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Höhenkrankheit

Von

The Manual's Editorial Staff

Überprüft/überarbeitet Mrz 2023
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Was versteht man unter Höhenkrankheit?

Die Höhenlage wird anhand der Entfernung zum Meeresspiegel gemessen. Je weiter nach oben man in höheren Höhenlagen steigt, umso weniger Sauerstoff enthält die Luft.

Die Höhenkrankheit tritt auf, wenn man sich in einer Höhenlage befindet, deren Luft weniger Sauerstoff enthält, als man normalerweise gewohnt ist. Für viele Menschen liegt diese Grenze bei 2400 Meter. Manche Menschen können in höhere Höhenlagen aufsteigen, ohne Symptome zu zeigen.

  • Je höher und schneller man aufsteigt, umso wahrscheinlicher ist es, dass man eine Höhenkrankheit bekommt.

  • Die meisten Menschen leiden lediglich an Kopfschmerzen, Müdigkeit, Magenbeschwerden und Schlafstörungen.

  • Manche Menschen ziehen sich allerdings eine gefährliche Hirnschwellung oder Flüssigkeitsansammlung in der Lunge zu.

  • Die Höhenkrankheit lässt sich am besten behandeln, indem man in tiefere Höhenlagen hinabsteigt.

  • Einer Höhenkrankheit beugt man vor, indem man langsam in höhere Höhenlagen hinaufsteigt.

  • Bestimmte Medikamente können ebenfalls helfen, eine Höhenkrankheit zu verhindern.

Welche Formen von Höhenkrankheit gibt es?

Es gibt 3 Formen von Höhenkrankheit:

  • Akute Höhenkrankheit: Die leichteste Form der Höhenkrankheit mit Symptomen, die normalerweise 1 oder 2 Tage anhalten

  • Höhenhirnödem (HACE): Ein seltener und manchmal tödlicher medizinischer Notfall, der eine Schwellung im Gehirn verursacht

  • Höhenlungenödem (HAPE): Ein schwerer und manchmal tödlicher medizinischer Notfall, der zu Atemproblemen und Flüssigkeitsansammlung in der Lunge führt

Wodurch wird die Höhenkrankheit verursacht?

Die Höhenkrankheit entsteht durch das Reisen in Höhenlagen, in denen die Luft, die man einatmet, weniger Sauerstoff enthält. Man trägt ein höheres Risiko für die Entwicklung von Symptomen einer Höhenkrankheit, wenn man zu schnell in höhere Höhenlagen reist oder in einer höheren Höhenlage einschläft.

Ein erhöhtes Risiko für eine Höhenkrankheit besteht bei folgenden Personen:

  • Sie hatten schon einmal Schwangerschaftsdiabetes.

  • Sie leben normalerweise in sehr niedrigen Höhenlagen

  • Sie strengen sich beim Aufsteigen zu sehr an (Überanstrengung)

Medizinische Probleme wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Herzerkrankungen sind KEINE Risikofaktoren für eine Höhenkrankheit. Wenn Sie jedoch eine ernst zu nehmende medizinische Erkrankung haben, können niedrige Sauerstoffspiegel in großen Höhenlagen gefährlich sein.

Was sind die Symptome einer Höhenkrankheit?

Die Symptome hängen davon ab, an welcher Form von Höhenkrankheit man leidet.

Bei der akuten Höhenkrankheit nach einer Reise von 6 bis 10 Stunden Dauer in über 2400 Höhenmetern können Sie folgende Symptome haben:

  • Kopfschmerzen

  • Benommenheit

  • Appetitverlust, Magenbeschwerden oder Erbrechen

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Reizbarkeit

  • Schlafstörungen

Ein Höhenhirnödem (HACE) führt zu einer Hirnschwellung, die Folgendes verursachen kann:

  • Kopfschmerzen

  • Verwirrtheit

  • Unsicherer und schwerfälliger Gang

Wenn ein HACE nicht rasch behandelt wird, kann es zu Krampfanfällen, Koma und Tod führen.

Ein Höhenlungenödem (HAPE) kann 24 bis 96 Stunden nach einem schnellen Aufstieg in große Höhenlagen auftreten. Die Symptome verschlimmern sich nachts beim Hinlegen und können sich sehr schnell verschlechtern. HAPE verursacht Lungenprobleme, wie zum Beispiel:

  • Trockener Husten und Kurzatmigkeit nach leichter Aktivität

  • Kurzatmigkeit im Ruhezustand

  • Bläuliche Verfärbung von Haut, Lippen und Nägeln

  • Manchmal ringen Betroffene nach Luft, husten rosafarbenen oder blutigen Schleim nach oben und machen beim Atmen gurgelnde Geräusche.

Wird ein HAPE nicht rasch behandelt, kann es tödlich verlaufen.

Menschen, die in hohen Höhenlagen leben, können sich ein HAPE zuziehen, wenn sie nach einem kurzen Aufenthalt in niedrigeren Höhenlagen wieder nach Hause zurückkehren. Diese Störung wird Höhenlungenödem bei Rückkehr (Reentry Pulmonary Edema) genannt.

Selbst wenn man sich keine dieser Formen von Höhenkrankheit zuzieht, kann man an Symptomen leiden, die auf große Höhenlagen zurückzuführen sind, unter anderem:

  • Anschwellen der Hände, Füße und des Gesichts – das kommt oft vor und verschwindet in der Regel nach einigen Tagen wieder

  • Kopfschmerzen ohne andere Symptome einer akuten Höhenkrankheit

  • Kleine Blutungen im hinteren Teil des Auges (Netzhautblutungen), nach einer Reise über 2800 Höhenmeter

Netzhautblutungen können manchmal einen kleinen blinden Punkt in Ihrem Sehbereich verursachen, aber der blinde Fleck verschwindet nach Rückkehr in niedrigere Höhenlagen wieder.

Woran erkennt der Arzt eine Höhenkrankheit?

Der Arzt erkennt eine Höhenkrankheit oft anhand der auftretenden Symptome. Er kann aber auch Folgendes vornehmen:

  • Mit einem Stethoskop die Brust abhören, um festzustellen, ob sich Flüssigkeit in der Lunge angesammelt hat

  • Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs erstellen

  • Die Sauerstoffmenge im Blut messen

Wie wird eine Höhenkrankheit behandelt?

Die Behandlung hängt von den Symptomen und davon ab, an welcher Form von Höhenkrankheit man leidet. Der erste Schritt zur Behandlung aller Formen von Höhenkrankheit ist:

  • In niedrigere Höhenlagen zurückkehren

Bei leichten Symptomen empfiehlt der Arzt das Folgende:

  • Ruhe

  • Erst wieder in größere Höhenlagen gehen, wenn die Symptome verschwunden sind

  • Viel trinken

  • Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen gegen die Kopfschmerzen einnehmen

Bei schwerer akuter Höhenkrankheit unternimmt der Arzt das Folgende:

  • Sie werden angewiesen, in niedrigere Höhenlagen zurückzukehren

  • Ihnen zusätzlichen Sauerstoff verabreichen

  • Ihnen werden Medikamente gegen die Höhenkrankheit verabreicht, wie Acetazolamid oder Dexamethason

Bei schwerwiegenden Symptomen, und wenn eine Reise in niedrigere Höhenlagen nicht möglich ist, kann der Arzt Betroffene im Liegen in einen speziellen Hochdruckbeutel atmen lassen (hyperbare Sauerstofftherapie).

Wie kann ich mich vor einer Höhenkrankheit schützen?

Der beste Weg zur Vorbeugung vor einer Höhenkrankheit ist, langsam in größere Höhenlagen zu reisen, damit der Körper Zeit hat, sich an sie zu gewöhnen. Die Höhenlage, in der man schläft, wirkt sich am stärksten auf einen aus.

Körperliche Fitness schützt nicht vor einer Höhenkrankheit.

Die meisten Menschen können sich problemlos und ohne spezielle Vorkehrungen an Höhenlagen bis zu 2400 Metern gewöhnen. Aber in größeren Höhenlagen, insbesondere über 3000 Höhenmetern, kann dies viele Tage oder Wochen dauern. Um diese Höhe zu erreichen, sollten Kletterer nur ihre Schlafhöhe um etwa 300 bis 500 Meter pro Tag steigern, und alle 3 bis 4 Tage einen Tag vom Klettern aussetzen.

Weitere Möglichkeiten, um sich vor einer Höhenkrankheit zu schützen:

  • Sich vor der Reise Medikamente gegen Höhenkrankheit vom Arzt verschreiben lassen

  • Schwere körperliche Aktivitäten vermeiden, wenn man in größeren Höhenlagen ist

  • Alkohol, Opioide oder Schlafmittel meiden

Wer schon vorher an einer Höhenkrankheit gelitten hat, sollte auf Anzeichen achten, die eine weitere Höhenkrankheit ankündigen, und bei Bedarf wieder in niedrigere Höhenlagen zurückkehren.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN
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