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Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper

Von

Alexandra Villa-Forte

, MD, MPH, Cleveland Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig sehr stark, und das wirkt sich auf die Gesundheit des Menschen aus. Das Verdauungssystem wird vornehmlich vom Geist (Gehirn) gesteuert. Angst, Depression und Furcht haben einen starken Einfluss auf die Funktion dieses Systems. Sozialer und psychischer Stress kann zahlreiche Krankheiten und Störungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Migränekopfschmerzen auslösen oder verschlimmern. Allerdings variiert die relative Bedeutung psychologischer Faktoren unter Menschen mit derselben Krankheit deutlich.

Die meisten Menschen sind entweder intuitiv oder durch eigene Erfahrung überzeugt davon, dass emotionaler Stress sogar schwere körperliche Krankheiten verursachen oder deren Verlauf verändern kann. Wie diese Stressoren dies tun, ist nicht klar. Emotionen können offensichtlich bestimmte Körperfunktionen wie Puls, Blutdruck, Schwitz- und Schlafmuster, Ausscheidung von Magensäure und Stuhlgang, beeinflussen, andere Wechselwirkungen sind jedoch weniger offensichtlich. Die Wege und Mechanismen, durch welche Gehirn und Immunsystem einander beeinflussen, wurden beispielsweise bisher nur ansatzweise verstanden. Es ist erstaunlich, wie das Gehirn die Aktivität der weißen Blutkörperchen und damit die Immunreaktion beeinflussen kann, denn die weißen Blutkörperchen zirkulieren in den Blut- und Lymphgefäßen im Körper und haben keinen Kontakt zu Nervenzellen. Es gilt aber als erwiesen, dass das Gehirn mit den weißen Blutkörperchen kommuniziert. Beispielsweise kann eine Depression das Immunsystem schwächen, sodass die betroffene Person anfälliger für Infektionen wie etwa eine gewöhnliche Erkältung ist.

Stress kann auch dann körperliche Symptome hervorrufen, wenn keine körperliche Erkrankung vorliegt, da der Körper physiologisch auf emotionalen Stress reagiert. Stress kann z. B. Ängste verursachen, wodurch das vegetative Nervensystem und Hormone wie Adrenalin dazu veranlasst werden, den Herzschlag zu beschleunigen und Blutdruck und Schweißproduktion zu erhöhen. Auch Muskelverspannungen, die zu Schmerzen im Nacken, Rücken, Kopf oder an anderen Stellen führen, können stressbedingt sein.

Die Wechselwirkung zwischen Geist und Körper ist keine Einbahnstraße. So wie psychologische Faktoren dazu beitragen können, dass körperliche Erkrankungen ausbrechen oder sich verschlimmern, können auch körperliche Beschwerden die Stimmung und das Denken eines Menschen beeinflussen. Menschen, die an einer lebensbedrohlichen, wiederholt auftretenden oder chronischen Krankheit leiden, entwickeln häufig Depressionen. Diese können die Auswirkungen der körperlichen Erkrankung verschlimmern und das Leiden des Betroffenen vergrößern.

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