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Arzneimittel im Überblick

Von

Shalini S. Lynch

, PharmD, University of California San Francisco School of Pharmacy

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Gemäß dem US-amerikanischen Gesetz ist ein Arzneimittel jedwede Substanz, die (im Unterschied zu Nahrungsmitteln oder Geräten) zur Verwendung bei der Diagnose, Heilung, Linderung und Behandlung oder Vorbeugung einer Erkrankung oder zur Beeinflussung der Struktur oder Funktion des Körpers bestimmt ist. (Orale Kontrazeptiva sind ein Beispiel für Arzneimittel, die sich auf Funktionen des Körpers statt eine Krankheit auswirken.) Diese umfassende Definition eines Arzneimittels ist, wenn sie auch für rechtliche Zwecke wichtig ist, eher kompliziert für die alltägliche Verwendung. Einfacher und praktikabler lässt sich ein Arzneimittel als chemische oder biologische Substanz definieren, die auf den Körper und seine Prozesse wirkt.

Im englischen Sprachgebrauch wird das Wort Drug auch für eine Substanz gebraucht, die ein angenehmes Sinneserlebnis verschafft. Im deutschen Sprachgebrauch verwenden wir die Begriffe Arzneimittel und Droge. Die übermäßige und anhaltende Verwendung bewusstseinsverändernder Substanzen ohne medizinische Notwendigkeit begleitet den sinnvollen medizinischen Gebrauch dieser Mittel seit Menschengedenken. Einige Arzneimittel, die in diese Kategorie fallen, haben legitime medizinische Zwecke, andere jedoch nicht (siehe Überblick über substanzbezogene Störungen).

Verschreibungspflichtige Arzneimittel oder rezeptfreie Arzneimittel

Von Rechts wegen werden zwei Kategorien von Arzneimitteln unterschieden: verschreibungspflichtige (rezeptpflichtige) und nicht verschreibungspflichtige (rezeptfreie oder freiverkäufliche) Arzneimittel.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel sind solche, deren Einnahme nur unter ärztlicher Aufsicht als sicher gilt. Sie dürfen nur nach Verordnung durch einen Mediziner mit gesetzlicher Verschreibungsbefugnis an Patienten ausgegeben werden. (Dazu zählen beispielsweise Ärzte, Zahnärzte, Fußspezialisten, Fachpflegekräfte, medizinische Fachangestellte oder Tierärzte.)

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind solche, die auch ohne ärztliche Aufsicht sicher angewandt werden können (wie etwa Aspirin) und rezeptfrei erhältlich sind. In den USA entscheidet die Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) darüber, welche Arzneimittel rezeptpflichtig und welche freiverkäuflich sind.

Nahrungsergänzungsmittel (wie Heilpflanzen und Ergänzungspräparate) sind zur Ergänzung der Ernährung vorgesehen. Diese Produkte können Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Kräuter oder andere pflanzliche Stoffe enthalten. Da Nahrungsergänzungsmittel nicht als Arzneimittel eingestuft werden, bedürfen sie vor dem Markteintritt keiner Genehmigung durch die FDA und müssen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit nicht dieselben Standards wie Arzneimittel erfüllen. Obwohl diese Produkte nicht als Arzneimittel klassifiziert sind, können sie im Körper auf dieselbe Weise wie ein Arzneimittel wirken und gesundheitliche Probleme verursachen, wenn sie nicht korrekt oder in zu großen Mengen eingenommen werden. Da diese Produkte die FDA-Standards hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit nicht erfüllen, dürfen sie für sich auch nicht beanspruchen, bestimmte medizinische Zustände zu behandeln.

Arzneimittelbezeichnungen

Kenntnisse über Arzneimittelbezeichnungen können dazu beitragen, die Kennzeichnung von Arzneimitteln besser zu verstehen. Jedes Arzneimittel hat mindestens drei Bezeichnungen – eine chemische, eine generische (nicht-proprietäre oder offizielle) Bezeichnung und einen Handelsnamen (Markennamen) (siehe Randleiste Was steckt in einem Namen?).

Die chemische Bezeichnung beschreibt die atomare und molekulare Struktur des Arzneimittels. Dieser Name ist gewöhnlich zu komplex und zu lang für den allgemeinen Gebrauch. Deshalb legt ein offizielles Gremium einen generischen Namen für ein Arzneimittel fest.

Generische Namen für Arzneimittel einer bestimmten Art (Klasse) haben in der Regel dieselbe Endung. So enden z. B. die Namen aller Betablocker, die u. a. zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, auf „-lol" (bspw. Metoprolol und Propranolol).

Der Markenname wird von dem pharmazeutischen Unternehmen ausgewählt, das das Arzneimittel herstellt. Patentierte Arzneimittel werden in der Regel unter einem Markennamen verkauft. Generika dieser Handelsmarken, also Nachahmerprodukte mit demselben Wirkstoff, die nach Ablauf des Patents lizenzfrei hergestellt werden dürfen, können unter der generischen Bezeichnung (bspw. Ibuprofen) vertrieben werden, aber auch unter einem eigenen Markennamen (z. B. Advil).

Arzneimittelgruppen

Es ist auch nützlich, wenn man weiß, zu welcher Gruppe ein Arzneimittel gehört. Grundsätzlich werden Arzneimittel nach therapeutischen Gruppen eingeteilt, sprich bei welcher Erkrankung bzw. welchem Symptom sie eingesetzt werden. So nennt man Medikamente zur Behandlung von hohem Blutdruck Antihypertensiva (Hypertonie, medizinischer Fachbegriff für Bluthochdruck) und Arzneimittel gegen Übelkeit Antiemetika (Emesis, medizinischer Fachbegriff für Erbrechen). Innerhalb einer therapeutischen Gruppe werden Arzneimittel nach Klassen unterteilt. Manche Klassen basieren darauf, wie das Arzneimittel den Körper beeinflusst. Diuretika, Calciumkanalblocker, Betablocker und ACE-­Hemmer gehören beispielsweise zu den unterschiedlich wirkenden Klassen der Antihypertensiva.

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