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Übersicht zu Knochenerkrankungen bei Kindern

Von

Frank Pessler

, MD, PhD, Braunschweig, Germany

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Quellen zum Thema
  • Knochenerkrankungen können durch Verletzungen, Infektionen oder Krebs verursacht werden, vererbt sein, während des Wachstums oder ohne Ursache auftreten.

  • Einige Knochenerkrankungen können Schmerzen hervorrufen und das Gehen erschweren, während andere keine Symptome auslösen.

  • Zur Diagnose prüfen Ärzte gründlich die Vorgeschichte, führen genaue Beobachtungen und Untersuchungen durch und erstellen möglicherweise Röntgenbilder oder führen eine Magnetresonanztomographie (MRT) durch.

  • Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung.

Die Knochen von Kindern wachsen beständig und verändern ihre Form umfassend. Das Wachstum erfolgt in einem verletzlichen Teil des Knochens, der sich Wachstumsfuge nennt. Knochen sind einem ständigen Erneuerungsprozess unterworfen, bei dem altes Gewebe nach und nach durch neues ersetzt wird. Viele Knochenerkrankungen entstehen durch Änderungen des wachsenden Bewegungsapparats des Kindes. Diese Erkrankungen verbessern oder verschlimmern sich, während das Kind wächst. Andere Knochenerkrankungen können vererbt werden oder ohne bekannte Ursache im Kindesalter auftreten.

Wachstumsfugen

Menschen stellen sich Knochen als feste Objekte vor. Aber Knochen müssen genauso wie der Rest des Körpers im Kind wachsen. Die Knochen von Kindern wachsen aus weichen Bereichen des Knorpels an den Enden der Knochen. Diese Bereiche werden Wachstumsfugen genannt. Wenn die Kinder ausgewachsen sind, verhärten die Wachstumsfugen zu festen Knochen. Nachdem die Wachstumsfugen zu Knochen verwachsen sind, wachsen die Knochen nicht mehr in die Länge. Deshalb werden Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt in ihrer Jugend nicht mehr größer. Die Knochen reparieren sich zwar selbst, z. B. nach einer Verletzung, aber diese Reparaturen schließen die Wachstumsfugen nicht mit ein.

Während der Kindheit können Verletzungen der Wachstumsfugen zu einer Fehlbildung der Knochen führen.

Osteochondrose bezieht sich auf eine Gruppe von Störungen an der Wachstumsfuge, die entstehen, wenn ein Kind sehr schnell wächst. Ärzte sind sich nicht sicher, was eine Osteochondrose verursacht, aber die Störungen scheinen erblich bedingt. Zu den Osteochondrosen zählen Morbus Köhler, Perthes-Legg-Calvé-Krankheit, Morbus Osgood-Schlatter und die Scheuermann-Krankheit.

Lokalisierung der Wachstumsfugen

Wachstumsfugen (mit rosa Linien angedeutet) sind knorpelige Bereiche in der Nähe der Enden von langen Röhrenknochen (z. B. der Knochen in Armen und Beinen). An den Wachstumsfugen verlängern sich Knochen, bis die endgültige Körpergröße erreicht ist.

Lokalisierung der Wachstumsfugen

Ursachen

Knochenerkrankungen bei Kindern können durch Ursachen entstehen, die Menschen jeden Alters betreffen, einschließlich Verletzungen, Infektionen (Osteomyelitis) oder Krebs. Zu den Ursachen der Knochenerkrankungen, von denen hauptsächlich Kinder betroffen sind, zählt die allmähliche Fehlstellung der Knochen, die durch Belastungen der Wachstumsfugen während des Wachstums hervorgerufen werden. Eine Mangeldurchblutung, eine Ablösung vom restlichen Knochen oder bereits eine kleinere Fehlstellung können die Wachstumsfuge beschädigen. Durch eine geschädigte Wachstumsfuge kann das Wachstum gehemmt und das Gelenk verformt werden; dann kann eine Arthrose das Gelenk dauerhaft schädigen.

Bestimmte seltene Krankheiten des Bindegewebes können ebenfalls die Knochen beeinträchtigen. Dazu zählen das Marfan-Syndrom, Osteogenesis imperfecta und Chondrodysplasien. Osteopetrosen sind andere seltene Erbkrankheiten, die die Knochendichte erhöhen und/oder ein abnormales Knochenwachstum verursachen.

Symptome

Knochenerkrankungen verursachen manchmal schmerzlose Verformungen. Manche von ihnen beeinträchtigen die Fähigkeit des Kindes, zu gehen oder seine Gliedmaßen zu benutzen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Röntgenbilder, Magnetresonanztomographie (MRT) und Labortests

Die Diagnose einer Knochenerkrankung umfasst gewöhnlich eine gründliche Prüfung der Vorgeschichte, genaue Beobachtungen und Untersuchungen sowie eventuelle Röntgenbilder, MRT und Laboruntersuchungen.

Behandlung

  • Hängt von der Krankheit ab

Die Behandlung von Knochenerkrankungen richtet sich nach der Art der Erkrankung. Bei Kindern verschwinden einige Erkrankungen mit der Zeit von selbst. Andere erfordern jedoch Schienen oder operative Eingriffe.

Wenn die Wachstumsfuge beschädigt wird, kann eine Operation hilfreich sein. Eine operative akkurate Neuausrichtung getrennter oder verformter Enden der Wachstumsfuge kann das normale Knochenwachstum wiederherstellen. Mit einer Operation kann die durch die Fehlstellung hervorgerufene Reizung gemindert und so der Entwicklung von Arthritis im Gelenk vorgebeugt werden.

Wenn eine Knochenerkrankung zu einer Fehlbildung führt, kann dies Kinder ängstlich oder depressiv machen. Auch einige Behandlungen von Knochenerkrankungen können psychologisch schwer zu akzeptieren sein. Muss ein Jugendlicher beispielsweise ein Stützkorsett oder Gips zur Behandlung einer Skoliose tragen, kann er sich dadurch anders als seine Altersgenossen und von ihnen ausgeschlossen fühlen. Eine professionelle Beratung kann Ängsten oder Depressionen entgegenwirken. Eine Beratung kann Kindern auch dabei helfen, mit schwierigen Behandlungen umzugehen.

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