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Coronaviren und akute respiratorische Syndrome (COVID-19, MERS und SARS)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Quellen zum Thema

Coronaviren sind eine große Familie von Viren, die Erkrankungen der Atemwege verursachen, die von einer gewöhnlichen Erkältung bis hin zu einer tödlichen Lungenentzündung reichen.

Es gibt viele verschiedene Coronaviren. Die meisten von ihnen verursachen eine Krankheit bei Tieren. Es sind jedoch 7 Arten von Coronaviren bekannt, die bei Menschen Krankheiten verursachen.

Vier dieser sieben Infektionen mit dem Coronavirus verursachen beim Menschen eine leichte Erkrankung der oberen Atemwege, die Symptome einer gewöhnlichen Erkältung hervorrufen.

Die anderen drei Infektionen mit dem Coronavirus können beim Menschen allerdings viel schwerwiegender sein und haben unlängst zu schweren Ausbrüchen von tödlichen Lungenentzündungen geführt:

  • SARS-CoV-2 ist ein neuartiges Coronavirus, das Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan als Ursache der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) identifiziert wurde und sich seither weltweit verbreitet hat.

  • MERS-CoV wurde 2012 als Ursache des Middle East Respiratory Syndrome (MERS) identifiziert.

  • SARS-CoV wurde 2002 als Ursache für einen Ausbruch des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) identifiziert.

Diese Coronaviren, die schwere Atemwegsinfektionen verursachen, werden von Tieren an Menschen übertragen (zoonotische Erreger).

COVID-19

COVID-19 ist eine akute Atemwegserkrankung, die schwerwiegend sein kann und von einem neu identifizierten Coronavirus verursacht wird, das offiziell als SARS-CoV-2 bezeichnet wird.

COVID-19 wurde erstmals Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan gemeldet und hat sich seitdem in China und weltweit stark verbreitet. Aktuelle Informationen über die Anzahl der Fälle und Todesfälle finden Sie unter Centers for Disease Control and Prevention: 2019 Novel Coronavirus und in den Situationsberichten der Weltgesundheitsorganisation zum neuartigen Coronavirus (COVID-2019).

Die ersten Infektionen mit COVID-19 wurden mit einem Lebendtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass das Virus von Tieren übertragen wurde, die für den menschlichen Verzehr verkauft wurden. COVID-19 wird hauptsächlich von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden. Zu einer COVID-19-Infektion kann es auch kommen, indem man einen Gegenstand anfasst, auf dem sich das Virus befindet, und dann den eigenen Mund, die Nase oder die Augen berührt. Das neu identifizierte Coronavirus, das COVID-19 verursacht, wird SARS-CoV-2 genannt, obwohl es sich von dem Coronavirus, das SARS verursacht, leicht unterscheidet.

Symptome

Die meisten mit COVID-19 infizierten Menschen haben leichte oder gar keine Symptome, manche werden jedoch schwer krank und sterben. Zu den Symptomen kann unter anderem Folgendes gehören:

  • Fieber

  • Husten

  • Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden

  • Schüttelfrost oder wiederholtes Zittern vor Kälte

  • Muskelschmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Halsschmerzen

  • Neu auftretender Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns

Die ersten Symptome treten gewöhnlich 2 bis 14 Tage nach der Infizierung auf.

Das Risiko einer schweren Erkrankung oder das Sterberisiko steigt bei Patienten mit COVID‑19 mit dem Alter und diese Risiken steigen auch bei Patienten mit anderen schweren Erkrankungen wie Herz- oder Lungenerkrankungen oder Diabetes.

Diagnose

  • Tests zur Identifizierung des Virus

COVID-19 wird bei Personen mit grippeartigen Symptomen vermutet, die in eine Gegend gereist sind oder in einer Gegend wohnen, wo sie mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, oder die kürzlich engen Kontakt mit einer möglicherweise an COVID-19 erkrankten Person hatten. Fälle wurden in allen US-Bundesstaaten und auf der ganzen Welt gemeldet. Ärzte vermuten COVID-19 deshalb ggf. auch dann, wenn ein Patient nicht gereist ist. Bei Verdacht auf COVID‑19 sollte der Arzt vor dem Aufsuchen der Praxis zuerst angerufen werden, damit angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können.

Tests wie ein PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) können an Sekreten der oberen und unteren Atemwege durchgeführt werden, um das Virus zu identifizieren. Ist ein Test nicht leicht verfügbar oder sind die Symptome mild, wird die Diagnose ggf. klinisch ohne zusätzliche Tests gestellt.

Vorbeugung

Um einer Übertragung vorzubeugen, werden Menschen unter Quarantäne gestellt (isoliert), wenn sie Kontakt mit dem Virus hatten oder positiv auf das Virus getestet wurden.

Der beste Weg, einer Infektion vorzubeugen, besteht darin, Kontakt mit diesem Virus zu vermeiden, was aber schwierig sein kann, da infizierte Menschen nicht immer wissen, dass sie das Virus haben. Die CDC empfehlen die folgenden Routinemaßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von Atemwegsviren (siehe: Vorbeugung und Behandlung – Empfehlungen der CDC):

  • Einhalten von Abstand zu anderen Menschen, unabhängig von deren Alter (dies wird als „soziale Distanzierung“ bezeichnet)

  • Hände häufig und mindestens 20 Sekunden lang mit Wasser und Seife waschen, insbesondere nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen

  • Verwendung eines Handdesinfektionsmittels auf Alkoholbasis mit mindestens 60 % Alkohol, wenn Seife und Wasser nicht verfügbar sind

  • Hände immer mit Seife und Wasser waschen, wenn sie sichtbar schmutzig sind

  • Augen, Nase und Mund nicht mit ungewaschenen Händen berühren

  • Engen Kontakt mit kranken Menschen vermeiden

  • Bei Krankheit zu Hause bleiben

  • Beim Husten oder Niesen ein Taschentuch vorhalten und dieses anschließend fortwerfen

  • Tragen einer Gesichtsmaske bei Krankheit und im Zusammensein mit anderen Menschen oder bei der Pflege einer kranken Person

  • Gesunde Menschen (weisen keine Symptome auf) sollten ihr Gesicht in der Öffentlichkeit mit Stoff abdecken, wenn andere Maßnahmen zur sozialen Distanzierung schwer einzuhalten sind (zum Beispiel in Lebensmittelläden und Apotheken), insbesondere in Gebieten, in denen die ambulante Übertragung signifikant ist; Stoffgesichtsbedeckungen können aus Haushaltsgegenständen oder zu Hause aus gängigen Materialien gemacht werden (siehe Anwendung von Gesichtsbedeckungen aus Stoff zur Unterstützung einer Verlangsamung der Ausbreitung von COVID-19 gemäß der CDC).

  • Gegenstände und Oberflächen, die häufig berührt werden, mit einem handelsüblichen Haushaltsspray oder Reinigungstuch reinigen und desinfizieren

Behandlung

  • Arzneimittel gegen Fieber und Muskelschmerzen

Für COVID-19 gibt es keinen Impfstoff, kein antivirales Arzneimittel und keine spezifische Behandlung. Zur Linderung von Fieber und Muskelschmerzen kann Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) wie Ibuprofen verabreicht werden. Trotz anfänglicher Bedenken in manchen Berichten gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Anwendung von NSAR COVID‑19 verschlimmert. Manche Patienten werden so schwer krank, dass sie künstlich beatmet werden müssen.

Weitere Informationen

Nahost-Atemwegssyndrom (Middle East Respiratory Syndrome, MERS)

Das Nahost-Atemwegssyndrom ist eine Coronavirusinfektion, die schwere grippeähnliche Symptome verursacht.

Der Viruserreger des Nahost-Atemwegssyndroms (MERS) ist ein ähnliches Coronavirus wie das, welches das schwere akute Atemwegssyndrom (SARS) verursacht.

Das MERS-Virus wurde erstmals 2012 in Jordanien und Saudi-Arabien identifiziert. Bis Anfang 2018 gab es 2.220 bestätigte MERS-Erkrankungsfälle und 790 Todesfälle. Die meisten davon traten in Saudi-Arabien auf, wo laufend neue Fälle verzeichnet werden. Auch in Ländern außerhalb des Nahen Ostens wie Frankreich, Deutschland, Italien, Tunesien und Großbritannien kam es zu Erkrankungsfällen, aber dabei waren Reisende in den Nahen Osten oder Personen, die von Berufs wegen im Nahen Osten tätig sind, betroffen.

Ein Ausbruch des MERS-Coronavirus trat von Mai bis Juli 2015 in Südkorea auf, nachdem ein südkoreanischer Mann aus dem Nahen Osten zurückgekehrt war. Dieser Ausbruch umfasste mehr als 180 Fälle und 36 Todesfälle. Die meisten von Mensch zu Mensch übertragenen Erkrankungen traten in Gesundheitseinrichtungen auf.

Im Mai 2014 wurden in den USA zwei Fälle bestätigt. Beide waren medizinische Fachkräfte, die vor Kurzem aus dem Persischen Golf zurückgekehrt waren. Seit Mai 2014 gab es keine MERS-Fälle mehr in den Vereinigten Staaten.

In mehreren Ländern (einschließlich Ägypten, Oman, Katar und Saudi-Arabien) wird vermutet, dass Dromedare die primäre Infektionsquelle für Menschen darstellen, aber wie das Virus von den Tieren auf den Menschen übertragen wird, ist nicht bekannt.

Die Infektion ist häufiger bei männlichen Personen und stärker ausgeprägt bei älteren Menschen und bei Patienten mit chronischer Basiserkrankung wie etwa Diabetes oder einer Herz- oder Nierenkrankheit. Bei ungefähr einem Drittel der Infizierten verlief die Infektion tödlich.

Das MERS-Virus verbreitet sich durch engen Kontakt mit MERS-Patienten oder durch Tröpfchen in der Luft, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden. Eine Ansteckungsgefahr besteht vermutlich erst bei Auftreten von Symptomen. Die meisten Erkrankungsfälle nach direktem Personenkontakt traten unter medizinischem Fachpersonal auf.

Die ersten Symptome treten gewöhnlich etwa 5 Tage nach der Infizierung auf (es muss jedoch mit einer Zeitspanne von 2 bis 14 Tagen gerechnet werden). Die meisten Infizierten haben Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Husten. Etwa ein Drittel leidet an Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Diagnose

  • Tests von Flüssigkeitsproben aus den Atemwegen

  • Bluttests

MERS wird bei Personen mit einer Infektion der unteren Atemwege vermutet, die in eine Gegend gereist sind oder dort wohnhaft sind, wo sie mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten, oder kürzlich engen Kontakt mit einer möglicherweise an MERS erkrankten Person hatten.

Zur Diagnosestellung wird zu unterschiedlichen Zeitpunkten eine Flüssigkeitsprobe an mehreren Stellen der Atemwege entnommen und auf das Virus getestet. Es werden auch Bluttests zum Nachweis des Virus oder von Antikörpern dagegen durchgeführt. Bei allen Personen, die engen Kontakt mit einer möglicherweise an MERS erkrankten Person hatten, werden Bluttests durchgeführt.

Behandlung

  • Arzneimittel gegen Fieber und Muskelschmerzen

  • Isolierung

Gegen MERS gibt es keine spezifische Behandlung. Zur Linderung von Fieber und Muskelschmerzen wird Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) wie Ibuprofen verabreicht.

Es werden Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus getroffen. Die betroffene Person wird beispielsweise in einem Raum isoliert, der mit einer Lüftungsanlage zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft ausgestattet ist. Jeder, der das Zimmer betritt, muss eine spezielle Maske, Augenschutz, einen Kittel, eine Haube und Handschuhe tragen. Die Türen zu dem Raum sollten geschlossen bleiben, wenn niemand das Zimmer betritt oder verlässt, was so wenige Male wie möglich geschehen sollte.

Reisende in den Nahen Osten sollten die Website für Reiseempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konsultieren (siehe WHO World-travel advice on MERS-CoV for pilgrimages).

Schweres akutes respiratorisches Syndrom (SARS)

Das schwere akute respiratorische Syndrom ist eine Coronavirusinfektion, die grippeähnliche Symptome verursacht.

  • Seit 2004 wurden weltweit keine Fälle mehr registriert.

  • Die Symptome von SARS gleichen denen anderer häufigerer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Muskelschmerzen), sind aber stärker ausgeprägt.

  • SARS wird nur vermutet, wenn der Patient einer infizierten Person ausgesetzt gewesen sein könnte.

  • Wenn ein Arzt SARS vermutet, dann empfiehlt er die Isolierung der Person in einem Raum, der mit einer Lüftungsanlage – zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft – ausgestattet ist.

Es wurde Ende des Jahres 2002 erstmals in China festgestellt. Es kam zu einem weltweiten Ausbruch mit mehr als 8000 Erkrankungsfällen, auch in den USA und Kanada, und mit mehr als 800 Todesfällen bis Mitte 2003. Seit 2004 wurden keine neuen Fälle mehr gemeldet, sodass SARS (die Krankheit, nicht das Virus) als ausgerottet gilt.

Als unmittelbare Übertragungsquelle gelten Schleichkatzen, die an Lebendtiermärkten als Delikatesse zum menschlichen Verzehr verkauft wurden. Es ist nicht klar, wie sich die Schleichkatzen infiziert haben, aber Fledermäuse werden als Reservoirwirt des SARS-Virus in der Natur angesehen werden.

SARS wird von einem Coronavirus verursacht. SARS ist weitaus gravierender als die meisten anderen Coronavirus-Infektionen, die in der Regel nur erkältungsartige Symptome auslösen. Das Nahost-Atemwegssyndrom (MERS) ist jedoch eine weitere schwere Krankheit, die ebenfalls von einem Coronavirus verursacht wird.

SARS verbreitet sich von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt mit infizierten Personen oder durch Tröpfchen in der Luft aus, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden.

Symptome

Die Symptome von SARS gleichen denen anderer häufigerer viraler Atemwegsinfektionen, sind aber stärker ausgeprägt. Dazu zählen Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Muskelschmerzen, danach folgt ein trockener Husten und mitunter Atembeschwerden.

Die meisten Patienten erholten sich innerhalb von 1 bis 2 Wochen. Einige hatten jedoch schwere Atembeschwerden und etwa 10 Prozent starben an der Infektion.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Tests zur Identifizierung des Virus

SARS wird nur diagnostiziert, wenn Menschen in Kontakt mit einer infizierten Person gekommen sein könnten und Fieber zusammen mit Husten oder Atembeschwerden haben.

Es gibt Tests zur Identifizierung des Virus.

Behandlung

  • Isolierung

  • Bei Bedarf Sauerstoffgabe

  • Mitunter ein mechanisches Beatmungsgerät zur Unterstützung der Atmung

Wenn ein Arzt SARS vermutet, dann empfiehlt er die Isolierung der Person in einem Raum, der mit einer Lüftungsanlage – zur Reduzierung der Verbreitung der Mikroorganismen in der Luft – ausgestattet ist. Bei dem ersten und einzigen Ausbruch von SARS haben solche Isolierungsmaßnahmen verhindert, dass das Virus übertragen wurde, und letztendlich zur Eliminierung der Krankheit beigetragen.

Menschen mit leichten Symptomen benötigen keine spezifische Behandlung. Bei mittelschweren Atemschwierigkeiten ist unter Umständen die Zufuhr von Sauerstoff notwendig. Patienten mit ernsten Atembeschwerden können eine mechanische Beatmung benötigen.

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