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Sekretorische Otitis media

Seröse Mittelohrentzündung

Von

Richard T. Miyamoto

, MD, MS, Indiana University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Bei der serösen Mittelohrentzündung sammelt sich Flüssigkeit im Mittelohr an.

  • Eine sekretorische Mittelohrentzündung tritt dann auf, wenn eine akute Mittelohrentzündung nicht vollständig ausgeheilt ist oder wenn Allergien eine Blockierung der eustachischen Röhre verursachen.

  • Menschen haben ein Gefühl des Verstopftseins und leiden unter vorübergehender Schwerhörigkeit am betroffenen Ohr.

  • Mithilfe der Tympanometrie wird diese Krankheit festgestellt.

  • Ärzte müssen vielleicht einen Schnitt im Trommelfell vornehmen, um die Flüssigkeit hinauslaufen zu lassen.

Die seröse oder exsudative Mittelohrentzündung kann sich aus einer unvollständig geheilten akuten Mittelohrentzündung und aufgrund einer verstopften eustachischen Röhre (die das Mittelohr mit dem hinteren Teil der Nase verbindet) entwickeln. Häufige Ursachen einer Verstopfung der eustachischen Röhre sind Allergien und vergrößerte Rachenmandeln. In seltenen Fällen wird die Verstopfung durch Tumore verursacht. Die sekretorische Otitis media kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch bei Kindern besonders häufig (siehe sekretorische Otitis media bei Kindern) und kann Wochen oder Monate andauern.

Normalerweise wird der Druck im Mittelohr drei- bis viermal pro Minute angeglichen, wenn sich die eustachische Röhre beim Schlucken öffnet. Ist dieser Verbindungsgang blockiert, nimmt der Druck im Mittelohr allmählich ab, weil Sauerstoff aus dem Mittelohr in den Blutstrom aufgenommen wird. Mit sinkendem Druck sammelt sich Flüssigkeit im Mittelohr an und die Beweglichkeit des Trommelfells wird eingeschränkt.

Symptome

Für gewöhnlich, aber nicht immer, enthält die Flüssigkeit im Mittelohr Bakterien. Dennoch kommt es nur selten zu Symptomen einer akuten Infektion wie Rötung, Schmerzen und Eiter. Meist haben die Betroffenen das Gefühl, Wasser im Ohr zu haben, und bemerken ein knisterndes oder platzendes Geräusch beim Schlucken. Gewöhnlich besteht eine gewisse Schwerhörigkeit.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Das Ohr muss untersucht werden, um eine Diagnose stellen zu können. Mithilfe einer Tympanometrie kann festgestellt werden, ob sich Flüssigkeit im Mittelohr befindet. Bei Erwachsenen und Jugendlichen werden Nasengang und der obere Rachen auf Tumore untersucht.

Behandlung

  • Abschwellende Mittel für ältere Kinder und Erwachsene

  • Maßnahmen zur Druckerhöhung im Ohr

  • Gelegentlich Einsetzen von Paukenröhrchen in das Ohr

Die meisten Menschen, die an einer eitrigen Mittelohrentzündung leiden, erholen sich ohne Behandlung wieder. Abschwellende Mittel wie Phenylephrin und Pseudoephedrin können auf Empfehlung des Arztes von älteren Kindern und Erwachsenen eingenommen werden und helfen bei einer verstopften Nase, sind aber gegen die sekretorische Otitis media selbst unwirksam. Abschwellende Mittel sollten bei jüngeren Kindern vermieden werden, besonders solange sie weniger als 2 Jahre alt sind. Bei durch Allergien verursachter verstopfter Nase können orale Antihistaminika und/oder ein kortikosteroidhaltiges Nasenspray verabreicht werden. Antibiotika sind nutzlos. Der Unterdruck im Mittelohr kann vorübergehend gelindert werden, indem man Luft durch die blockierte eustachische Röhre presst. Dazu müssen die Betroffenen den Mund schließen, die Nase zuhalten und dabei ausatmen (das sogenannte Valsalva-Manöver). Der Arzt kann auch eine spezielle Spritze (Mittelohr-Belüfter) verwenden, um Luft in ein Nasenloch des Patienten zu blasen, während das andere Nasenloch verschlossen wird und der Patient schluckt. Durch diese Technik (als Politzer-Verfahren bezeichnet) wird Luft in die eustachische Röhre und in das Mittelohr gepresst.

Wenn die Symptome chronisch werden (also länger als einen bis drei Monate anhalten), kann ein Schnitt im Trommelfell (Myringotomie) gemacht werden, damit die Flüssigkeit aus dem Mittelohr abfließen kann. Oft wird dabei ein sogenanntes Paukenröhrchen (siehe Abbildung zu Myringotomie) ins Trommelfell eingesetzt, um das Sekret abzuleiten und das Mittelohr zu belüften. Bei Kindern kann es auch erforderlich sein, die Rachenmandeln zu entfernen (Adenoidektomie). Um eine normale Sprachentwicklung sicherzustellen, müssen kleine Kinder mit anhaltender Schwerhörigkeit infolge einer langanhaltenden eitrigen Mittelohrentzündung unter Umständen entsprechend behandelt werden.

Myringotomie: Behandlung der sekretorischen Otitis media

Bei einer Myringotomie wird das Trommelfell durchstochen. Die Flüssigkeit kann dann durch die kleine Öffnung aus dem Mittelohr abfließen kann. Anschließend wird durch die Öffnung ein winziges, hohles Röhrchen aus Kunststoff oder Metall (Tympanostomie-Röhren oder Paukenröhrchen) in das Trommelfell eingeführt. Diese Röhrchen gleichen den Druck der Umgebung mit dem des Mittelohrs aus. Sie werden meist bei Kindern mit wiederkehrenden Ohrinfektionen (akute Mittelohrentzündung) oder wiederkehrenden oder andauernden Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr (chronische eitrige Mittelohrentzündung) eingesetzt.

Das Einlegen von Paukenröhrchen ist ein Routineeingriff, der im Krankenhaus oder in der ärztlichen Praxis durchgeführt werden kann. Eine Vollnarkose oder Sedierung ist normalerweise erforderlich. Bereits einige Stunden nach dem Eingriff darf das Kind nach Hause gehen. Manchmal werden anschließend eine Woche lang Antibiotika-Ohrentropfen verabreicht. Die Röhrchen treten normalerweise etwa 6 bis 12 Monate später von alleine heraus, manche auch später. Andernfalls werden sie vom Arzt entfernt, manchmal unter Vollnarkose oder Sedierung. Wenn sich die Öffnung nicht von selbst verschließt, muss sie womöglich operativ geschlossen werden.

Kinder mit Paukenröhrchen können ihre Haare waschen und schwimmen gehen. Einige Ärzte raten jedoch davon ab, den Kopf ins tiefe Wasser zu tauchen, es sei denn, es werden Ohrstöpsel getragen.

Fließt Flüssigkeit aus den Ohren ab, deutet dies auf eine Infektion hin und der Arzt sollte benachrichtigt werden.

Myringotomie: Behandlung der sekretorischen Otitis media

Allergiker sollten versuchen, ihre Umgebung möglichst frei von Allergenen zu halten. Ärzte empfehlen möglicherweise eine Behandlung, bei der das körpereigene Immunsystem gegen Allergene stimuliert wird (Immuntherapie).

Von einer sekretorischen Otitis media betroffene Personen sollten keine Tauchgänge oder Flugreisen einplanen, da Veränderungen des Luftdrucks zu Schmerzen und Verletzungen im Ohr (Barotrauma) führen können. Falls Flugreisen nicht verschoben werden können, kann es helfen, wenn jüngere Kinder etwas kauen oder trinken (z. B. aus einer Flasche). Bei älteren Kindern und Erwachsenen kann der Druck im Mittelohr durch verschiedene Maßnahmen oft ausgeglichen werden, sodass die Beschwerden gelindert werden. Wenn der Druck der Außenluft abfällt, wie z. B. beim Steigflug, sollte man möglichst bei offenem Mund atmen, gähnen, Kaugummi kauen oder schlucken. Wenn der Druck der Außenluft steigt, wie z. B. beim Sinkflug oder tieferem Tauchen, kann man die Nase zuhalten, den Mund schließen und Luft vorsichtig durch die Nase herauspressen. Dabei wird Luft in die blockierte eustachische Röhre geleitet.

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