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Anordnung zum Verzicht auf Wiederbelebung (VaW)

Von

Charles Sabatino

, JD, American Bar Association

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Quellen zum Thema

Die Anordnung zum Verzicht auf Wiederbelebung (VaW), die in der Krankenakte des Patienten verwahrt wird, informiert das medizinische Personal, dass der Patient keine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) wünscht. Da keine HLW durchgeführt wird, werden auch die weiteren Maßnahmen zur Wiederbelebung, die gewöhnlich nach der HLW ergriffen werden (z. B. Elektroschocks zur Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus und eine künstliche Beatmung durch Einführen eines Atmungsschlauchs), nicht ausgeführt. Diese Anweisung hat sich als sinnvoll erwiesen, um unnötige und unerwünschte invasive Behandlungen am Lebensende zu vermeiden. Die Erfolgsrate von HLW am Lebensende ist extrem niedrig. (Siehe auch Überblick über rechtliche und ethische Fragen in der medizinischen Versorgung.)

Der Arzt sollte mit schwer erkrankten Patienten die Wahrscheinlichkeit eines Herz-Lungen-Stillstands (Herz und Atmung setzen aus) angesichts ihres unmittelbaren Gesundheitszustands erörtern, die HLW-Verfahren und möglichen Resultate beschreiben und die Patienten nach ihren Behandlungspräferenzen fragen. Falls der Patient nicht in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen, entscheidet ein autorisierter Stellvertreter.

Die VaW-Anordnung ist kein „Behandlungsverzicht‟. Er bedeutet vielmehr, dass lediglich die HLW nicht durchgeführt wird. Andere Behandlungen (z. B. Verabreichung von Antibiotika, Transfusionen, Dialyse oder Beatmung), die das Leben ggf. verlängern, können weiterhin durchgeführt werden. Je nach Zustand des Patienten ist es wahrscheinlicher, dass diese anderen Behandlungen erfolgreicher als HLW sind. Behandlungen, die Schmerzen lindern und den Komfort des Patienten erhöhen (palliative Versorgung), sollten immer durchgeführt werden.

Die meisten Staaten sehen auch spezielle VaW-Anordnungen vor, die außerhalb des Krankenhauses rechtskräftig sind, unabhängig davon, zu welcher Gemeinde der Patient gehört. Diese Anweisungen werden u.a. als krankenhausexterne VaW-Anordnung, Komfortpflegeanweisung, HLW-Verzichtsanweisung bezeichnet. In der Regel müssen sie vom Arzt und Patienten (oder dessen Stellvertreter) unterzeichnet sein. Der Patient bekommt ein sichtbares Erkennungsmerkmal, z. B. Armreif oder Kette, anhand dessen das medizinische Notfallpersonal weiß, wie es handeln muss. Diese Anweisungen sind vor allem für unheilbar kranke Patienten in einer Gemeinde wichtig, die im Fall eines Herz- und Atemstillstands grundsätzlich nur Komfortpflege und keine Wiederbelebung wünschen. Patientenverfügungen und Vollmachten für medizinische Angelegenheiten sind im Notfall nicht grundsätzlich rechtsgültig. Viele Staaten sind gerade dabei, die VaW-Anordnung in eine übertragbare medizinische Anweisung zu integrieren, die Arztanweisungen für lebenserhaltende Maßnahmen genannt wird.

Medizinische Begriffe in Bezug auf lebenserhaltende Maßnahmen

Herz-Lunge-Wiederbelebung (HLW): Maßnahme zur Wiederbelebung eines Patienten, dessen Herz aufgehört hat zu schlagen (Herzstillstand), dessen Atmung ausgesetzt hat (Atemstillstand) oder dessen Herz und Atmung ausgesetzt haben (Herz-Lunge-Stillstand).

Code: Das Zusammenkommen von Fachkräften, die ausgebildet wurden, um eine HLW zur Wiederbelebung einer Person durchzuführen, deren Herz oder Atmung bzw. Herz und Atmung ausgesetzt haben.

Nein-Code: Eine Anweisung, die vom Arzt des Patienten unterzeichnet ist und besagt, dass keine HLW durchgeführt werden darf. (Auch Verzicht-auf-Wiederbelebung-Anordnung (VaW) genannt)

Irreversibles Koma: Ein Koma oder Wachkomma, aus dem der Patient vermutlich nicht erwachen wird.

Wachkoma: Ein Zustand, in dem der Patient nicht bei Bewusstsein ist, ggf. aber bestimmte Merkmale zeigt, die Bewusstsein simulieren, z. B. Augenöffnen, normale Schlaf- und Wachperioden, Saugen, Kauen, Husten, Würgen und Schlucken.

Unheilbar erkrankt: Der medizinische Zustand einer Person, die kurz vor dem Tod steht und für die keine Möglichkeit der Heilung besteht.

Lebensverlängernde Maßnahmen: Alle medizinischen Verfahren, Arzneimittel und technisch unterstützten Verfahren, die eine Person eine Zeitlang am Leben erhalten, die unheilbare Krankheit jedoch nicht heilen können.

Palliative Versorgung: Spezielle medizinische Versorgung, die sich unabhängig von der Diagnose darauf konzentriert, den Patienten von den Schmerzen und Belastungen einer schweren Krankheit freizuhalten, und darauf abzielt, sowohl die Lebensqualität des Patienten als auch die Lebensqualität der Familie des Patienten zu verbessern.

Arztanweisungen für lebenserhaltende Maßnahmen (POLST)

Mehr und mehr staatliche und kommunale Programme beschäftigen sich zusätzlich zur Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) mit lebenserhaltenden Notfallmaßnahmen für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung. Diese Programme heißen gewöhnlich Arztanweisungen für lebenserhaltende Maßnahmen oder POLST, können aber auch andere Namen haben, z. B. medizinische Anweisungen für lebenserhaltende Maßnahmen (MOLST), Arztanweisungen über den Behandlungsumfang (POST), medizinische Anweisungen über den Behandlungsumfang (MOST) und übertragbare Arztanweisungen über Patientenwünsche (TPOPP).

POLST- und ähnliche Programme sehen ein vom Arzt initiiertes Gespräch und einen gemeinsamen Entscheidungsprozess mit Patienten vor, deren Erkrankung fortgeschritten oder im Endstadium ist. Aus dem Gespräch gehen eine Reihe von medizinischen Anweisungen hervor, die mit den Behandlungszielen des Patienten übereinstimmen und seine Wünsche hinsichtlich HLW, künstlicher Ernährung und Flüssigkeitszufuhr, Krankenhausaufenthalt, künstlicher Beatmung, Intensivpflege und anderer Interventionen respektieren, die in einem medizinischen Notfall vorgenommen werden könnten. POLST ist in allen Pflegeeinrichtungen anwendbar. Liegt ein medizinischer Notfall vor, sollten Sanitäter und andere medizinische Fachkräfte zunächst POLST folgen. Sind keine Sofortmaßnahmen erforderlich, sollte POLST zusammen mit der Person überprüft werden, wann immer sich der Gesundheitszustand, der Behandlungsort oder die Wünsche der Person maßgeblich ändern. Wenn ein Patient nicht entscheidungsfähig ist, handelt in seinem Namen sein autorisierter Stellvertreter. POLST-Anweisungen unterscheiden sich von Vorausverfügungen darin, dass sie nur bei Patienten mit fortgeschrittener Krankheit zur Anwendung kommen, einen Versorgungsplan in Form von medizinischen Anweisungen für Notfallentscheidungen darstellen und sich auf den aktuellen, jedoch nicht auf einen hypothetischen zukünftigen Zustand beziehen.

POLST- und ähnliche Programme gibt es nicht in allen Staaten oder Kommunen, werden aber derzeit vielerorts diskutiert.

Tabelle
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Unterschiede zwischen Vorausverfügungen und POLST

Merkmale

Vorausverfügungen

POLST

Eignung

Alle Erwachsenen, ungeachtet des aktuellen Gesundheitsstatus

Anerkannt in allen Bundesstaaten

Alle Erwachsenen (oder im Fall eines Minderjährigen ein Elternteil) mit einer schweren Erkrankung oder Gebrechlichkeit, aufgrund derer von medizinischen Fachkräften nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Patient infolge der Erkrankung innerhalb des nächsten Jahres verstirbt

POLST-Programme sind nicht in allen Bundesstaaten verfügbar

Wer sie schreibt

Die Person, mit oder ohne Anwalt

Ein Arzt oder in manchen Bundesstaaten auch ein Krankenpfleger oder Arztfachhelfer, nachdem die Gestaltung der Pflege mit der Person (bzw. mit dem stellvertretenden Entscheidungsträger, falls die Person nicht mehr in der Lage, selbst Entscheidungen diesbezüglich zu treffen) besprochen wurde

Wo die Ausführung stattfindet

In einer beliebigen Einrichtung

In medizinischen Einrichtungen

Welche Informationen enthalten sind

Präferenzen hinsichtlich möglicher zukünftiger Behandlungsalternativen (nicht hinsichtlich medizinischer Anordnungen) und der Benennung eines Handlungsbevollmächtigten für gesundheitsbezogene Entscheidungen (stellvertretender Entscheidungsträger).

Die medizinischen Anordnungen eines Arztes zu wichtigen Entscheidungen zur Intensivpflege, die aufgrund des aktuellen Gesundheitszustands des Patienten erforderlich werden könnten

Entscheidungen von Stellvertretern (stellvertretenden Entscheidungsträgern)

Stellvertreter dürfen keine Vorausverfügungen für den Patienten verfassen

Die Stellvertreter können an POLST beteiligt sein und ihre Zustimmung dazu geben, falls der Patient nicht in der Lage ist, selbst Entscheidungen zu treffen

Ärztliche Notversorgung

Gilt im Allgemeinen nicht für die ärztliche Notversorgung

Gilt für die ärztliche Notversorgung

Die für die Bereitstellung der Dokumente an medizinische Fachkräfte verantwortlichen Personen, wo auch immer eine Behandlung erfolgt

Aufgabe der Patienten und Familienangehörigen

Aufgabe der medizinischen Fachkräfte

Wer die Dokumente ggf. überprüft und revidiert

Die Person, die die Vorausverfügung erstellte

Die medizinische Fachkraft

Verwendung beider Dokumente für dieselbe Person

Gibt die allgemeinen Ziele und Wünsche in den einzelnen Lebensabschnitten der Person an und dient als Ansatzpunkt bei der Besprechung von POLST

Ergänzt die Vorausverfügungen, indem die allgemeinen Ziele und Wünsche der Person in spezifische medizinische Anordnungen umgesetzt werden

POLST = Arztanweisungen für lebenserhaltende Maßnahmen.

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