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Einige Ursachen und Merkmale von Ohnmachtsanfällen

Einige Ursachen und Merkmale von Ohnmachtsanfällen

Ursache

Häufige Merkmale*

Tests†

Ernstzunehmende Ursachen

Erkrankungen der Herzklappen, z. B. eine Aortenstenose, Mitralstenose oder Versagen einer künstlichen Herzklappe

Kardiomyopathie (Erkrankung des Herzmuskels), insbesondere die hypertrophe Kardiomyopathie

Ohnmachtsanfall während oder nach körperlicher Aktivität, gefolgt von schneller Erholung

Bei jungen oder älteren Menschen

Häufig bei Personen, von denen bekannt ist, dass bei ihnen Herzgeräusche vorlagen

Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens)

Sehr langsame Herzfrequenz (meist weniger als 35 Schläge pro Minute), häufiger bei älteren Menschen

Sehr schnelle Herzfrequenz (meist über 150 Schläge pro Minute)

Ohnmachtsanfall ohne Warnsignale, gefolgt von sofortiger Erholung nach dem Aufwachen

Ohnmachtsanfall, der in jeder Position auftreten kann

Manchmal bei Einnahme bestimmter Medikamente, insbesondere Medikamente zur Behandlung von Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika)

EKG, manchmal ambulantes Langzeit-EKG (tragbarer Holter-Monitor, der 24 Stunden lang getragen wird, oder seltener ein Aufzeichnungsgerät, das unter die Haut eingesetzt wird)

Manchmal Blutuntersuchung zur Messung von Elektrolyten wie Natrium und Kalium

Lungenembolie (Blockierung einer Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel)

Häufig stechender Schmerz beim Einatmen, Kurzatmigkeit, schnelle Atmung und schnelle Herzfrequenz

Manchmal leichtes Fieber, blutiger Husten oder Kreislaufschock

Wahrscheinlicher bei Personen mit Risikofaktoren für Lungenembolie (z. B. bei früheren Blutgerinnseln, kürzlich erfolgten chirurgischen Eingriffen, insbesondere an den Beinen, längerer Bettruhe, Gipsbein oder Schiene am Bein, höherem Alter, Rauchen oder Krebs)

CT oder Szintigraphie der Lunge

Blutuntersuchung zur Erkennung von Blutgerinnseln (D-Dimer-Test)

Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Normalerweise bei älteren Patienten

Manchmal Beschwerden im Brustbereich, Gefühl von Verdauungsstörungen, Kurzatmigkeit oder Übelkeit

EKG

Blutuntersuchung zur Messung von Substanzen, die auf eine Herzschädigung hinweisen (kardiale Marker)

Starke allergische Reaktion (Anaphylaxie), die zu Blutdruckabfall führt

Ohnmachtsanfall während oder kurz nach Belastung mit einem Allergieauslöser, z. B. Medikament oder Insektenstich

Übermäßiges Schwitzen und blasse Hautfarbe

Bei Menschen mit oder ohne frühere Allergien

Normalerweise Nesselsucht, Keuchatmung oder Schwellung mancher Körperstellen (als angioneurotisches Ödem bekannt)

Allergietest

Niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie)

Ohnmachtsanfall, nachdem andere Symptome wie Verwirrtheit, Zittern und Schwitzen aufgetreten sind

Nicht ansprechbar oder verwirrt, was bis zur Behandlung der Person anhält

Fast ausschließlich bei Personen mit Diabetes

Blutzuckermessung durch Stich in den Finger

Unmittelbare Erholung nach Glukoseinfusion

Weniger schwerwiegende Ursachen

Erhöhter Druck im Brustbereich (z. B. aufgrund von Husten oder nach starkem Drücken bei Blasen- oder Darmentleerung)

Ohnmachtsanfall während einer Aktivität, die den Druck im Brustbereich erhöht

Warnsignale (zum Beispiel Schwindel, Übelkeit oder Schwitzen)

Schnelle, aber nicht unmittelbare Erholung (innerhalb von 5 bis 15 Minuten; der Betroffene kann sich aber noch mehrere Stunden unwohl fühlen)

Nur ärztliche Untersuchung

Starke emotionale Belastung (etwa Schmerzen, Furcht oder Schreck beim Sehen von Blut)

Ohnmachtsanfall während starker emotionaler Belastung

Warnsignale (zum Beispiel Schwindel, Übelkeit oder Schwitzen)

Schnelle, aber nicht unmittelbare Erholung (innerhalb von 5 bis 15 Minuten)

Meist offensichtliche Ursache

Nur ärztliche Untersuchung

Ohnmachtsanfall, dem manchmal Störungen des Tastsinns, Sehstörungen oder Störungen anderer Funktionen (Aura genannt) vorausgehen

Lichtempfindlichkeit

Nur ärztliche Untersuchung

Langes Stehen

Aufgrund früherer Ereignisse offensichtliche Ursache

Keine anderen Symptome

Nur ärztliche Untersuchung

Schwangerschaft

Bei gesunden Frauen im gebärfähigen Alter

Keine anderen Symptome

Meist bei Frauen in der Frühschwangerschaft oder bei nicht erkannter Schwangerschaft

Urin-Schwangerschaftstest

Hyperventilation

Häufig Kribbeln im Mundbereich oder in den Fingern vor einem Ohnmachtsanfall

Meist während oder als Reaktion auf eine emotional belastende Situation

Schnelle Atmung, die von der Person selbst oder von anderen nicht bemerkt wird

Typisch bei jüngeren Menschen

Nur ärztliche Untersuchung

Medikamente, die zur Senkung des Blutdrucks verabreicht werden (aber selten Betablocker), wie Schleifendiuretika und Nitrate

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Medikamente, die zu einem unregelmäßigen oder schnellen Herzschlag führen, indem sie sich auf die elektrische Aktivität des Herzens auswirken, wie Antipsychotika (hauptsächlich Phenothiazine), manche Antiarrhythmika, manche Antidepressiva und manche Antibiotika.

Manchmal Palpitationen und Benommenheit

Plötzlicher Bewusstseinsverlust

Ärztliche Untersuchung

EKG

Störung des vegetativen Nervensystems (verantwortlich für die Regulierung der inneren Körperprozesse, für die keine bewusste Anstrengung erforderlich ist, z. B. Blutdruck)

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Verlust an Leistungsfähigkeit aufgrund von Bettruhe über viele Tage

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Blutdruckabfall beim Aufstehen, während der Untersuchung erkannt

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Kipptisch-Test

Anämie

Benommenheit, gefolgt von Ohnmacht innerhalb weniger Minuten nach dem Aufsetzen oder Aufstehen

Chronische Erschöpfung

Manchmal dunkler Stuhl oder starke Menstruation

Ein großes Blutbild

Stuhluntersuchung auf Blut

* Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

† Bei allen Menschen wird nach einem Ohnmachtsanfall ein EKG durchgeführt und der Sauerstoffgehalt im Blut kann ggf. mit einem Sensor auf dem Finger (Pulsoximetrie) gemessen werden.

CT = Computertomographie, EKG = Elektrokardiographie, MRT = Magnetresonanztomographie.