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Loiasis (Kamerunbeule)

(Loa-loa-Filariose; afrikanischer Augenwurm; Kalabarschwellung)

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Loiasis ist eine Infektion des Gewebes unter der Haut oder unter der klaren äußeren Membran, die das Auge überzieht (Bindehaut), mit dem Fadenwurm Loa loa.

  • Es treten möglicherweise juckende Schwellungen auf, hauptsächlich an Armen und Beinen.

  • Mitunter wandern Würmer unter die transparente Membran über dem Augapfel.

  • Der Arzt diagnostiziert eine Loiasis, indem er die Wurmlarven (Mikrofilarien) in einer Blutprobe identifiziert oder wenn er einen adulten Wurm im Auge erkennt.

  • Das einzige Medikament, das sowohl adulte Würmer als auch Larven abtötet, ist Diethylcarbamazin.

Loiasis ist eine Filarieninfektion, die nur in Regenwaldgebieten in West- und Zentralafrika vorkommt.

Übertragung von Loiasis

Loiasis wird übertragen, wenn eine infizierte afrikanische Hirsch- oder Pferdebremse einen Menschen sticht und dabei Larven des Wurms ablegt. Die Larven dringen durch den Stich in den Körper ein und reifen im Unterhautgewebe (Subkutangewebe) zu adulten Würmern heran. Die adulten Würmer wandern im Unterhautgewebe bis unter die Bindehaut im Auge. Erwachsene Würmer können eine Länge von 3 bis 7 Zentimeter erreichen.

Diese adulten Würmer produzieren unreife Wurmlarven (sogenannte Mikrofilarien), die tagsüber im Blut zirkulieren und nachts in der Lunge bleiben. Die Infektion verbreitet sich, wenn die infizierte Person tagsüber, wenn sich die Mikrofilarien im Blut befinden, von einer Bremse gestochen wird. Das Insekt überträgt diese Larven dann auf die nächste Person, die es sticht.

Symptome

Die meisten Menschen mit Loiasis haben keine Symptome.

Es treten juckende Schwellungen (Kalabarschwellungen) auf, hauptsächlich an Armen und Beinen, prinzipiell jedoch überall am Körper. Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine allergische Reaktion gegen Stoffe handelt, die von den wandernden Würmern ausgeschieden werden. Bei Bewohnern der betroffenen Gebiete halten die Schwellungen meist ein bis drei Tage an, während sie bei Reisenden in diese Gebiete häufiger und stärker auftreten können.

Die Bewegungen der adulten Würmer im Auge können als störend empfunden werden und zu Juckreiz oder Reizung an den Augen führen. Es bleiben aber meist keine dauerhaften Schäden zurück.

Gelegentlich wirkt sich eine Loiasis auch auf Herz, Nieren oder das Gehirn aus, jedoch mit meist leichten Symptomen. Vielleicht enthält der Urin mehr Eiweiß als gewöhnlich und etwas Blut.

Diagnose

  • Untersuchung oder Test einer Blutprobe

  • Beobachtung von Würmern unter der Bindehaut des Auges

  • Identifizierung von Würmern, die aus dem Auge oder der Haut entfernt worden sind

Der Arzt vermutet eine Loiasis, wenn bestimmte Symptome bei Menschen auftreten, die aus Gebieten in West- und Zentralafrika kommen oder in entsprechenden Gebieten gelebt haben, wo die Infektion anzutreffen ist.

Die Bestimmung von Mikrofilarien in einer Blutprobe unter dem Mikroskop ermöglicht es dem Arzt, Loiasis als Diagnose zu stellen. Die Probe wird zwischen 10 und 14 Uhr entnommen, wenn im Blut die meisten Mikrofilarien vorhanden sind.

Gelegentlich kann der Arzt eine Loiasis diagnostizieren, wenn er Würmer unter der Bindehaut des Auges sieht oder die aus Auge oder Haut entfernten Würmer identifiziert.

Neue diagnostische Tests können Genmaterial (DNS) des Parasiten in einer Blutprobe nachweisen, aber diese Tests stehen nicht überall zur Verfügung.

Vorbeugung

In Regionen, in denen die Infektion häufig auftritt, kann Diethylcarbamazin einmal wöchentlich zur Vorbeugung von Loiasis angewendet werden.

Zur Reduzierung der Anzahl an Bremsenstichen kann Folgendes unternommen werden:

  • Insektenschutzmittel verwenden

  • Kleidung tragen, die mit dem Insektizid Permethrin imprägniert ist

  • Langärmelige Hemden und lange Hosen tragen

Weil die Bremsen tagsüber stechen, sind Moskitonetze über dem Bett wenig sinnvoll.

Behandlung

  • Diethylcarbamazin

  • Bevor Menschen mit einer schweren Infektion Diethylcarbamazin verabreicht wird, ist Albendazol oder ein Verfahren zur Blutfilterung empfehlenswert, um die Anzahl an Mikrofilarien und damit das Risiko schwerer Nebenwirkungen zu senken

Das einzige Medikament, das sowohl Mikrofilarien als auch adulte Würmer abtötet, ist Diethylcarbamazin. Es wird 21 Tage lang eingenommen. Möglicherweise muss die Behandlung wiederholt werden, um die Infektion ganz zu beseitigen.

Diethylcarbamazin kann schwerwiegende, mitunter tödliche Nebenwirkungen haben, vor allem bei einer schweren Infektion. Dieses Risiko kann durch Reduzierung der Anzahl an Mikrofilarien im Blut vor der Einnahme von Diethylcarbamazin gesenkt werden. Vor der Behandlung mit Diethylcarbamazin bestimmt der Arzt daher die Anzahl der Mikrofilarien im Blut. Ist die Anzahl der Mikrofilarien im Blut hoch, werden Mikrofilarien medikamentös (Albendazol) oder mithilfe eines Verfahrens zur Blutfilterung (Apherese) entfernt. Dank diesem Vorgehen wird das Risiko schwerer Nebenwirkungen gesenkt.

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