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Röteln

(3-Tage-Masern)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Röteln sind eine ansteckende Virusinfektion, die typischerweise leichte Symptome verursacht, wie Gelenkschmerzen und Hautausschlag, aber schwere Geburtsfehler verursachen kann, wenn die Mutter während der Schwangerschaft mit Röteln infiziert wird.

  • Röteln werden durch ein Virus ausgelöst.

  • Zu den typischen Symptomen zählen geschwollene Lymphknoten, rote Flecken am Gaumen und ein charakteristischer Ausschlag.

  • Die Diagnose gründet auf den Symptomen.

  • Röteln können mit einer Routineimpfung verhindert werden.

  • Die Behandlung der Röteln zielt auf eine Linderung der Symptome ab.

(Siehe auch Röteln bei Neugeborenen.)

Röteln sind eine Kinderkrankheit, die meist milde verläuft, die jedoch schwerwiegende Folgen haben kann, wenn ein Kind vor der Geburt infiziert wird. Infiziert sich eine schwangere Frau während der ersten 16 Schwangerschaftswochen (vor allem in den ersten 8 bis 10 Wochen) mit Röteln, wird die Infektion häufig auf den Fötus übertragen. Mögliche Folgen sind Fehlgeburt, Totgeburt oder multiple, schwere Fehlbildungen beim Kleinkind (als angeborenes Rötelnsyndrom bezeichnet).

Röteln wurden früher als „3-Tage-Masern“ bezeichnet, da diese einen Ausschlag verursachen, der dem Ausschlag von Masern ähnelt. Sie werden jedoch von einem anderen Virus verursacht.

Früher kam es im Frühling häufig zu Röteln-Epidemien, bei denen sich alle 6 bis 9 Jahre Millionen von Menschen infizierten. Dank der guten Durchimpfungsrate ist die Krankheit in den USA heute selten geworden. Dennoch gibt es immer wieder erwachsene Frauen, die nie an Röteln erkrankt sind und nie dagegen geimpft wurden. Diese Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Kinder mit schweren Geburtsfehlern zur Welt zu bringen, wenn sie sich in der Anfangsphase der Schwangerschaft mit Röteln anstecken. Seit dem Jahr 2004 wurden alle Fälle von Röteln in den USA von Reisenden oder Immigranten eingeführt und breiten sich selten auf andere Personen aus.

Röteln werden in erster Linie durch das Einatmen virushaltiger Tröpfchen, die eine infizierte Person ausgehustet hat, übertragen. Enger Kontakt mit einer infizierten Person kann ebenso zu einer Infektion führen. Personen mit Röteln sind mehrere Tage vor bis 1 Woche nach Auftreten des Ausschlags besonders ansteckend, und eine Ansteckung erfolgt in der Regel während der Ausschlag vorhanden ist. Ein Säugling, der vor der Geburt infiziert wurde, kann noch Monate nach der Geburt ansteckend sein. Eine Person, die einmal an Röteln erkrankt ist, ist lebenslang immun und kann für gewöhnlich nicht wieder daran erkranken.

Wussten Sie ...

  • Standardimpfungen können Röteln und eine Vielzahl von Virusinfektionen verhindern.

Röteln-Symptome

Die Symptome bei Röteln unterscheiden sich etwas zwischen Kindern und Erwachsenen.

Die Rötelnsymptome beginnen etwa 14 bis 21 Tage nach der Infektion. Erwachsene und einige Kinder fühlen sich ein paar Tage lang etwas krank, haben leichtes Fieber und gereizte Augen. Bei den meisten Kindern ist das erste Anzeichen jedoch der charakteristische Ausschlag.

Der Ausschlag bei Röteln ist ähnlich dem Ausschlag bei Masern, breitet sich aber nicht so weit aus und bildet keine großen roten Bereiche. Der Ausschlag beginnt im Gesicht und am Hals und dehnt sich schnell auf Rumpf, Arme und Beine aus. Bei beginnendem Ausschlag kann eine leichte Rötung der Haut, vor allem im Gesicht, auftreten. Am Gaumen entstehen schmerzlose Flecken. Diese Flecken fließen später zusammen und überziehen die gesamte hintere Rachenwand. Der Ausschlag dauert etwa 3 bis 5 Tage an.

Rötelnpatienten fühlen sich normalerweise nicht besonders krank, manche haben lediglich Gelenkschmerzen. Bei Erwachsenen kann es zu Fieber, Kopfschmerzen und steifen, geschwollenen Gelenken kommen (Arthritis). Bei Erwachsenen und manchen Kindern kommt es zu geschwollenen Lymphknoten im Hals und dem Hinterkopf. In seltenen Fällen entsteht eine Mittelohrentzündung (Otitis media) oder eine niedrige Blutplättchenzahl (Blutplättchenmangel). Eine Infektion des Gehirns (Enzephalitis) ist eine sehr seltene, gelegentlich tödlich verlaufende Komplikation.

Diagnose der Röteln

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Tests auf Antikörper bei Personen mit hohem Risiko

Verdacht auf Röteln besteht bei geschwollenen Drüsen am Hinterkopf und dem charakteristischen Ausschlag. Bei Schwangeren, Personen mit Enzephalitis und Neugeborenen ist eine eindeutige Diagnose von Röteln erforderlich. Die Diagnose Röteln kann durch Messung des Antikörperspiegels gegen das Rubella-Virus im Blut oder durch Tests von Proben aus Rachen, Nase oder Urin bestätigt werden.

Vor der Geburt kann die Diagnose beim Fötus gestellt werden, indem das Fruchtwasser oder das Blut des Fötus untersucht wird. Schwangere werden in der Frühschwangerschaft routinemäßig getestet, um eine Immunität gegen Röteln nachzuweisen.

Vorbeugung vor Röteln

  • Röteln-Impfstoff

Die erste Dosis der Rötelnimpfung gehört zur Grundimmunisierung im Kindesalter und wird erstmals zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat verabreicht. Die zweite Dosis wird im Alter zwischen 4 und 6 Jahren verabreicht. Dieser Impfstoff bietet bei mehr als 95 Prozent der Personen eine Immunität über mindestens 15 Jahre. Es kommt ein Kombinationsimpfstoff zum Einsatz. Die Kombination enthält Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln und manchmal auch gegen Varizellen (Windpocken). Gegen Röteln gibt es keinen Einzelimpfstoff mehr.

Wenn nicht sicher ist, ob ein Jugendlicher oder Erwachsener beide Dosen des Impfstoffs erhalten hat, wird entweder eine Dosis verabreicht oder ein Bluttest durchgeführt, um Antikörper gegen Röteln zu bestimmen (Nachweis der Immunität). Bei den folgenden Personengruppen müssen sich die Ärzte sicher sein:

  • Schwangere

  • Wenn eine Röteln-Infektion den Fötus einer anderen Person schädigen könnte

  • Bei Personen, die die Infektion auf viele andere Personen übertragen könnten

Dazu gehören alle gebärfähigen Frauen, Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, Studenten und Militärangehörige. Wenn durch den Bluttest keine Immunität nachgewiesen wird, erhalten diese Personen, mit Ausnahme von Schwangeren, eine Dosis des Impfstoffs. Schwangere sollten den Röteln-Impfstoff nicht erhalten, da dieser ein lebendes (wenn auch abgeschwächtes) Virus enthält, das den Fötus infizieren könnte. Auch wenn das abgeschwächte Virus das angeborene Rötelnsyndrom wohl nicht verursacht, kann es in seltenen Fällen den Fötus schädigen. Stattdessen sollten nicht-immune Schwangere Personen mit der Erkrankung meiden und den Impfstoff direkt nach der Geburt erhalten, sodass sie während zukünftiger Schwangerschaften immun sind. Da das Risiko besteht, dass der Fötus infiziert wird, sollte sichergestellt sein, dass Frauen, die gegen Röteln geimpft werden, innerhalb von mindestens 28 Tagen nicht schwanger werden.

Behandlung der Röteln

  • Acetaminophen oder Ibuprofen bei Fieber und Schmerzen zur Symptomlinderung

Es gibt keine Behandlung für die Röteln-Infektion. Die meisten Patienten werden ohne Behandlung wieder vollständig gesund. Gegen Fieber und Schmerzen können sie Acetaminophen oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen erhalten. Es gibt keine Behandlung für Enzephalitis; die Krankheit nimmt ihren Lauf und das Kind kann lediglich unterstützend gepflegt werden.

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