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Askariose

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Quellen zum Thema

Askariose ist eine Infektion, die durch Spulwürmer (Ascaris lumbricoides) oder gelegentlich durch Schweinespulwürmer (Ascaris suum) verursacht wird.

  • Menschen erwerben diese Infektion normalerweise, indem sie mit Spulwurmeiern kontaminierte Nahrungsmittel zu sich nehmen.

  • Nach der Infektion kommt es anfangs entweder zu keinen Symptomen oder zu Fieber, Husten, Keuchatmung, Bauchkrämpfen, Übelkeit und Erbrechen.

  • Es ist möglich, dass Kinder mit einer schweren chronischen Infektion nicht normal wachsen oder Würmer den Darm oder Gallengang blockieren, was zu starken Schmerzen und Erbrechen führt.

  • Normalerweise diagnostizieren Ärzte diese Infektion, indem sie die Eier oder Würmer in einer Stuhlprobe identifizieren.

  • Die Betroffenen werden mit antiparasitären Medikamenten wie Albendazol behandelt.

Askariose ist die häufigste Fadenwurminfektion des Menschen und kommt weltweit in rund 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Menschen vor, wo die Askariose bei vielen für eine Mangelernährung verantwortlich ist.  Darüber hinaus sterben jedes Jahr schätzungsweise 2000 Infizierte (meistens Kinder), weil die Würmer den Darm oder die Gallengänge (Gewebegänge, welche die Leber und Gallenblase mit dem Dünndarm verbinden) blockieren.

Die Infektion ist in tropischen oder subtropischen Regionen mit schlechten sanitären Verhältnissen weit verbreitet. In den Vereinigten Staaten ist Askariose am häufigsten bei Flüchtlingen, Immigranten und Menschen, die in Gegenden mit Fällen von Askariose gereist sind, anzutreffen.

Wussten Sie ...

  • Rund 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Menschen weltweit leiden an einer Fadenwurminfektion, die Askariose genannt wird.

Übertragung von Askariose

Zu einer Infektion kommt es, wenn jemand befruchtete Spulwurmeier verschluckt. Nur befruchtete Eier können eine Infektion hervorrufen. Die Eier können sich in Nahrungsmitteln befinden, die durch den Kontakt mit Erde kontaminiert wurden, die menschliche Exkremente mit Eiern darin enthielt. Eine Infektion kann auch auftreten, wenn sich Menschen schmutzige und kontaminierte Hände oder Finger in den Mund stecken. Spulwurmeier sind sehr widerstandsfähig und können jahrelang im Boden überleben.

Einmal verschluckt, schlüpfen die Spulwurmlarven im Darm aus den Eiern. Anschließend bohren sich die Larven durch die Wand des Dünndarms und werden über die Lymphgefäße und die Blutbahn zur Lunge transportiert. Dort treten sie in die Lungenbläschen ein und wandern aufwärts durch den Atemtrakt, bis sie in den Mund gelangen, wo sie wieder verschluckt werden. Die Larven reifen im Dünndarm aus, wo sie als adulte Würmer verbleiben. Dieser Prozess dauert 2 bis 3 Monate. Voll entwickelte Würmer sind 15 bis 50 Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von 2,5 bis 5 Millimeter. Sie leben 1 bis 2 Jahre. Die Eier, die von adulten Würmern gelegt werden, werden im Stuhl ausgeschieden, entwickeln sich in der Erde und beginnen den Infektionszyklus wieder, wenn sie geschluckt werden.

Menschen können sich auch mit Ascaris suum, dem eng verwandten Schweinespulwurm, infizieren. Zu einer Infektion kommt es durch das Schlucken befruchteter Eier über Hände, die durch die Berührung infizierter Schweine kontaminiert waren, oder über den Verzehr von nicht durchgegartem, mit Schweinekot kontaminiertem Obst oder Gemüse.

Symptome

Die Migration von Ascaris-Larven durch die Lunge kann Fieber, Husten, Keuchatmung und manchmal Auswurf mit blutigem Schleim verursachen.

Eine geringe Anzahl Würmer im Darm löst in der Regel keine Verdauungssymptome aus. Eine große Anzahl Würmer kann hingegen Bauchkrämpfe und manchmal eine Blockierung des Darms verursachen, vor allem bei Kindern, die in Regionen mit schlechten sanitären Verhältnissen leben. Eine Blockierung kann Übelkeit, Erbrechen, abdominale Schwellung (Distension) und Bauchschmerzen verursachen.

Manchmal wandern adulte Würmer in den Mund oder die Nase ab, werden erbrochen oder im Stuhl ausgeschieden – diese Situationen können seelisch erschütternd sein. Gelegentlich verstopfen adulte Würmer die Öffnung zum Blinddarm, dem Gallengang oder dem Pankreasgang, was starke Bauchschmerzen verursacht.

Bei infizierten Kindern kann es zu Unterernährung kommen. Es ist möglich, dass Kinder mit einer schweren Infektion nicht normal wachsen oder zunehmen.

Diagnose

  • Untersuchung einer Stuhlprobe

Die Diagnose einer Askariose erfolgt durch den Nachweis von Eiern oder adulten Würmern in einer Stuhlprobe oder selten auch durch die Sichtung ausgewachsener Würmer, die in den Rachen oder die Nase gewandert sind.

Wenn aus anderen Gründen eine Computertomographie (CT) oder ein Ultraschall durchgeführt wurde, können adulte Würmer erkannt werden. Selten kann man die Effekte der Larvenwanderung durch die Lunge auf einer Röntgenaufnahme der Brust erkennen.

Vorbeugung

Folgende Strategien eignen sich am besten, um einer Askariose vorzubeugen

  • Hände vor dem Anfassen von Nahrungsmitteln gründlich mit Seife und Wasser waschen

  • Alle rohen Gemüse und Früchte vor dem Verzehr waschen, schälen und/oder kochen, vor allem solche, die in Gegenden gewachsen sind, wo menschlicher Kot als Dünger verwendet wird

  • Keine Darmentleerung im Freien

Effektive Abwasserbeseitigungsanlagen können dazu beitragen, eine Ausbreitung dieser Infektion zu verhindern.

Bisweilen wird ganzen Bevölkerungsgruppen und insbesondere Kindern mit einem erhöhten Risiko einer Infektion mit Spulwürmern (und anderen Würmern, die durch kontaminierte Erde übertragen werden, wie z. B. Hakenwürmer und Peitschenwürmer) eine große Einzeldosis Albendazol oder Mebendazol verabreicht. Diese Behandlung dient als Vorbeugung von Komplikationen infolge dieser Infektionen.

Behandlung

  • Arzneimittel zur Behandlung von Wurminfektionen (Anthelminthika)

Zur Behandlung von Askariose verschreibt ein Arzt normalerweise Albendazol oder Mebendazol. Ivermectin ist eine weitere Alternative. Diese Arzneimittel werden oral eingenommen. Da diese Medikamente einem Fötus aber schaden können, muss das Risiko einer Behandlung von infizierten Schwangeren gegenüber dem Risiko einer Nichtbehandlung der Infektion abgewogen werden.

Patienten, die sich in Regionen Afrikas aufgehalten haben, in denen Loa loa vorkommt, werden auf Loiasis untersucht, bevor ihnen Ivermectin verabreicht wird, denn Ivermectin kann bei Patienten mit einer schweren Infektion mit Loa loa eine ernste Gehirnentzündung (Enzephalitis) hervorrufen.

Wenn die Spulwürmer den Darm blockieren, können Betroffene mit einem der obigen Medikamente behandelt oder die Würmer im Rahmen einer Operation oder mit einem durch den Mund bis in den Darm eingeführten Endoskop (einem biegsamen Beobachtungsschlauch) entfernt werden.

Wenn die Lunge betroffen ist, konzentriert sich die Behandlung auf Symptomlinderung. Dabei werden Bronchodilatatoren und Kortikosteroide eingesetzt. Albendazol und andere Anthelminthika werden zur Behandlung einer Infektion der Lunge normalerweise nicht angewendet.

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