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Probleme beim Füttern

Von

Christopher P. Raab

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
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Probleme beim Füttern von Babys werden unter anderem durch gastroösophagealen Reflux, Gastroenteritis, zu viel Nahrung, zu wenig Nahrung und Dehydratation (Flüssigkeitsverlust) verursacht.

  • Manche Ernährungsprobleme verschwinden ohne Behandlung, andere erfordern jedoch eine ärztliche Versorgung oder eine Einlieferung ins Krankenhaus.

  • Mit einer ausgewogenen Ernährung und angemessenen Fütterungstechniken können manche Ernährungsprobleme gemindert werden.

Es gibt normalerweise nur leichte Ernährungsprobleme bei Säuglingen und kleinen Kindern, manchmal haben sie aber auch ernste Folgen.

Spucken

Beim Spucken fließt nach dem Füttern etwas geschluckte Muttermilch oder Säuglingsnahrung ohne Anstrengung durch den Mund oder die Nase wieder herauf. Dies geschieht bei fast allen Babys, da sie beim und nach dem Füttern nicht aufrecht sitzen können. Eine weitere Ursache ist, dass der Verschluss zwischen Speiseröhre und Magen noch nicht fertig ausgebildet ist und darum den Mageninhalt nicht komplett zurückhalten kann. Manchmal wird das Spucken durch zu schnelles Trinken oder Verschlucken von Luft verursacht. Zwischen dem 7. und 12. Lebensmonat hört das Spucken normalerweise auf.

Das Spucken kann verringert werden, indem

  • die Babys gefüttert werden, wenn sie noch nicht zu sehr hungrig sind

  • sie alle 4 bis 5 Minuten ein Bäuerchen machen

  • sie während und nach der Fütterung in aufrechter Position gelagert werden

  • dafür gesorgt wird, dass der Flaschennippel nur unter Druck wenige Tropfen abgibt oder wenn die Flasche auf den Kopf gestellt wird

Spucken bzw. erbrechen, das einem Säugling offensichtlich Schmerzen verursacht, die Nahrungsaufnahme und damit das Wachstum behindert oder bis in die frühe Kindheit weiter andauert, wird gastroösophagealer Reflux genannt und kann eine medizinische Behandlung erforderlich machen. Wenn der aufgestoßene Mageninhalt grün ist (was auf Galle hindeutet), Blut enthält oder mit Husten oder Erstickungsanfällen einhergeht, muss das Baby sofort behandelt werden.

Erbrechen

Unter Erbrechen versteht man das unangenehme, erzwungene Heraufwürgen von Nahrung. Erbrechen ist nie normal. Für eine vollständigere Darstellung, Erbrechen bei Säuglingen und Kindern.

Wenn Kleinkinder erbrechen, so geschieht dies häufig aufgrund einer akuten viralen Gastroenteritis. Eine virale Gastroenteritis ist eine Infektion des Verdauungstrakts, die zu Übelkeit, Erbrechen Durchfall und Krämpfen führt. Erbrechen kann auch durch Infektionen an anderen Stellen des Körpers, etwa Ohrinfektionen oder Harnwegsinfektionen ausgelöst werden.

In selteneren Fällen erbricht das Kind aufgrund einer schwerwiegenden organischen Störung. Kleinkinder im Alter zwischen 2 Wochen und 4 Monaten können manchmal nach dem Füttern schwallartig erbrechen, wenn sie eine Abflussbehinderung am Magenausgang haben (Hypertrophe Pylorusstenose). Auch einige lebensbedrohliche Störungen, wie Meningitis (Hirnhautentzündung) (Infektion um das Gehirn und Rückenmark herum), Darmverschluss, Stoffwechselkrankheiten und Blindarmentzündung (Appendizitis), können mit Erbrechen einhergehen.

Bei Gastroenteritis hört das Erbrechen meist ohne Behandlung auf. Einer Dehydratation (Flüssigkeitsverlust) des Kindes kann mit der Gabe von Flüssigkeit und Elektrolytlösungen (z. B. Natrium und Chlorid), wie sie in der Apotheke erhältlich sind, entgegengewirkt werden. Ein Kind, das häufig erbricht, verträgt es möglicherweise besser, wenn die Lösung öfter, dafür aber in kleineren Mengen verabreicht wird. Älteren Kindern kann Wassereis oder Gelatine gegeben werden, jedoch ist zu beachten, dass rotes Eis oder rote Gelatine mit Blut verwechselt werden kann, sollte das Kind erneut erbrechen.

Zum Arzt sollte jedes Kind, das erbricht und

  • starke Bauchschmerzen hat

  • nicht mehr trinken will und Flüssigkeiten nicht mehr bei sich behalten kann

  • hohes Fieber hat

  • träge (lethargisch) ist oder sehr krank wirkt oder sich auffällig anders als normal verhält

  • über mehr als 12 Stunden immer wieder erbricht

  • Blut oder grünen Mageninhalt (Galle) erbricht

  • 8 Stunden lang kein Wasser gelassen (uriniert) hat

Diese Symptome sind Zeichen einer Dehydratation oder einer anderen schweren Störung.

Überfüttern

Bei einer Überfütterung erhält das Kind mehr Nahrung, als es für eine gesunde Entwicklung benötigt. Zu Überfütterung kann es kommen, wenn ein Kind automatisch immer gefüttert wird, wenn es schreit. Auch wenn ihm eine Flasche zur Ablenkung oder zum Spielen überlassen wird, oder wenn ihm erlaubt wird, immer eine Flasche bei sich zu haben, kann dies Überfütterung zur Folge haben. Das Kind bekommt außerdem auch dann zu viel Nahrung, wenn Eltern „richtiges“ Verhalten mit Nahrung belohnen oder vom Kind erwarten, dass es auch dann aufisst, wenn es nicht hungrig ist. Eine kurzfristige Überfütterung führt beim Kind zu Spucken oder Durchfall. Über einen langen Zeitraum überfütterte Kinder können fettleibig (adipös) werden.

Unterfüttern

Bei einer Unterfütterung erhält das Kind zu wenig Nahrung, als es für eine gesunde Entwicklung benötigt. Unterfüttern ist einer von mehreren Gründen für eine Gedeihstörung und die Ursache kann sowohl beim Kind als auch bei den verantwortlichen Erwachsenen liegen. Zu Unterfütterung kann es kommen, wenn ein unruhiges oder abgelenktes Kind beim Füttern oder Stillen nicht bei der Sache ist oder Probleme mit dem Saugen oder Schlucken hat. Ein weiterer Grund für Unterfütterung können falsche Still- oder Fütterungsmethoden und falsch zubereitete Säuglingsnahrung sein ( Fütterung mit Säuglingsnahrung). Armut und ein schlechter Zugang zu nährstoffreichen Nahrungsmitteln sind ebenso wichtige Gründe für Unterernährung. Manchmal halten Eltern mit missbräuchlichen Absichten oder psychischen Gesundheitsstörungen bewusst Nahrung vor ihren Kindern zurück. Bei Säuglingen kann eine Unterfütterung zu einer Dehydratation und Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht) führen.

Soziale Einrichtungen (wie das Women, Infants and Children Program [WIC]) können Eltern dabei behilflich sein, Säuglingsnahrung zu kaufen und die richtigen Zubereitungs- und Fütterungstechniken zu erlernen. Liegt das Körpergewicht des Kindes so weit unter dem altersgemäßen Wert, dass seine Ernährung überwacht werden muss, kann eine Krankenhauseinweisung erforderlich werden. Wenn die Eltern das Kind missbrauchen oder vernachlässigen, sollte das Jugendamt benachrichtigt werden.

Weitere Informationen

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