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Lungenembolie (LE)

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The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Was ist eine Lungenembolie?

„Pulmonal“ ist ein medizinischer Ausdruck, der sich auf die Lunge bezieht.

Unter „Embolie“ versteht man einen Klumpen (normalerweise ein Blutgerinnsel), der sich im Blutkreislauf befindet. Eine Embolie entsteht, wenn der Klumpen in einem Blutgefäß steckenbleibt, durch das er nicht hindurch passt. Wenn er steckenbleibt, blockiert er den Blutfluss. Ein blockierter Blutfluss kann die Organe schädigen.

Demzufolge handelt es sich bei einer Lungenembolie um einen Gerinnsel, das über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt ist und dort ein Blutgefäß blockiert.

  • Bei einer Lungenembolie wird ein Blutgefäß in der Lunge blockiert, wodurch das Blut nur noch schwer durch die Lunge zirkulieren und Sauerstoff aufnehmen kann

  • Eine kleine Lungenembolie muss nicht gefährlich sein, aber je größer die Embolie ist, desto mehr Schaden richtet sie an

  • Die häufigsten Symptome sind Atembeschwerden

  • Eine große Lungenembolie kann zum sofortigen Tod führen

  • Eine Lungenembolie wird über einige Monate hinweg mit Blutverdünnern behandelt

  • Wenn weiterhin Lungenembolien bei Ihnen auftreten, müssen Sie die Blutverdünner unter Umständen bis zum Lebensende einnehmen

Wodurch wird eine Lungenembolie verursacht?

Eine Lungenembolie wird normalerweise durch ein Blutgerinnsel verursacht. Nicht alle Blutgerinnsel rufen eine Schädigung hervor. Die Blutgerinnung wird z. B. benötigt, um bei einer Schnittverletzung die Blutung zu stoppen. Allerdings kann das Blut innerhalb eines Blutgefäßes gerinnen wo es nicht erforderlich ist, z. B. wie bei einer tiefen Beinvenenthrombose. Zu dieser unnötigen Blutgerinnung kommt es meistens in den großen Venen, die sich tief im Bein befinden. Das geronnene Blut kann sich lösen und bis in die Lunge oder das Herz wandern.

Das Risiko für eine Lungenembolie wird durch bestimmte Kriterien erhöht, z. B.:

  • Fortgeschrittenes Alter (normalerweise über 60)

  • Vorangegangene Embolien

  • Krebs

  • Ein gebrochenes Bein oder eine gebrochene Hüfte

  • Schwangerschaft

  • Größere Operationen in den vergangenen 3 Monaten

  • Rauchen

  • Einnahme von Östrogenen oder ähnlichen Medikamenten

Allgemein besteht ein höheres Risiko für eine Embolie in den Beinen, wenn Sie Ihre Beine nicht viel bewegen können. Vielleicht können Sie sich nicht viel bewegen, wenn Sie sich ein Bein gebrochen haben. Vielleicht müssen Sie nach einem operativen Eingriff oder einer langen Krankheit eine Weile im Bett bleiben. Sogar eine lange Flugreise kann ein Risiko darstellen, da Sie Ihre Beine nicht ausreichend bewegen können.

Manchmal kann eine Lungenembolie auch durch andere Substanzen hervorgerufen werden. Hierzu gehören:

  • Fett, das von gebrochenen Knochen oder bei einem operativen Eingriff (orthopädische Operation) freigesetzt wird

  • Flüssigkeit, in dem das Baby im Mutterleib schwimmt (Fruchtwasser), das bei einer schweren Geburt in den Blutkreislauf gelangen kann

  • Luftblasen durch Tauchgänge unter Wasser

  • Fremdmaterial, das mit illegalen Drogen gemischt injiziert wird

Was sind die Symptome einer Lungenembolie?

Eine kleine Lungenembolie verursacht unter Umständen gar keine Symptome. Wenn bei Ihnen Symptome auftreten, gehören dazu häufig:

  • Kurzatmigkeit

  • Schmerzen im Brustkorb

  • Benommenheit oder Ohnmacht

Wenn die Lungenembolie durch einen Blutpfropfen im Bein hervorgerufen wurde, kann das Bein geschwollen und schmerzhaft sein. Manchmal gibt es auch gar keine Symptome im Bein.

Woran erkennt der Arzt eine Lungenembolie?

Für den Arzt kann es schwer sein, eine Lungenembolie zu erkennen. Der Arzt befragt Sie vielleicht zu Ihren Symptomen und zu den Risikofaktoren, die bei Ihnen vorliegen.

Da die Symptome einer Lungenembolie denen anderer Arten von Herz- und Lungenerkrankungen ähneln, beginnt der Arzt normalerweise mit allgemeinen Untersuchungen, wie z. B.:

Wenn Ihre Symptome oder Untersuchungsergebnisse darauf hinweisen, dass bei Ihnen eine Lungenembolie vorliegen könnte, kann der Arzt unter Umständen:

  • Einen Bluttest machen, um nach Anzeichen einer übermäßigen Blutgerinnung zu suchen

  • Eine Ultraschalluntersuchung der Beine machen, um nach einer Embolie zu suchen

  • Einen CT-Scan des Brustkorbs machen. Zuvor werden einige Milliliter einer Flüssigkeit in die Vene injiziert, um die Blutgefäße besser darzustellen (CT-Angiographie)

In selteneren Fällen kann der Arzt einen Lungen-Scan durchführen. Bei einem Lungen-Scan injiziert der Arzt eine geringe Menge einer radioaktiven Flüssigkeit in die Vene. Danach macht er Aufnahmen Ihres Brustkorbs mit einer Kamera, die in der Lage ist, Strahlung zu erkennen. Bei einem Lungen-Scan kann dargestellt werden, ob das Blut in alle Bereiche der Lunge fließt.

Wie wird die Lungenembolie behandelt?

Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die davon abhängen, wie stark die Embolie ist.

Sie werden:

  • Im Krankenhaus versorgt

  • Blutverdünnende Medikamente (Gerinnungshemmer) erhalten, um einer weiteren Bildung von Blutpfropfen vorzubeugen

Der Blutverdünner kann oral, direkt über die Vene (intravenös) oder per Injektion unter die Haut verabreicht werden. Wenn Sie nach Hause entlassen werden, erhalten Sie einen Vorrat an Blutverdünner mit dem Sie einige Monate auskommen. Wenn bei Ihnen schwerwiegende Risikofaktoren vorliegen oder wenn Sie schon mehrere Lungenembolien hatten, kann es sein, dass Sie den Blutverdünner Ihr ganzes Leben lang einnehmen müssen.

Wenn es in der Lunge ein großes gefährliches Blutgerinnsel gibt, das tödlich sein könnte, kann der Arzt:

  • Intravenös ein gerinnsellösendes Medikament verabreichen, um das Blutgerinnsel aufzulösen

  • in seltenen Fällen versuchen, das Blutgerinnsel mit einem speziellen intravenösen Katheter oder einem operativen Eingriff zu entfernen

Wenn Sie keine Blutverdünner einnehmen können oder wenn bei Ihnen trotz der Blutverdünner weiterhin Blutgerinnsel auftreten, kann der Arzt:

  • Einen Drahtfilter in die große Vene im Bauch einsetzen, um die Blutgerinnsel im Bein daran zu hindern, in die Lunge zu wandern

Vena-cava-Filter: Eine Art der Vorbeugung von Lungenembolie

Um einer Lungenembolie vorzubeugen, setzt der Arzt normalerweise Medikamente ein, die die Blutgerinnung einschränken. Für manche Menschen können die Ärzte aber auch das dauerhafte oder vorübergehende Einsetzen eines Filters, früher als Schirm bezeichnet, in die untere Hohlvene (Vena cava inferior) empfehlen. Dieser Filter wird typischerweise empfohlen, wenn Medikamente, die die Blutgerinnung einschränken, nicht verwendet werden können – z. B. wenn eine Person gleichzeitig unter Blutungen leidet. Der Filter kann die Emboli auffangen, bevor sie das Herz erreichen, lässt das Blut aber ansonsten ungehindert passieren. Die abgefangenen Emboli lösen sich manchmal von selbst wieder auf.

Vena-cava-Filter: Eine Art der Vorbeugung von Lungenembolie

Wie kann ich einer Lungenembolie vorbeugen?

Normalerweise müssen Sie Vorsorgemaßnahmen ergreifen, wenn:

  • Es bei Ihnen zuvor schon einmal zu einer Lungenembolie oder zu Blutgerinnseln in den Beinen gekommen ist

  • Bei Ihnen bestimmte operative Eingriffe durchgeführt werden, insbesondere orthopädische Operationen der Hüfte oder Beine

  • Sie an einer Krebserkrankung oder einer Störung leiden, bei der das Blut zu stark gerinnt

  • Sie für längere Zeit in einem Krankenhausbett liegen werden, ohne aufstehen zu können

Je nach Ihren Lebensumständen kann der Arzt verschiedene Maßnahmen empfehlen. Unter Umständen werden Sie aufgefordert:

  • Direkt nach dem operativen Eingriff für eine kurze Zeit Blutverdünner einzunehmen

  • Blutverdünner langfristig einzunehmen, wenn es bei Ihnen zuvor zu einer Lungenembolie oder zur Bildung von Blutpfropfen gekommen ist

  • Lange, enge Strumpfhosen zu tragen (Kompressionsstrümpfe) oder aufblasbare Stiefel, die die Unterschenkelmuskulatur rhythmisch zusammendrücken, um das Weiterfließen des Bluts sicherzustellen

  • Nach dem operativen Eingriff sobald wie möglich wieder aus dem Bett zu steigen und herumzugehen

Bei Flugreisen können Sie Blutgerinnseln weitestgehend vorbeugen, indem Sie:

  • Übungen für die Beine durchführen

  • Sich mehr bewegen – z. B. mindestens alle 2 Stunden hinstellen, dehnen und umhergehen

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