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Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen

(Basedow-Krankheit beim Neugeborenen; neonataler Morbus Basedow)

Von

Andrew Calabria

, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Quellen zum Thema

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bezeichnet die übermäßige Produktion von Schilddrüsenhormonen.

  • Die Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion bei Neugeborenen ist normalerweise eine Basedow-Krankheit bei der Mutter.

  • Zu den Symptomen zählen Reizbarkeit, schnelle Herzfrequenz, vorgewölbte Augen und verzögerte Gewichtszunahme.

  • Die Diagnose hängt von den Schilddrüsenfunktionstests ab.

  • Unbehandelt kann diese Störung tödlich sein.

  • Die Behandlung beinhaltet üblicherweise Thyreostatika und Betablocker.

Die Schilddrüse schüttet Schilddrüsenhormone aus. Die Schilddrüsenhormone kontrollieren die Geschwindigkeit des Stoffwechsels, unter anderem wie schnell das Herz schlägt sowie die Temperaturregulierung. Wenn die Schilddrüse zu viele dieser Hormone bildet, werden diese Funktionen beschleunigt.

Eine Schilddrüsenüberfunktion oder Basedow-Krankheit (neonataler Morbus Basedow) ist bei Neugeborenen selten, kann aber potenziell tödlich sein, wenn sie nicht erkannt wird und durch einen Arzt behandelt wird, der auf die Behandlung von Störungen des endokrinen Systems bei Kindern spezialisiert ist (ein pädiatrischer Endokrinologe). Dies geschieht im Allgemeinen dann, wenn die Mutter während der Schwangerschaft an der Basedow-Krankheit erkrankt war oder vor der Schwangerschaft gegen Basedow behandelt wurde. Bei der Basedow-Krankheit produziert der mütterliche Organismus schilddrüsenstimulierende Antikörper, die ihre Schilddrüsenhormonproduktion anregen. Diese Antikörper können durch die Plazenta zum Fötus gelangen und dessen Schilddrüse dazu anregen, zu viele Schilddrüsenhormone zu produzieren, was zum Tod oder einer Frühgeburt führen kann. Da die Säuglinge nach der Geburt den Antikörpern der Mutter nicht mehr ausgesetzt sind, tritt Morbus Basedow bei Neugeborenen normalerweise nur vorübergehend auf, kann jedoch wiederkehren.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen

Bei einem betroffenen Neugeborenen sind die Körperfunktionen erhöht, wie eine schnellere Herzfrequenz und Atmung, der Säugling ist reizbar und nimmt bei verstärktem Appetit nur wenig zu. Andere Symptome beinhalten Gedeihstörung, Erbrechen und Durchfall. Das Neugeborene kann, genau wie die Mutter, hervorquellende Augen (Exophthalmus) haben. Wenn das Neugeborene eine vergrößerte Schilddrüse (angeborener Kropf) hat, kann die Schilddrüse auf die Luftröhre drücken und die Atmung bei der Geburt behindern. Eine stark beschleunigte Herzfrequenz kann zur Herzinsuffizienz führen. Bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion kann der Spalt zwischen den Schädelknochen zu früh zuwachsen (Kraniosynostosis) und es kann zu einer intellektuellen Behinderung, Wachstumsdefiziten, Kleinwuchs und Hyperaktivität in der späteren Kindheit kommen.

Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen

  • Screening-Tests für Neugeborene

  • Schilddrüsenfunktionstests

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Die Ergebnisse des routinemäßigen Bluttests im Krankenhaus nach der Geburt zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, die hauptsächlich durchgeführt werden, um auf eine Schilddrüsenunterfunktion zu testen, zeigen möglicherweise eine Schilddrüsenüberfunktion.

Typische Symptome und Basedow-Krankheit der Mutter legen den Verdacht auf Schilddrüsenüberfunktion nahe.

Bestätigt wird die Diagnose durch Bluttests, die Schilddrüsenfunktionstests genannt werden und hohe Konzentrationen an Schilddrüsenhormon und schilddrüsenstimulierenden Antikörpern von der Mutter im Blut des Neugeborenen feststellen.

Sobald bei dem Neugeborenen eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert wurde, können bildgebende Verfahren durchgeführt werden, um die Größe und Lage der Schilddrüse zu bestimmen.

Prognose bei Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen

Säuglinge mit neonatalem Morbus Basedow erholen sich fast immer innerhalb von 6 Monaten. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft keine Medikamente zur Unterdrückung der Schilddrüsenhormonproduktion (Thyreostatika) eingenommen hat, kann beim Säugling bei der Geburt eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft Medikamente einnimmt, zeigen die Säuglinge möglicherweise erst 3 bis 7 Tage nach der Geburt Symptome. (Siehe auch Behandlung der Basedow-Krankheit während der Schwangerschaft.)

Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion beim Neugeborenen

  • Thyreostatika

  • Beta-Blocker

  • Manchmal Jod oder Hydrocortison

Neugeborene mit Schilddrüsenüberfunktion werden mit antithyreoiden Medikamenten wie Propylthiouracil behandelt, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. Sie erhalten auch Betablocker, welche die Herzfrequenz verlangsamen (wie Propranolol). Säuglingen kann auch Jod oral als Tropfen oder intravenös Hydrocortison verabreicht werden, wenn andere Therapien keine Besserung bringen. Die Medikamente können abgesetzt werden, sobald die plazentagängigen Antikörper der Mutter aus dem kindlichen Blutkreislauf verschwinden.

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