Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link
Einige Ursachen und Merkmale von Kopfschmerzen

Einige Ursachen und Merkmale von Kopfschmerzen

Art der Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Primärkopfschmerzen (nicht infolge einer anderen Erkrankung)

Schwere, durchdringende Kopfschmerzen, welche

  • eine Seite des Kopfes betreffen und schwerpunktmäßig um das Auge liegen

  • 30 bis 180 Minuten andauern (in der Regel 30 Minuten bis 1 Stunde)

  • häufig zur gleichen Tageszeit auftreten

  • sich phasenweise gehäuft mit dazwischenliegenden beschwerdefreien Zeiten ereignen,

  • normalerweise durch Licht, Geräusche und Gerüche nicht verstärkt werden

  • nicht mit Erbrechen einhergehen

durch Unfähigkeit, sich hinzulegen, und Rastlosigkeit (manchmal durch besondere Unruhe ausgedrückt) charakterisiert sind

Auf der gleichen Seite wie der Schmerz: Laufende Nase, tränendes Auge, hängendes Augenlid (Horner-Syndrom) und manchmal Schwellung des Bereichs unter dem Auge

Ärztliche Untersuchung

Gelegentlich MRT oder CT vom Kopf, um andere Erkrankungen auszuschließen, insbesondere wenn die Kopfschmerzen erst kürzlich eingesetzt haben oder das Muster der Symptome sich geändert hat

Ein mittelstarker bis starker Kopfschmerz, der

  • typischerweise pulsierend oder pochend ist und in der Regel auf einer Kopfseite, manchmal jedoch auf beiden Seiten zu spüren ist

  • mehrere Stunden bis Tage andauert

  • durch Schlafmangel, eine Kopfverletzung, Hunger oder bestimmte Weine und Lebensmittel ausgelöst werden kann

  • durch körperliche Aktivität verstärkt werden kann

  • durch Schlaf gelindert wird

  • häufig von Übelkeit, Erbrechen und Empfindlichkeit auf laute Geräusche, helles Licht und/oder Gerüche begleitet wird

oft mit einem Gefühl beginnt, dass eine Migräne einsetzt (Prodrom oder Vorbote genannt), z. B. durch Stimmungswechsel, Appetitlosigkeit und Übelkeit

manchmal mit vorübergehenden Empfindungs- und Gleichgewichtsstörungen sowie Störungen von Muskelkoordination, Sprache oder Sicht auftritt, wie z. B. das Sehen von Blitzlichtern und blinden Flecken (diese Symptome nennt man Aura)

Wie bei Cluster-Kopfschmerzen

In der Regel ein leichter bis mittelstarker Kopfschmerz, der

  • sich anfühlt wie ein Band, das um den Kopf festgezogen wird, beginnend vorne am Kopf oder im Bereich um die Augen

  • sich über den gesamten Kopf ausbreitet

  • 30 Minuten bis mehrere Tagen dauert

  • am Tagesende stärker sein kann

  • durch körperliche Aktivität, Licht, Geräusche oder Gerüche nicht verschlimmert wird

  • nicht von Übelkeit, Erbrechen oder anderen Symptomen begleitet wird

Wie bei Cluster-Kopfschmerzen

Sekundärkopfschmerzen (aufgrund einer anderen Erkrankung)

Benommenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Erschöpfung, Schwäche, Reizbarkeit oder Schlafstörungen

Bei Menschen, die kürzlich einen großen Höhenunterschied erlebt haben (einschließlich Flugreisen von über 6 Stunden)

Ärztliche Untersuchung

Blutgerinnsel in einer großen Vene, die Blut aus dem Gehirn ableitet (Hirn- und Sinusvenenthrombose)

Kopfschmerzen, die

  • Täglich oder fast täglich erscheinen und schwankende Intensität haben

  • Beide Kopfseiten betreffen

Manchmal Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen, Übelkeit oder ein Klingeln in den Ohren, das zeitgleich mit dem Herzschlag zu hören ist (pulsierender Tinnitus)

Manchmal Krampfanfälle und Symptome, die denen eines Schlaganfalls ähneln (wie Lähmung eines Arms oder Beines und Verlust des Sehvermögens)

Ein Hirntumor, ein Abszess, oder eine andere Masse im Gehirn, so wie ein Bluterguss (Hämatom)

Ein leichter bis starker Kopfschmerz, welcher

  • zunehmend schlimmer werden kann

  • gewöhnlich immer häufiger wiederkehrt und letztendlich zu einem ständigen Schmerz ohne zwischenzeitliche Erleichterung wird

  • bei Positionswechsel zu einer verschwommenen Sicht führen kann

  • von Unbeholfenheit, Schwäche, Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfällen oder Sehstörungen begleitet wird

  • sich durch Hinlegen verschlimmert und sich verstärkt, wenn der Betroffene morgens aufwacht, oder ihn aus dem Schlaf weckt

MRT oder CT

Exposition gegenüber Kohlenmonoxid (im Winter kann dieses Gas eingeatmet werden, falls die Heizungsanlagen nicht ausreichend belüftet werden)

Die Exposition von Kohlenmonoxid kann unbewusst erfolgen, da dieses Gas farb- und geruchlos ist

Ein Bluttest

Zahninfektionen (der oberen Zähne)

Schmerzen, die

  • normalerweise am Gesicht und meistens an einer Seite gespürt wird

  • beim Kauen verstärkt werden

Zahnschmerzen

Zahnuntersuchung

Enzephalitis (Gehirninfektion)

Kopfschmerzen mit wechselnden Merkmalen

Oft begleitet von Fieber, zunehmender Benommenheit, Verwirrtheit, Erregung, Schwäche und/oder Unbeholfenheit

Krampfanfälle und Koma

MRT oder CT und Spinalpunktion

Ein pochender Schmerz, den man an der Schläfe auf einer Kopfseite spürt

Schmerz beim Frisieren oder Kauen

Gelegentlich empfindliche vergrößerte Schläfenarterien (Arteria temporalis) und Schmerzen, insbesondere an den Schultern, Oberschenkeln und Hüften

Möglicherweise Sehstörungen und Verlust des Sehvermögens

Häufiger bei Menschen über 55

Eine Blutuntersuchung, um die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) zu messen, wodurch eine Endzündung entdeckt werden kann

Biopsie der Schläfenlappenarterie

Bildgebende Verfahren wie MRT oder Magnetresonanzangiographie (MRA)

Glaukom (Grüner Star) – eine Art, die Engwinkelglaukom genannt wird – beginnt abrupt (akut)

Mäßige oder starke Schmerzen, die vorne am Kopf oder in bzw. über dem Auge auftreten

Rote Augen, Halo-Erscheinungen um die Lichtquellen, Übelkeit, Erbrechen und Verlust des Sehvermögens

Eine möglichst umgehende Augenuntersuchung

Kopfverletzung (postkommotionelles Syndrom)

Kopfschmerzen, die unmittelbar oder kurz nach einer Kopfverletzung beginnen (mit oder ohne Bewusstseinsverlust)

Manchmal ein fehlerhaftes Gedächtnis, Persönlichkeitsveränderungen oder beides

CT oder MRT

Idiopathische intrakranielle Hypertonie (Überdruck im Schädel ohne irgendeine bekannte Ursache)

Kopfschmerzen, die

  • Täglich oder fast täglich erscheinen und schwankende Intensität haben

  • Beide Kopfseiten betreffen

Manchmal Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen, Übelkeit oder ein Klingeln in den Ohren, das zeitgleich mit dem Herzschlag zu hören ist (pulsierender Tinnitus)

MRT und Magnetresonanzvenographie mit anschließender Spinalpunktion

Intrazerebrale Blutung (Blutung im Gehirn)

Leichte oder starke Schmerzen, die

  • Plötzlich beginnen

  • Auf einer oder beiden Kopfseiten auftreten

  • Oft von Übelkeit und manchmal von Erbrechen gefolgt sind

Möglicherweise mit starker Benommenheit, Unbeholfenheit, Schwäche, Sprach- und Verständnisschwierigkeiten, Verlust des Sehvermögens, Empfindungsverlust oder Verwirrtheit einhergehen

Gelegentlich Krampfanfälle oder Koma

CT oder MRT

Niederdruckkopfschmerzen (treten auf, wenn Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit† entnommen wird oder austritt)

Starke Kopfschmerzen, häufig begleitet von einem steifen Nacken und Fieber

Schmerzen, die sich im Sitzen oder Stehen verstärken und beim Flachliegen abklingen

Treten meist nach einer Spinalpunktion (Lumbalpunktion) auf

Ärztliche Untersuchung

Wenn die Kopfschmerzen von alleine auftreten (nicht nach einer Spinalpunktion) MRT, nachdem ein Kontrastmittel in eine Vene injiziert wurde

Chronische und häufig tägliche Kopfschmerzen, die sich in der Lage und Intensität unterscheiden

Häufig vorhanden, wenn der Betroffene morgens aufwacht

Häufig bei Menschen, die an Migräne oder Spannungskopfschmerzen leiden

Übermäßiger Einsatz von Schmerzmitteln (Analgetika wie NSAR oder Opioide), Koffein oder manchmal Triptanen oder weiteren Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen

Ärztliche Untersuchung

Starke, andauernde Kopfschmerzen

Fieber

Steifer Hals, der das Senken des Kinns auf die Brust schmerzhaft und manchmal unmöglich macht

Ein Krankheitsgefühl, Übelkeit oder Erbrechen

Eine Spinalpunktion (in der Regel mit vorangegangenem CT)

Schmerzen, die

  • Manchmal am Gesicht, vorne am Kopf oder als Zahnschmerz gespürt werden

  • Plötzlich beginnen können und nur Tage oder Stunden dauern oder allmählich beginnen und anhaltend sind

Eine laufende Nase, manchmal mit Eiter oder Blut

Ein Krankheitsgefühl, möglicherweise nächtlicher Husten und oft Fieber

Ärztliche Untersuchung

Unter Umständen CT der Nebenhöhlen oder Nasenendoskopie

Subarachnoidalhämatom (Blutung zwischen den inneren und mittleren Gewebeschichten, die das Gehirn umhüllen)

Starke, konstante Schmerzen, die

  • Plötzlich beginnen und innerhalb von Sekunden ansteigen (Donnerschlagkopfschmerz)

  • Oft als die schlimmsten Kopfschmerzen beschrieben werden, die jemals erlebt wurden

Möglicherweise kurzzeitiger Bewusstseinsverlust bei Einsatz der Kopfschmerzen

Unter Umständen Benommenheit, Verwirrtheit, Schwierigkeiten beim Aufwachen oder Koma

Steifer Nacken und Übelkeit und Erbrechen

MRT oder CT

Spinalpunktion, wenn die MRT- oder CT-Ergebnisse negativ sind

Subduralhämatom (eine Bluttasche zwischen den äußeren und mittleren Gewebeschichten, die das Gehirn umhüllen)

Kopfschmerzen mit wechselnden Merkmalen

Möglicherweise Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Vergesslichkeit und/oder Schwäche oder Lähmung der einen Körperseite

Häufiger bei älteren Menschen und Demenzkranken sowie Menschen, die Antikoagulanzien‡ einnehmen oder alkoholabhängig sind

MRT oder CT

Schmerz beim Kauen harter Nahrung

Manchmal Schmerzen in oder rund um den Kiefer oder im Nacken

Manchmal Klicken oder Knallen beim Öffnen des Mundes, gesperrter Kiefer oder Schwierigkeit, den Mund weit zu öffnen

Körperliche Untersuchung, manchmal zahnärztliche Untersuchung

Gelegentlich MRT, Röntgenaufnahmen oder CT

Trigeminusneuralgie

Wiederholte kurze, blitzartige Schmerzen in der Mitte und der unteren Hälfte auf einer Seite des Gesichts

Ärztliche Untersuchung

* Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

† Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit ist die Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt und sie stützt und schützt.

‡ Antikoagulanzien sind Medikamente, die das Blutgerinnungsrisiko senken oder den Gerinnungsprozess verlangsamen.

CT = Computertomographie; MRT = Magnetresonanztomographie; NSAR = nichtsteroidale Antirheumatika.