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Ambulant erworbene Lungenentzündung

Von

Sanjay Sethi

, MD, University at Buffalo SUNY

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2020| Inhalt zuletzt geändert Dez 2020
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Quellen zum Thema

Ambulant erworbene Lungenentzündungen (Pneumonien) sind Lungeninfektionen, die sich bei Menschen außerhalb eines Krankenhauses entwickeln.

  • Zahlreiche Bakterien, Viren und Pilzinfektionen können eine Lungenentzündung verursachen.

  • Das häufigste Krankheitssymptom bei einer Lungenentzündung ist Husten mit Auswurf, aber auch Brustschmerzen, Schüttelfrost, Fieber und Kurzatmigkeit sind verbreitet.

  • Eine ambulant erworbene Lungenentzündung wird durch Abhorchen der Lunge mit einem Stethoskop und Auswertung von Röntgenaufnahmen oder Computertomographie-(CT)-Scans des Brustkorbs diagnostiziert.

  • Antibiotika, antivirale oder antimykotische Medikamente werden je nach der vermuteten Ursache für die Lungenentzündung (Pneumonie) eingesetzt.

Ursachen für ambulant erworbene Lungenentzündungen

Viele verschiedene Erreger können eine ambulant erworbene Lungenentzündung auslösen, darunter Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. In den meisten Fällen wird der spezifische Mikroorganismus, der die Lungenentzündung verursacht, nicht festgestellt. Die wahrscheinlichsten Mikroorganismen können aber aufgrund des Alters und anderer Faktoren, zum Beispiel, ob die betroffene Person noch an anderen Erkrankungen leidet, vermutet werden. Von einer ambulant erworbenen Lungenentzündung spricht man in der Regel dann, wenn sie durch eines der weiter verbreiteten Bakterien oder Viren ausgelöst wird.

Die „wandernde Pneumonie“ ist eine nicht-medizinische Bezeichnung, um einen leichten Fall der ambulant erworbenen Lungenentzündung zu beschreiben, bei der keine Bettruhe und kein Krankenhausaufenthalt notwendig sind. Manche Personen fühlen sich sogar so gut, dass sie arbeiten gehen und an anderen täglichen Aktivitäten teilnehmen können. Die Ursache ist häufig eine virale Lungenentzündung oder eine bakterielle Infektion mit Mycoplasma pneumoniae oder Chlamydophila pneumoniae.

Bakterielle Ursachen der Lungenentzündung

Die häufigsten bakteriellen Ursachen einer ambulant erworbenen Lungenentzündung sind:

  • Streptococcus pneumoniae

  • Haemophilus influenzae

  • Chlamydophila pneumoniae

  • Mycoplasma pneumoniae

Streptococcus pneumoniae Streptokokken-Infektionen Streptokokken-Infektionen werden durch mehrere Streptococcus-Arten hervorgerufen. Diese grampositiven kugelförmigen Bakterien (siehe Abbildung Wie Bakterien sich entwickeln) sind Auslöser zahlreicher... Erfahren Sie mehr (Pneumokokken) verursacht in den USA jedes Jahr etwa 900.000 Fälle von Lungenentzündung. Es gibt mehr als 90 Pneumokokkenarten, jedoch werden die schwersten Erkrankungen nur von einer kleinen Anzahl von Arten verursacht. Die Pneumokokkenpneumonie kann vor allem bei kleinen Kindern und älteren Menschen sehr schwer verlaufen.

Chlamydophila pneumoniae Chlamydien- und andere Nicht-Gonokokken-Infektionen Chlamydieninfektionen sind Geschlechtskrankheiten der Harnröhre, des Gebärmutterhalses und des Rektums, die von dem Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht werden. Diese Bakterien können... Erfahren Sie mehr Chlamydien- und andere Nicht-Gonokokken-Infektionen ist die zweithäufigste Ursache für Lungeninfektionen bei gesunden Menschen im Alter von 5 bis 35 Jahren. C. pneumoniae ist häufig für Ausbrüche von Atemwegsinfektionen in Familien, Studentenwohnheimen und militärischen Ausbildungslagern verantwortlich. Der Erreger löst eine Lungenentzündung aus, die nur selten schwerwiegend ist und nicht häufig einen Krankenhausaufenthalt notwendig macht. Chlamydia psittaci (Psittakose Papageienkrankheit: eine ungewöhnliche Form der Lungenentzündung Ambulant erworbene Lungenentzündungen (Pneumonien) sind Lungeninfektionen, die sich bei Menschen außerhalb eines Krankenhauses entwickeln. Zahlreiche Bakterien, Viren und Pilzinfektionen können... Erfahren Sie mehr ) ist eine seltene Infektion, die durch einen anderen Chlamydienstamm verursacht wird und bei Vogelbesitzern oder Menschen, die mit Vögeln in Kontakt kommen, auftritt.

Mycoplasma pneumoniae Chlamydien- und andere Nicht-Gonokokken-Infektionen Chlamydieninfektionen sind Geschlechtskrankheiten der Harnröhre, des Gebärmutterhalses und des Rektums, die von dem Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht werden. Diese Bakterien können... Erfahren Sie mehr Chlamydien- und andere Nicht-Gonokokken-Infektionen führt zu einer Infektion, die der durch C. pneumoniae verursachten sehr ähnlich ist. Die durch M. pneumoniae verursachte Lungenentzündung (Pneumonie) kommt bei älteren Kindern und Erwachsenen bis 40 Jahren häufiger vor, besonders, wenn sie sich in beengten Verhältnissen, wie in Schulen, Studentenwohnheimen und Kasernen aufhalten. Auch wenn die Krankheit selten schwer verläuft, können die Symptome wochen- oder sogar monatelang anhalten.

Legionella pneumophila Legionella-Infektionen Legionella-Infektionen werden durch das gramnegative Bakterium Legionella pneumophila verursacht und betreffen meist die Lunge, wo sie eine Lungenentzündung und grippeähnliche Symptome hervorrufen... Erfahren Sie mehr verursacht eine Lungenentzündung und grippeähnliche Symptome, was manchmal als Legionärskrankheit bezeichnet wird. Sie macht ca. 1 bis 8 Prozent aller Lungenentzündungen und rund 4 Prozent der tödlich verlaufenden nosokomial erworbenen Lungenentzündungen aus. Legionellen leben im Wasser. Masseninfektionen gibt es vorwiegend in Hotels und Krankenhäusern, wo sich die Bakterien über Klimaanlagen und Wasserleitungen (z. B. Duschen) verbreiten können. Bisher ist nicht bekannt, dass sich Menschen gegenseitig direkt anstecken können.

Staphylococcus aureus Staphylococcus-aureus-Infektionen Das Bakterium Staphylococcus aureus ist die gefährlichste der zahlreichen Arten von Staphylokokken. Dieses grampositive kugelförmige Bakterium (siehe Abbildung Wie Bakterien sich entwickeln)... Erfahren Sie mehr Staphylococcus-aureus-Infektionen verursacht eine Lungenentzündung (Pneumonie), die gegen einige Arten von Antibiotika resistent ist. Dieses Bakterium ist als ambulant erworbenes Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (CA-MRSA) bekannt und kann vor allem bei jungen Erwachsenen eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der ambulant erworbenen Lungenentzündungen gestiegen, die durch S. aureus verursacht werden, aber die Infektion ist immer noch selten.

Virale Ursachen der Lungenentzündung

Häufige Viren, die zu einer ambulant erworbenen Lungenentzündung führen können, sind unter anderem:

Durch Pilze ausgelöste Lungenentzündung

Zu den pilzbedingten Ursachen einer ambulant erworbenen Lungenentzündung zählen:

Lungenentzündungen verursachende Parasiten

Parasiten, die bei Personen in Industrieländern zu einer ambulant erworbenen Lungenentzündung führen, sind unter anderem

Papageienkrankheit: eine ungewöhnliche Form der Lungenentzündung

Die Papageienkrankheit (Psittakose) ist eine seltene Lungenentzündung, die durch Chlamydophila psittaci verursacht wird, ein Bakterium, das hauptsächlich bei Papageien, Aras, Sittichen und Wellensittichen vorkommt. sich aber auch bei anderen Vogelarten wie Tauben, Finken, Hühnern und Truthühnern findet.

Menschen infizieren sich meist, indem sie Staub der Federn oder des Kots von infizierten Vögeln einatmen. Der Erreger kann auch durch den Biss eines infizierten Vogels sowie seltener als Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die Psittakose kommt vor allem bei Vogelhaltern oder Personen, die in Zoohandlungen oder auf Geflügelfarmen arbeiten, vor.

Etwa 1 bis 3 Wochen nach der Infektion treten Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit und Appetitlosigkeit auf. Es entwickelt sich ein anfangs trockener Husten, später mit grünlichem (dicken oder verfärbtem) Auswurf. Das Fieber hält 2 bis 3 Wochen an und geht dann langsam zurück. Die Krankheit kann mild oder schwer sein, was vom Alter des Patienten und dem Ausmaß des betroffenen Lungengewebes abhängt.

Bluttests, um zu bestimmen, ob die Person eine bestimmte Art von Antikörpern aufweist, die auf eine kürzlich erfolgte Infektion mit Chlamydophila psittaci hinweisen, sind die verlässlichste Methode zu Bestätigung der Diagnose, wobei die Infektion bei Menschen mit Kontakt zu Vögeln in der Regel bereits vermutet werden kann.

Vogelzüchter und -halter können sich schützen, indem sie keinen Staub aus Federn und Käfigen kranker Vögel einatmen. Importeure müssen anfällige Vögel 45 Tage lang mit Tetrazyklin behandeln, wodurch man die Erreger normalerweise loswird.

Beim Menschen wird die Papageienkrankheit während mindestens 10 Tagen mit oral einzunehmendem Tetrazyklin behandelt. Vor allem bei schwerem Verlauf kann sich die Genesung lange hinziehen. Bei Patienten mit schwerer unbehandelter Psittakose kann die Sterberate bis zu 30 Prozent betragen. Die meisten werden aber bei entsprechender Behandlung wieder gesund.

Symptome von ambulant erworbenen Lungenentzündungen

Zu den Symptomen einer ambulant erworbenen Lungenentzündung zählen:

  • Ein allgemeines Schwächegefühl (Malaise)

  • Husten

  • Kurzatmigkeit

  • Fieber

  • Schüttelfrost

  • Schmerzen im Brustkorb

Der Husten ist bei älteren Kindern und Erwachsenen normalerweise von Auswurf (fester oder verfärbter Schleim) begleitet, bei Kleinkindern, jüngeren Kindern und älteren Menschen hingegen trocken. Die Kurzatmigkeit ist in der Regel leicht und tritt vor allem bei Bewegung auf. Die Brustschmerzen sind beim Einatmen oder Husten meist stärker. Einige Patienten weisen auch Schmerzen im Oberbauch auf.

In beiden Altersextremen können unterschiedliche Symptome auftreten. Manchmal kann eine Lungenentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern zu Reizbarkeit und Unruhe führen. Ältere Personen können verwirrt sein oder ein vermindertes Bewusstsein aufweisen. Sowohl bei älteren Menschen als auch bei kleinen Kindern kann es sein, dass Brustschmerzen und Kurzatmigkeit nicht kommuniziert werden können. Es kommt häufig zu Fieber, was aber bei älteren Personen nicht der Fall sein muss.

Diagnose von ambulant erworbenen Lungenentzündungen

  • Ärztliche Untersuchung

  • Für gewöhnlich Röntgenaufnahme oder Computertomographie (CT) des Brustkorbs

Unabhängig davon, welche Lungenentzündung vermutet wird, horcht der Arzt oder die Ärztin die Brust des Patienten mit einem Stethoskop ab, um zu einer Diagnose zu kommen. Diese wird in der Regel durch Röntgenaufnahmen oder CT-Scans des Brustkorbs bestätigt.

Ärzte müssen in der Regel keine weiteren Tests durchführen, um zu bestimmen, welcher Organismus die Lungenentzündung (Pneumonie) verursacht. Die meisten Organismen werden mit einer Standardbehandlung wirksam behandelt und die Feststellung, welcher Organismus genau die Pneumonie ausgelöst hat, ändert an der Behandlung nichts. Wenn dies jedoch erforderlich sein sollte, wird versucht, den Erreger aus einer Sputum-, Blut- oder Urinprobe heranzuzüchten. Weniger als die Hälfte dieser Versuche sind erfolgreich.

Manchmal deuten auch die Symptome oder die Risikofaktoren auf die Ursache der Lungenentzündung hin. So könnten Vogelhalter an Psittakose leiden. Der Arzt kann daher detaillierte Fragen zu der Arbeit, den Hobbys oder kürzlichen Reisen stellen. Gewisse Kombinationen von Risikofaktoren und Symptomen können auf die Legionellen-Infektion hinweisen. Wenn die Patienten zunächst für Grippe Symptome Influenza (Grippe) ist eine Virusinfektion der Lunge und der Atemwege mit einem der Influenza-Viren. Sie verursacht Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen (Myalgie)... Erfahren Sie mehr oder Windpocken Symptome Windpocken sind eine hoch ansteckende Virusinfektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, das einen charakteristischen juckenden Ausschlag verursacht, der aus kleinen, erhabenen Blasen oder verkrusteten... Erfahren Sie mehr Symptome typische Symptome haben, sind die meisten Lungenentzündungen bakterielle Formen, die in einer Lunge ihren Ursprung haben, die bereits durch ein Virus entzündet ist. Manchmal führen eine Grippe und Windpocken auch direkt zu einer Lungenentzündung.

Prognose bei ambulant erworbenen Lungenentzündungen

Die meisten Personen mit einer ambulant erworbenen Lungenentzündung erholen sich davon. Lungenentzündungen können jedoch auch tödlich verlaufen, besonders bei Kleinkindern und älteren Menschen. Bei Infektionen mit Legionellen ist die Sterblichkeitsrate wahrscheinlich deswegen höher, weil die Betroffenen schon vor ihrer Erkrankung generell in einem schlechten Allgemeinzustand waren.

Vorbeugung gegen ambulant erworbene Lungenentzündungen

Behandlung von ambulant erworbenen Lungenentzündungen

  • Antibiotika

  • Manchmal Virostatika oder Antimykotika

Von ärztlicher Seite werden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, um zu beurteilen, ob Patienten zu Hause behandelt oder aufgrund eines hohen Risikos von Komplikationen in ein Krankenhaus eingeliefert werden sollen. Einige dieser Faktoren sind u. a.:

  • Alter

  • Vorhandensein einer anderen Erkrankung wie Krebs oder eine Leber-, Herz- oder Lungenerkrankung

  • Besorgniserregende Befunde bei der körperlichen Untersuchung oder bei Tests

  • Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen, oder mögliche Betreuung zu Hause

Antibiotika werden so rasch wie möglich gegeben. Ärzte können Antibiotika aufgrund der Schwere der Infektion und des Risikos für Komplikationen verschreiben (siehe Tabelle Wie wird eine ambulant erworbene Lungenentzündung behandelt? Wie wird eine ambulant erworbene Lungenentzündung behandelt? Ambulant erworbene Lungenentzündungen (Pneumonien) sind Lungeninfektionen, die sich bei Menschen außerhalb eines Krankenhauses entwickeln. Zahlreiche Bakterien, Viren und Pilzinfektionen können... Erfahren Sie mehr ). Darüber hinaus erhalten Patienten Flüssigkeit, Medikamente zur Linderung von Fieber und Schmerzen, sowie bei Bedarf Sauerstoff.

Weil der Krankheitserreger schwierig zu bestimmen sein kann, werden Antibiotika gegen Lungenentzündungen aufgrund der wahrscheinlichsten Ursache und des Schweregrads der Krankheit ausgewählt.

Unter antibiotischer Behandlung verbessert sich der Zustand der meisten Patienten mit einer bakteriellen Lungenentzündung. Wenn sich keine Besserung einstellt, wird nach einer anderen Diagnose, ungewöhnlichen Erregern, einer Resistenz gegen das eingesetzte Antibiotikum, einer Infektion mit einem zweiten Erreger, einer Ausbreitung der Infektion über die Lunge hinaus (z. B. in das Brustfell [Pleura]) oder einer anderen Störung (wie z. B. ein Problem mit dem Immunsystem oder eine Blockade [Obstruktion] der Lunge) gesucht, weswegen sich die Genesung verzögern könnte.

Zur Behandlung einer Lungenentzündung (Pneumonie) durch eine Grippe können Virostatika wie Oseltamivir, Zanamivir oder Baloxavir gegeben werden. Gegen eine Lungenentzündung aufgrund von Windpocken wird Acyclovir gegeben. Wenn jemand mit einer vermuteten viralen Lungenentzündung sehr krank wird, oder innerhalb von ein paar Tagen nach der Aufnahme der Behandlung keine Besserung eintritt, können für den Fall, dass Bakterien die Lunge infiziert haben, ebenfalls Antibiotika verschrieben werden.

Zur Behandlung einer durch Pilzen verursachten Lungenentzündung (Pneumonie) können Antimykotika verabreicht werden.

Manchmal werden im Rahmen der Nachsorge etwa 6 Wochen nach der Behandlung Röntgenaufnahmen des Brustkorbs gemacht, um sicherzustellen, dass keine auffälligen Befunde mehr zu sehen sind. Bei Rauchern und älteren Menschen kann die Nachsorge wichtiger sein, um sicherzustellen, dass die auffälligen Befunde auf dem Röntgenbild lediglich auf eine Lungenentzündung und nicht auf eine zugrundeliegende Krebserkrankung mit Lungenentzündung hindeuten.

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