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Akute Bronchitis

Von

Sanjay Sethi

, MD, University at Buffalo SUNY

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jan 2018| Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Die akute Bronchitis bezeichnet die durch eine Infektion verursachte Entzündung der Luftröhre (Trachea) und der Atemwege, die von der Luftröhre abzweigen (Bronchien).

  • Akute Bronchitis wird in der Regel durch eine Virusinfektion ausgelöst.

  • Symptome einer gewöhnlichen Erkältung mit anschließendem Husten deuten in der Regel auf eine akute Bronchitis hin.

  • Die Diagnose gründet sich hauptsächlich auf die Symptome.

  • Die meisten Behandlungen, wie z. B. mit fiebersenkenden Medikamenten und Hustenstillern, werden zur Linderung der Symptome angewendet, bis der Krankheitsschub vorbei ist.

  • Meistens sind keine Antibiotika notwendig.

Bronchitis kann auf folgende Weise auftreten:

  • Akut

  • Chronisch

Die Symptome einer akuten Bronchitis halten für gewöhnlich einige Tage bis ein paar Wochen an. Doch auch eine Bronchitis, die bis zu 90 Tage andauert, wird normalerweise noch als akute Bronchitis bezeichnet. Hält sie Monate oder sogar Jahre an, wird sie als chronische Bronchitis eingestuft. Spricht man von „Bronchitis“, ist meist die akute Form gemeint.

Chronische Bronchitis zusammen mit einem verminderten Luftstrom beim Ausatmen (exspiratorischer Luftstrom) gilt als typisches Merkmal einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). An dieser Stelle wird ausschließlich die akute Bronchitis besprochen.

Der Kontakt mit Reizstoffen, wie Rauch, Smog, Staubpartikel und Dämpfe (von Reizstoffen wie starken Säuren, Ammoniak, gewissen organischen Lösungsmitteln, Chlor, Schwefelwasserstoff, Schwefeldioxid und Brom) kann die Luftröhre und die Bronchien ebenfalls entzünden und zu ähnlichen Symptomen wie bei einer akuten Bronchitis führen.

Ursachen

Die akute Bronchitis wird durch folgende Infektionen ausgelöst

  • Viren (am häufigsten)

  • Bakterien

Was bei einer Bronchitis geschieht

Bei einer Bronchitis entzünden sich Bereiche der Innenwand der Bronchien; sie schwellen an, und es wird mehr Schleim produziert. Als Folge davon ist der Atemweg verengt.

Was bei einer Bronchitis geschieht

Eine Bronchitis tritt meist im Winter auf.

Eine virale Bronchitis kann durch eine ganze Reihe von Viren ausgelöst werden, unter anderem durch das Grippevirus. Selbst nach einer überstandenen Virusinfektion kann ein Reiz bestehen bleiben, der noch während Wochen Symptome hervorruft.

Gelegentlich schließt sich eine bakterielle Bronchitis einer Virusinfektion der oberen Atemwege an. Mycoplasma pneumoniae, Chlamydia pneumoniae und Bordetella pertussis (das Keuchhusten verursacht) gehören zu den Bakterien, die eine akute Bronchitis verursachen. Bakterielle Ursachen einer akuten Bronchitis sind wahrscheinlicher, wenn viele Personen betroffen sind (Ausbruch).

Wenn es bei Personen mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD, Bronchiektasen oder Mukoviszidose zu einer Entzündung der Luftröhre und Bronchien kommt, wird diese als Schub (Exazerbation) der Grunderkrankung und nicht als akute Bronchitis eingestuft.

Symptome

Eine infektiöse Bronchitis beginnt in der Regel mit den Anzeichen einer Erkältung: laufende Nase, Halsschmerzen, Müdigkeit und Frösteln. Rücken- und Muskelschmerzen können zusammen mit leicht erhöhter Temperatur (37,5–38 °C) ebenfalls auftreten, vor allem wenn die Infektion auf eine Grippe zurückzuführen ist. Einsetzender Husten (zu Anfang meist trocken) ist das erste Anzeichen einer akuten Bronchitis.

Bei einer viralen Bronchitis werden oft kleine Mengen an weißem Schleim abgehustet. Dieser Schleim wird im weiteren Verlauf oft grünlich oder gelblich. Die Farbveränderung bedeutet aber nicht, dass auch eine bakterielle Infektion vorliegt, sondern nur, dass entzündete Zellen in die Luftröhre gelangt sind und den Auswurf verfärben.

Wussten Sie ...

  • Das Husten von gelbem oder grünem Auswurf bedeutet nicht, dass die Infektion durch Bakterien verursacht wird.

Wenn die Bronchitis schwer ist, kann das Fieber auf 38–39 °C ansteigen und 3 bis 5 Tage anhalten. Höheres Fieber ist ungewöhnlich, sofern die Bronchitis nicht durch eine Grippe ausgelöst wurde. Der Husten ist das letzte Symptom, das abklingt, und hält oft 2–3 Wochen oder noch länger an. Viren können die Epithelzellen schädigen, welche die Bronchien innen auskleiden. Um diese Schäden zu reparieren, braucht der Körper Zeit.

Eine häufige Begleiterscheinung akuter Bronchitis ist eine Überempfindlichkeit der Atemwege, bei der sich diese vorübergehend verengen und die Lunge nur wenig Luft aufnehmen und ausstoßen kann. Die Luftzufuhr kann auch durch das Einatmen allgemeiner Reizstoffe (z. B. Parfüm, starke Gerüche oder Abgase) oder kalter Luft behindert werden. Bei stark verminderter Luftzufuhr kann es zu Atemnot kommen. Keuchen, insbesondere nach einem Hustenanfall, ist ein häufiges Symptom.

Bei älteren Personen können ungewöhnliche Symptome einer Bronchitis, wie Verwirrtheit oder schnelle Atmung, statt Fieber und Husten, auftreten.

Zu ernsthaften Komplikationen wie einer akuten Ateminsuffizienz oder einer Lungenentzündung (Pneumonie) kommt es in der Regel nur bei älteren Menschen oder bei Personen, die Probleme mit der Immunabwehr haben.

Diagnose

  • Gelegentlich Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Die Diagnose einer Bronchitis stützt sich in der Regel auf die Symptome. Hohes und/oder anhaltendes Fieber könnte auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) hinweisen. Bei der körperlichen Untersuchung kann ein Keuchen zu hören sein.

Manchmal werden Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs gemacht, um eine Lungenentzündung (Pneumonie) auszuschließen, zum Beispiel, wenn Rasselgeräusche oder eine Lungenstauung vernommen wurde oder der Patient in Atemnot ist.

Eine Probe aus dem Rachen oder der Nase kann zur Bestimmung von Influenza-Viren oder Bordetella pertussis entnommen werden, wenn eine Infektion mit diesen Organismen wahrscheinlich scheint. Auswurf wird gewöhnlich nur dann untersucht, wenn bei Röntgenaufnahmen des Brustkorbs oder bei der ärztlichen Untersuchung Hinweise auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) aufkommen. Wenn der Husten länger als 2 Wochen anhält, werden Röntgenaufnahmen gemacht, um andere Lungenerkrankungen wie z. B. Lungenkrebs auszuschließen.

Behandlung

  • Behandlungen zur Linderung der Symptome

Bei Erwachsenen lassen sich allgemeine Krankheitssymptome und Fieber mit Aspirin, Acetaminophen oder Ibuprofen lindern; für Kinder wird nur Acetaminophen und Ibuprofen empfohlen; Aspirin ist nicht geeignet, da sie dadurch ein höheres Risiko eines Reye-Syndroms haben.

Patienten mit akuter Bronchitis sollten viel trinken, besonders, wenn sie auch noch Fieber haben.

Zur Behandlung einer Bronchitis kommen Antibiotika nur zum Einsatz, wenn Bakterien die Ursache sind (zum Beispiel bei einem Ausbruch). Wenn Antibiotika verwendet werden, dann meist Azithromycin oder Clarithromycin.

Antibiotika helfen bei einer viralen Bronchitis nicht. Die Behandlung mit einem antiviralen Medikament (Virostatikum) wie Oseltamivir oder Zanamivir kann die Genesung bei einer Grippe beschleunigen (unabhängig davon, ob sie zu einer akuten Bronchitis führt), wenn es innerhalb von 48 Stunden nach Einsetzen der Symptome verabreicht wird.

Wussten Sie ...

  • Die akute Bronchitis wird für gewöhnlich am besten ohne Antibiotika behandelt.

Bei Kindern lassen sich sehr geringe Symptome einer eingeschränkten Luftzufuhr durch Vernebeln oder Verdampfen von Wasser lindern. Bei stärker betroffenen Kindern und Erwachsenen mit Keuchatmung können Bronchodilatatoren zum Inhalieren eingesetzt werden, welche die Bronchien erweitern und dadurch die Atemwege öffnen und das Keuchen reduzieren.

Hustenmedikamentekönnen eingenommen werden, um trockenen, vor allem im Schlaf störenden Husten zu unterdrücken. Die Wirksamkeit dieser Medikamente ist allerdings nicht klar. Auch sollte ein produktiver Husten mit viel Auswurf normalerweise nicht unterdrückt werden. Schleimlösende Medikamente (Expectorantien) können in diesem Fall helfen, die Sekrete zu verflüssigen und leichter abzuhusten, aber es ist nicht klar, ob diese Maßnahme wirklich etwas nützt.

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