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Herpes zoster oticus

(Zoster geniculatus, Ramsay-Hunt-Syndrom, virale Neuritis)

Von

Lawrence R. Lustig

, MD, Columbia University Medical Center and New York Presbyterian Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Herpes zoster oticus ist eine Herpes-zoster-Virusinfektion der Nervenknoten (Ganglien), die die Nerven für Gehör und Gleichgewicht (8. Hirnnerv) und für die Gesichtsbewegungen (7. Hirnnerv) steuern.

Herpes zoster (Gürtelrose) ist eine Infektion, die aus einer Reaktivierung des Varizella-zoster-Virus entsteht, das Windpocken verursacht. Nach einer Windpockenerkrankung ruht dieses Virus in den Nervenwurzeln und kann reaktiviert werden. Dann wandert es die Nervenfasern entlang bis zur Haut, wo es schmerzhafte Wunden verursacht. Zumeist ist die Ursache der Reaktivierung unbekannt. Möglicher Auslöser ist eine Schwächung des Immunsystems, beispielsweise durch Krebs, AIDS oder bestimmte Arzneimittel.

Herpes zoster oticus tritt auf, wenn das Herpes-zoster-Virus im 7. (Gesichts-) und 8. Hirnnerv reaktiviert wird. Der 7. Hirnnerv kontrolliert einige Gesichtsmuskeln. Der 8. Hirnnerv kontrolliert das Hörvermögen und den Gleichgewichtssinn.

Symptome

Symptome des Herpes zoster oticus umfassen die Folgenden:

  • Starke Ohrenschmerzen

  • Flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Vesikel) an der Außenseite des Ohrs (Ohrmuschel) und im Gehörgang

  • Vorübergehende oder permanente Lähmung einer Seite des Gesichts (ähnlich wie bei der Bell-Lähmung)

  • Über Tage bis Wochen anhaltender Schwindel (das irrtümliche Gefühl, sich zu bewegen oder zu drehen)

  • Hörverlust, der andauern kann oder teilweise bis vollständig wieder abklingt

  • In seltenen Fällen Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Nackensteifigkeit

Manchmal sind noch weitere Hirnnerven betroffen.

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Manchmal Untersuchung der Flüssigkeit aus den Bläschen im Labor

  • Manchmal auch eine Magnetresonanztomographie (MRT)

Der Arzt stützt die Diagnose eines Herpes zoster oticus in der Regel auf eine körperliche Untersuchung. Manchmal wird von den Vesikeln eine Probe genommen, die unter dem Mikroskop untersucht oder von der eine Kultur angelegt wird. Es kann auch eine MRT durchgeführt werden, um auszuschließen, dass die Symptome von anderen Erkrankungen ausgelöst werden.

Behandlung

  • Opioide gegen Schmerzen

  • Manchmal kortikosteroidhaltige Medikamente wie Prednison zur Hemmung der Entzündung

  • Manchmal antivirale Medikamente zur Behandlung der Infektion

  • In seltenen Fällen operative Eingriffe zur Senkung des Drucks auf den Gesichtsnerv

Es können Medikamente zur Linderung der Symptome und Behandlung des Virus verabreicht werden. Es ist jedoch nicht klar, ob diese Arzneimittel viel helfen. Die Entzündung wird mit Kortikosteroiden wie Prednison unterdrückt. Antivirale Arzneimittel wie Aciclovir oder Valaciclovir können dazu beitragen, die Dauer der Infektion zu verkürzen, und werden häufig Betroffenen verabreicht, deren Immunsystem geschwächt oder beeinträchtigt ist. Diazepam lindert die Schwindelanfälle. Gegen die Schmerzen werden Opioide oral verabreicht. Patienten mit anhaltenden Restschmerzen (sogenannte postherpetische Neuralgie) können andere Behandlungen verordnet werden, wie z. B. Hautpflaster, Antiepileptika oder trizyklische Antidepressiva.

Patienten mit vollständiger Gesichtslähmung benötigen eventuell einen chirurgischen Eingriff, um den Gesichtsnerv vom Druck zu entlasten.

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