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Kurzinformationen

Druckgeschwüre

(Bettgeschwüre; Dekubitalulzera)

Von

The Manual's Editorial Staff

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Was sind Druckgeschwüre?

Druckgeschwüre, bei denen man oft auch von Wundliegen spricht, sind Hautschädigungen, die durch ständigen Druck auf einen bestimmten Hautbereich verursacht werden. Der Druck unterbricht die Durchblutung in diesem Bereich, was zu einer Schädigung der Haut führen kann.

  • Zu Druckgeschwüren kommt es meistens an knochigen Stellen des Körpers wie Steißbein, Hüfte, Ferse und Ellbogen.

  • Druckgeschwüre treten häufig bei Menschen auf, die bettlägerig sind oder im Rollstuhl sitzen, sich nicht normal bewegen können bzw. einen Gipsverband oder eine Schiene haben, die zu eng sitzen.

  • Das Verändern der Körperlage kann Druckgeschwüren vorbeugen.

  • Menschen, die sich selbst nicht bewegen können, sollten alle 1 bis 2 Stunden umgebettet oder umgesetzt werden.

  • Die meisten Druckgeschwüre können durch häufige Positionsänderung und das Trocken- und Sauberhalten der Haut verhindert werden.

Wodurch werden Druckgeschwüre verursacht?

Druckgeschwüre werden durch folgende Faktoren verursacht:

  • Stetiger Druck auf einen bestimmten Hautbereich, insbesondere auf die Haut in knochigen Bereichen

  • Stetiger, mehr als ein oder zwei Stunden anhaltender Druck, der die Durchblutung der Haut unterbricht

Im Wachzustand verändern Menschen, die sich bewegen können, ihre Position ständig und ohne darüber nachzudenken. Wenn Menschen ihre Position nach etwa einer Stunde nicht verändern, wird die Haut an jener Stelle, auf der sie liegen/sitzen, aufgrund des Gewichts des eigenen Körpers nicht mehr durchblutet. Je länger der Druck anhält, desto stärker wird die Haut geschädigt.

Häufige Stellen, an denen Druckgeschwüre entstehen

Häufige Stellen, an denen Druckgeschwüre entstehen

Bei welchen Menschen besteht ein Risiko für Druckgeschwüre?

Folgende Personengruppen weisen ein Risiko für Druckgeschwüre auf:

  • Menschen, die ihre Lage nicht verändern können, weil sie bewusstlos oder gelähmt sind oder an Demenz leiden

  • Menschen, die keinen Schmerz empfinden können

  • Menschen, die einen Gipsverband oder eine Schiene tragen, die auf einen Knochen drücken, z. B. den Fußknöchel

  • Menschen, deren Haut feucht ist, etwa weil sie auf mit Schweiß, Urin oder Stuhl beschmutzten Laken liegen

  • Menschen mit schlechter Ernährung

Druckgeschwüre können sehr schnell entstehen, manchmal innerhalb weniger Stunden.

Welche Symptome weisen Druckgeschwüre auf?

Druckgeschwüre können leicht (Stadium 1) bis schwerwiegend (Stadium 4) sein. Ohne Behandlung dringen die wunden Stellen in immer tiefere Bereiche vor.

  • Zuerst wird die Haut rot und schmerzt.

  • Dann bildet die oberste Hautschicht Blasen und schält sich ab.

  • Die Wunde dringt immer weiter in die Haut ein und hinterlässt schließlich ein Loch (Geschwür).

  • Das Geschwür kann offen oder von einer dicken Kruste abgestorbener Haut bedeckt sein.

Geschwüre können sich auch infizieren. Infizierte Geschwüre weisen gerötete Ränder auf und können Eiter absondern.

Woran erkennt ein Arzt ein Druckgeschwür?

Geistig verwirrte Menschen oder solche, die keine Schmerzen empfinden, merken nicht, wenn bei ihnen ein Druckgeschwür entsteht. Wenn Sie eine Person pflegen, die einer der Risikogruppen angehört, müssen Sie sorgfältig auf die ersten Anzeichen eines Druckgeschwürs achten.

Ärzte erkennen ein Druckgeschwür an dessen Aussehen.

Wenn ein Druckgeschwür nicht verheilt, können Ärzte untersuchen, ob eine Infektion vorliegt, indem sie

  • Eine MRT durchführen

  • In manchen Fällen eine kleine Gewebeprobe entnehmen und diese im Labor untersuchen lassen

Wie werden Druckgeschwüre behandelt?

Ärztliche Maßnahmen:

  • Reinigung der Geschwüre mit steriler Kochsalzlösung (Salzwasser)

  • Entfernung des abgestorbenen Gewebes mit einer Schere und einem Skalpell

  • Abdecken der Geschwüre mit speziellen Verbänden, die sie schützen und ihre Heilung begünstigen

  • In manchen Fällen werden die Druckgeschwüre mithilfe einer Operation verschlossen.

Damit die Geschwüre besser verheilen und es zu keinen neuen Geschwüren kommt, werden die Ärzte:

  • Dafür sorgen, dass die betroffene Person ihre Position häufiger ändert

  • Einen schriftlichen Plan für die Betreuungspersonen erstellen, in dem festgehalten wird, wann die Körperlage des Patienten/der Patientin zu ändern ist

  • Hilfsmittel wie Polsterungen oder Kissen einsetzen, damit nicht zu viel Druck auf einen einzelnen Körperteil ausgeübt wird

  • Ratschläge zu einer gesünderen Ernährung erteilen

Wie kann Druckgeschwüren vorgebeugt werden?

Ärzte versuchen immer, Druckgeschwüre zu verhindern, da sie sehr schwer zu behandeln sind.

Betreuungspersonen von bettlägerigen oder an den Rollstuhl gebundenen Personen sollten auf Folgendes achten:

  • Tägliches Kontrollieren der Haut

  • Umbetten oder Umsetzen des Patienten/der Patientin alle 1 bis 2 Stunden

  • Die Haut trocken und sauber halten

  • Sorgfältige Untersuchung der Haut an etwaigen Druckstellen im Hinblick auf Rötungen oder andere farbliche Veränderungen

  • Sofortiges Wechseln der Bettwäsche, sobald diese nass wird

  • Polstern von knochigen Körperteilen mit schützenden Decken oder Kissen

  • In manchen Fällen Verwendung einer Spezialmatratze oder eines Rollstuhlkissens, die Druckentlastung ermöglichen

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