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Herztransplantation

Von

Martin Hertl

, MD, PhD, Rush University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Unter einer Herztransplantation versteht man die Entnahme eines gesunden Herzens eines vor Kurzem verstorbenen Spenders und die Verpflanzung dieses Herzens in den Körper des Patienten, der an einer schweren Herzkrankheit leidet, die nicht mehr wirksam mit Medikamenten oder anderen Operationen behandelt werden kann.

Herztransplantationen bleiben Menschen mit einer der folgenden Erkrankungen vorbehalten, die mit Medikamenten oder anderen Operationen nicht mehr effektiv behandelt werden können:

Herztransplantationen können bei Personen mit einer schwerwiegenden pulmonalen Hypertonie (Bluthochdruck in den Lungenarterien), die auf keine medikamentöse Behandlung anspricht, nicht durchgeführt werden. Sie wären wahrscheinlich Kandidaten für eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation.

Einige medizinische Zentren verfügen über Herzmaschinen, die Menschen bis zum Finden eines passenden Spenderherzens über Wochen oder Monate am Leben erhalten können. Außerdem verwendet man neu entwickelte, implantierbare künstliche Herzen (sogenannte ventrikuläre Herzunterstützungssysteme oder VADs [ventricular assist devices]), die Blut in den Rest des Körpers pumpen, um für Patienten die Zeit zu überbrücken, bis ein Herz verfügbar ist, oder sie kommen bei Patienten zum Einsatz, die kein Kandidat für eine Herztransplantation sind. Aufgrund einer hervorragenden Entwicklung dieser Geräte werden sie zunehmend als ein langfristiger Ersatz verwendet. Als Ergebnis ging der Bedarf an Herztransplantationen zurück.

Etwa 95 Prozent der Empfänger von Spenderherzen können nach der Transplantation besser Sport treiben und Alltagsaktivitäten nachgehen, als vor dem Eingriff. Über 70 Prozent der Empfänger arbeiten anschließend wieder Vollzeit. Etwa 85 bis 90 Prozent der Empfänger eines Spenderherzens überleben mindestens 1 Jahr lang.

Spender

Alle gespendeten Herzen stammen von kürzlich Verstorbenen. Spender müssen unter 70 Jahren sein und dürfen keine koronare Herzkrankheit oder weitere Herzkrankheiten aufweisen. Die Blutgruppe und Herzgröße des Spenders und Empfängers müssen außerdem übereinstimmen.

Spenderherzen müssen innerhalb von 4 bis 6 Stunden transplantiert werden.

Verfahren

Durch einen Schnitt in der Brust wird der größte Teil des geschädigten Herzens entnommen, lediglich die Hinterwand einer der beiden Vorhöfe (Atrien) bleibt erhalten. Das Spenderherz wird anschließend mit den verbliebenen Teilen des Empfängerherzens verbunden.

Eine Herztransplantation dauert ca. 3 bis 5 Stunden. Danach bleibt der Patient meist noch 7 bis 14 Tage im Krankenhaus.

Medikamente zur Hemmung des Immunsystems (Immunsuppressiva), einschließlich Kortikosteroide, werden einen Tag nach der Transplantation eingeleitet. Diese Präparate können dabei helfen, das Risiko einer Abstoßung des transplantierten Herzens zu senken.

Komplikationen

Eine Transplantation kann verschiedene Komplikationen auslösen.

Die meisten Todesfälle nach einer Herztransplantation sind auf Infektionen oder Abstoßungen zurückzuführen, die kurz nach der Operation auftreten.

Abstoßung

Um zu verhindern, dass das transplantierte Herz abgestoßen wird, müssen Immunsuppressiva angewandt werden.

Eine Abstoßung, wenn sie auftritt, kann zu Schwäche und einem schnellen oder anderweitig abnorm verändertem Herzrhythmus führen. Kommt es zu einer Abstoßung, kann das transplantierte Herz nicht richtig funktionieren. Dies führt zu niedrigem Blutdruck und der Ansammlung von Flüssigkeiten in den Beinen und gelegentlich auch im Bauchraum, was zu einer Schwellung führt, die auch Ödem genannt wird. Ebenso kann sich Flüssigkeit in den Lungen ansammeln, was zu Atemproblemen führt. Die Abstoßungsreaktion ist jedoch häufig leichter Natur. In solchen Fällen treten möglicherweise keine Symptome auf, allerdings lassen sich im Elektrokardiogramm Veränderungen in der elektrischen Herzaktivität nachweisen.

Bei Verdacht auf eine Abstoßung wird für gewöhnlich eine Biopsie durchgeführt. Hierzu wird durch einen kleinen Einschnitt im Hals ein Katheter in eine Halsvene eingeführt und zum Herzen vorgeschoben. Mit einer Vorrichtung am Ende des Katheters wird aus dem Herzen eine winzige Gewebeprobe entnommen und anschließend mikroskopisch untersucht. Da die Auswirkungen einer Abstoßung schwerwiegend sein können, führen die Ärzte routinemäßig einmal im Jahr eine Biopsie durch, um zu sehen, ob eine symptomlose Abstoßung stattfindet.

Transplantatbediente Atherosklerose

Etwa ein Viertel aller Herztransplantierten entwickelt eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) in den Herzkranzgefäßen.

Zur Behandlung gehören Präparate, die im Blut den Lipid (Fett)-Spiegel senken und Diltiazem (ein Präparat, das die Vorbeugung von Verengungen der Blutgefäße unterstützen kann).

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