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Einige Infektionen beim Neugeborenen

Einige Infektionen beim Neugeborenen

Infektion

Übertragung

Symptome

Behandlung und Vorbeugung

Konjunktivitis

Bakterien wie Chlamydien oder Neisseria gonorrhoeae infizieren den Fötus während der Entbindung.

Chlamydien: Eine Bindehautentzündung entwickelt sich meist 5 bis 14 Tage nach der Geburt, manchmal aber auch erst 6 Wochen danach.

Neugeborene haben geschwollene Augenlider und die Augen sondern wässrigen Eiter ab.

Neisseria gonorrhoeae: Eine Bindehautentzündung entwickelt sich meist 2 bis 5 Tage nach der Geburt.

Die Neugeborenen leiden an einer schweren Entzündung der Augenlider und an einer Eiterabsonderung aus den Augen.

Ohne Behandlung kann dies zu Blindheit führen.

Chlamydien: Erythromycin wird vorbeugend als Augensalbe und oral als Therapie verabreicht.

Neisseria gonorrhoeae: Eine Augensalbe, die Polymyxin und Bacitracin, Erythromycin oder Tetracyclin enthält, wird zur Vorbeugung verwendet. Zur Behandlung wird das Antibiotikum Ceftriaxon intravenös gegeben.

Zytomegalieinfektion

Es wird davon ausgegangen, dass dieses Virus während der Schwangerschaft oder der Entbindung die Plazenta passiert.

Nach der Geburt können sich Neugeborene infizieren, wenn die Muttermilch das Virus enthält oder wenn sie eine kontaminierte Bluttransfusion erhalten.

Die meisten Neugeborenen zeigen keine Symptome.

Ungefähr 10 Prozent der Neugeborenen, die sich bei der Geburt infizieren, sind Frühgeburten, haben ein geringes Geburtsgewicht, einen kleinen Kopf, Gelbsucht, kleine Hämatome, ein verzögertes Wachstum, eine Entzündung der Lunge oder Augen sowie eine vergrößerte Leber und Milz.

Neugeborene, die sich nach der Geburt infizieren, können eine vergrößerte Leber und Milz, Hepatitis, eine geringe Anzahl von Thrombozyten, eine hohe Anzahl von weißen Blutkörperchen oder alle diese Symptome haben.

Gehörverlust, Sehverlust und intellektuelle Behinderung können auftreten.

Die Infektion kann nicht geheilt werden.

Ganciclovir kann eingesetzt werden, um einige der Symptome zu lindern.

Im ersten Lebensjahr sollte das Gehör der Neugeborenen wiederholt kontrolliert werden.

Hepatitis B

Wenn die Mutter infiziert ist, kann die Infektion während der Entbindung geschehen.

Chronische Lebererkrankungen (z. B. chronische Hepatitis oder Zirrhose) entwickeln sich, rufen aber normalerweise bis ins junge Erwachsenenalter keine Symptome hervor.

Alle Neugeborenen erhalten eine Impfung gegen das Hepatitis-B-Virus, bevor sie aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Bringt eine infizierte Mutter ein Kind zur Welt, erhält das Neugeborene innerhalb der ersten 12 Lebensstunden einen Impfstoff gegen das Hepatitis-B-Virus sowie Hepatitis-B-Immunglobulin.

Normalerweise wird das Virus (Herpes simplex) bei der Entbindung durch den infizierten Genitaltrakt der Mutter übertragen.

In der Regel tritt ein Ausschlag mit kleinen flüssigkeitsgefüllten Blasen auf.

Die Infektion kann weit ausgedehnt sein und viele Organe betreffen, z. B. die Augen, Lunge, Leber, Haut und das Gehirn.

Zu den weiteren Symptomen gehören Teilnahmslosigkeit, verringerte Muskelspannung, Atemnot, Atemaussetzer (Apnoe) und Krampfanfälle.

In diesem Fall wird das antivirale Medikament Acyclovir intravenös gegeben.

Augeninfektionen werden mit Trifluridin-Tropfen und intravenös mit Acyclovir behandelt.

Infektion durch HIV

Das Virus wird von der Mutter während der Schwangerschaft, der Wehen, der Geburt oder nach der Geburt durch das Stillen auf das Kind übertragen.

Die auftretenden Symptome reichen von gar keinen bis zu sehr schweren (AIDS).

Die Lymphdrüsen können geschwollen sein.

Die Infektion kann viele Organe betreffen, z. B. die Leber, Milz, Nieren, das Herz, Gehirn und das Rückenmark.

Zu den möglichen Symptomen gehören wiederkehrende Durchfälle, schlechte Gewichtszunahme, invasive bakterielle Infektionen sowie virale Infektionen.

Neben dem Einsatz von antiretroviralen Medikamenten werden das Gespräch mit einem Spezialisten sowie die Teilnahme an einer klinischen Studie empfohlen.

Eine frühe Diagnose und Behandlung der Infektionen kann helfen.

Infektion mit dem humanen Papillomavirus

Normalerweise infizieren sich die Neugeborenen während der Entbindung.

In der Luftröhre bilden sich Warzen, die das Schreien des Neugeborenen verändern und zu Atemproblemen und sogar einem Verschluss der Atemwege führen können.

Die Lunge kann infiziert werden.

Die Warzen werden chirurgisch entfernt.

Das Medikament Interferon kann das Risiko von wiederholt auftretenden Infektionen senken.

Mädchen bzw. Frauen zwischen 9 und 26 sollten sich impfen lassen.

Röteln

Während der Schwangerschaft kann das Virus die Plazenta passieren. Heutzutage ist die Infektion selten, da die Impfung routinemäßig durchgeführt wird.

Die Infektion ist schwerwiegender, wenn der Fötus früh in der Schwangerschaft infiziert wird.

Die Auswirkungen auf den Fötus reichen von Totgeburt bis hin zu Geburtsfehlern oder Gehörverlust ohne weitere Symptome.

Infizierte Neugeborene haben häufig ein niedriges Geburtsgewicht, Gehirnentzündung, grauen Star, Netzhautschädigung, Herzfehler, Leber- und Milzvergrößerung, blaue Flecken, bläulich-rote Hautläsionen, vergrößerte Lymphknoten und Lungenentzündung.

Es gibt keine spezielle Behandlung.

Zum Schutz vor einer Infektion sollten sich alle ungeimpften Frauen im gebärfähigen Alter vor einer Schwangerschaft impfen lassen.

Wenn eine werdende Mutter, die nicht immunisiert wurde, früh in der Schwangerschaft einen engen Kontakt mit einer infizierten Person hat, kann sie Injektionen mit Immunglobulin erhalten.

Syphilis

Das Bakterium (Treponema pallidum) wird über die Plazenta auf den Fötus übertragen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft an Syphilis erkrankt oder eine nicht ausgeheilte Syphilis hat.

Es kann zur Tot- oder Frühgeburt kommen.

Unter Umständen zeigt das Neugeborene keine Symptome.

Im ersten Lebensmonat können sich an Handflächen und Fußsohlen große Blasen oder ein flacher kupferfarbener Ausschlag bilden. Um die Nase und im Windelbereich können sich erhabene Knötchen bilden. Unter Umständen ist das Wachstum des Neugeborenen eingeschränkt. Es können Risse um den Mund auftreten oder Schleim, Eiter oder Blut aus der Nase laufen.

Normalerweise sind die Lymphknoten, die Leber und die Milz vergrößert.

Seltener treten Entzündungen der Augen oder des Gehirns sowie Krampfanfälle, Hirnhautentzündung oder intellektuelle Behinderungen auf, doch können diese Symptome auch erst auftreten, wenn das Kind 2 Jahre oder älter ist.

Vor der Geburt wird die Mutter mit Penicillin behandelt.

Ist die Mutter nach der Geburt immer noch infiziert, werden Mutter und Neugeborenes mit Penicillin behandelt.

Toxoplasmose

Während der Schwangerschaft kann der Parasit (Toxoplasma gondii) über die Plazenta von der Mutter auf den Fötus übertragen werden.

Die Infektion ist schwerwiegender, wenn der Fötus früh in der Schwangerschaft infiziert wird.

Möglicherweise zeigt der Fötus nur ein langsames Wachstum und wird vorzeitig geboren.

Das Neugeborene kann einen kleinen Kopf haben, eine Gehirnentzündung, Gelbsucht, Leber- und Milzvergrößerung sowie eine Herz-, Lungen- oder Augenentzündung.

Hautausschläge können auftreten.

Es wird empfohlen, während der Schwangerschaft nicht mit den Ausscheidungen von Katzen in Berührung zu kommen.

Die Übertragung von der Mutter auf den Fötus lässt sich verhindern, wenn die Mutter Spiramycin einnimmt.

Im späteren Schwangerschaftsverlauf kann bei einer Infektion des Fötus eine Kombination aus Pyrimethamin und Sulfonamid gegeben werden.

Infizierte Neugeborene werden mit Pyrimethamin, Sulfadiazin und Leucovorin behandelt.

Eine Entzündung des Herzens, der Lunge oder der Augen wird mit Kortikosteroiden behandelt.