie tatsächlich Personen helfen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die bisher beste Studie zur Raucherentwöhnung stammt aus dem Vereinigten Königreich. Erwachsene, die rauchten, erhielten eine Entwöhnungsberatung und wurden willkürlich eingeteilt, um entweder E-Zigaretten oder Nikotinersatzhilfen (wie das Nikotinpflaster oder den Nikotinkaugummi) zu erhalten. Diejenigen, welche den E-Zigaretten zugeteilt wurden, wiesen eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit auf, mit dem Rauchen aufzuhören (18 %), als diejenigen, welche Nikotinersatzhilfen erhielten (10 %). Von denjenigen, welche das Rauchen mittels der Verwendung von E-Zigaretten aufgegeben hatten, verwendeten jedoch 80 % ein Jahr später immer noch E-Zigaretten, während nur 9 % derjenigen, welche das Rauchen mittels der Verwendung von Nikotinersatzprodukten aufgegeben hatten, noch Nikotinersatz verwendeten. Bedenken bestehen dahingehend, dass E-Zigaretten die Abhängigkeit von Nikotin weiterführen können, wenn auch von einem Produkt, das weniger schädlich sein dürfte als das Rauchen, wenn die Umstellung abgeschlossen ist (Verwendung von keinem der beiden).

E-Zigaretten-Geräte können außerdem verwendet werden, um andere Substanzen zu verdampfen, einschließlich Cannabis und andere Drogen, und noch weniger ist über die damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen bekannt. Einige Cannabis-verdampfende Flüssigkeiten enthalten Vitamin-E-Acetat, das mit Lungenerkrankungen verknüpft war, die Ende 2019 zu einer Reihe von Krankenhausaufenthalten und Todesfällen führten, was Anlass zu Stellungnahmen seitens der Centers for Disease Control gab.

Das Fehlen von Reglementierungen, mangelnde Produktinformationen und die Einfachheit der Veränderung von E-Zigaretten bedeuten, dass man möglicherweise nicht weiß, was in ihnen steckt. Ähnlich verstrichen Jahrzehnte, bevor die Tabakindustrie gezwungen wurde, die Inhaltsstoffe in ihren tödlichen Zigaretten offenzulegen. Dieses Versäumnis der Offenlegung erschwert die Risikobewertung durch den Normalverbraucher und insbesondere durch junge Menschen und sogar Forscher.

4. Nikotin ist für junge Menschen gefährlicher.

Nikotin, ob geraucht oder verdampft, stellt eine Gefahr für das in der Entwicklung befindliche Gehirn dar. Die Exposition gegenüber Nikotin im Jugendalter kann das Gehirn verändern, welches sich bis zum Alter von Mitte 20 weiterhin entwickelt.

Darüber hinaus haben E-Zigarettenunternehmen die lange Tradition der Tabakindustrie weitergeführt, ihre Verkaufsbemühungen auf Teenager und junge Menschen abzuzielen. E-Zigarettenunternehmen werben stark im Fernsehen und am Verkaufsort, bezahlen Einflussnehmer auf sozialen Medien und kreieren kinderfreundliche Aromen in Produkten mit hohem Nikotingehalt, wodurch die Anzahl von Teenagern, die Nikotin ausgesetzt sind, erhöht worden ist.

5. Nikotin aufzugeben, kann hart sein – und es lohnt sich absolut.

Der beste Weg, eine Nikotinsucht zu vermeiden, besteht darin, von vornherein niemals zu rauchen, zu dampfen oder sonstige tabak- und nikotinhaltige Produkte zu verwenden, insbesondere in der Kindheit und Jugend, wenn sich das Gehirn noch entwickelt. Es ist für die Eltern wichtig, mit ihren Kindern über Rauchen und Vaping zu sprechen. Stellen Sie offene Fragen wie: Was hast du über Vaping gehört? Wie oft siehst du Vaping bei anderen Kids? Welche Bilder siehst du auf sozialen Medien? Seien Sie realistisch in Bezug auf die Risiken. Nikotin-Vaping ist weniger schädlich als Zigarettenrauchen, aber es bedeutet nicht, dass Vaping harmlos ist oder man einfach damit aufhören kann, wenn man erst einmal damit angefangen hat. Neugierde, Experimentierfreudigkeit und das Anpassen an Gleichaltrige können schnell zu einer lebenslangen Abhängigkeit mit gefährlichen und kostspieligen Folgen werden.

Für diejenigen, welche mit Rauchen oder Vaping aufhören oder die Bemühungen eines geliebten Menschen unterstützen wollen, gibt es eine Reihe von großartigen Ressourcen. Rufen Sie 1-800-QUIT-NOW an, um Ratschläge zum Aufhören, Empfehlungen an lokale Programme und in einigen Bereichen kostenlose Medikamente zur Entwöhnung zu erhalten. Besuchen Sie die Website Smokefree.gov bezüglich Informationen, Smartphone-Apps, Chats und Textfunktionen, um sich von Tabakprodukten und E-Zigaretten zu befreien. Die Truth Initiative bietet ein textbasiertes Vaping-Entwöhnungsprogramm für Teenager, junge Erwachsene und Eltern mit Informationen auf truthinitiative.org/quitecigarettes oder Text „DITCHJUUL“ auf 88709 an.

Um mehr über Konsum und Abhängigkeit von Nikotin zu erfahren, besuchen Sie die Manuals-Seite zum Vaping und die Seite zum Rauchen.

 Judith Prochaska, PhD, MPH

Testen Sie Ihr Wissen

Verringerte Libido bei Männern
Welche der folgenden Optionen ist die häufigste Ursache für anhaltend niedrige Libido oder verminderten Sexualtrieb bei Männern?