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Lippen- und Gaumenspalte

Von

Simeon A. Boyadjiev Boyd

, MD, University of California, Davis

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2017| Inhalt zuletzt geändert Okt 2017
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Die am häufigsten auftretenden Geburtsfehler im Schädel- und Gesichtsbereich sind mit einer Häufigkeit von 1 von 700 Babys die Lippen- und Gaumenspalten.

  • Bei der Lippenspalte ist die Oberlippe, meist direkt unterhalb der Nase, nicht zusammengewachsen.

  • Bei der Gaumenspalte ist der Mund (Gaumen) gespalten, wodurch ein Verbindungsgang in die Nase entsteht.

Lippen- und Gaumenspalten treten häufig zusammen auf.

Sowohl Umwelt- als auch genetische Faktoren können bei der Entstehung einer Lippen- oder Gaumenspalte eine Rolle spielen. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht, Alkohol trinkt oder andere Drogen konsumiert, kann sich das Risiko für ein Baby mit einer Lippen- oder Gaumenspalte erhöhen. Wenn man bereits ein Kind mit einer Lippen- oder Gaumenspalte zur Welt gebracht hat, steigt das Risiko, dass man ein zweites Kind mit diesem Geburtsfehler auf die Welt bringt.

Lippen- und Gaumenspalte: Fehlbildungen des Gesichts

Lippen- und Gaumenspalte: Fehlbildungen des Gesichts

Eine Lippenspalte ist entstellend und macht es dem Säugling unmöglich, mit seinen Lippen die Brustwarze zu umschließen. Eine Gaumenspalte stört beim Essen und Reden und erhöht das Risiko für Ohreninfektionen. Es gibt je nach Deformität mehrere Möglichkeiten, den Kindern dabei zu helfen, besser essen zu können. Zu den Möglichkeiten zählen speziell geformte Flaschennippel, ein Mundstück für die Zähne, das vorübergehend das Gaumendach abdeckt, damit der Säugling besser trinken kann, ein Fütterungssystem, das zusammengepresst werden kann, um die Milch zu füttern und ein künstlicher Gaumen, der genau an das Gaumendach des Säuglingsmunds angepasst wird.

Mit einer Operation lassen sich Lippen- und Gaumenspalten korrigieren. Wann operiert werden sollte, hängt von der Deformität und vom Säugling ab. Bei einer Gaumenspalte wird der Eingriff häufig in zwei Schritten durchgeführt. Die gespaltene Lippe, Nase und das Gaumensegel (der weiche Teil hinten im Gaumen) werden im 3. bis 6. Lebensmonat repariert. Dann wird das harte Gaumendach (der gerippte harte Vorderteil des Gaumens) zwischen dem 15. und 18. Lebensmonat repariert. Es können zudem eine zahn- und kieferorthopädische Behandlung, eine Sprachtherapie und Beratung erforderlich sein, wenn das Kind älter ist.

Das Risiko für Lippen- und Gaumenspalten lässt sich senken, indem die Frau vor der Schwangerschaft und im ersten Schwangerschaftsdrittel Folat (Folsäure) einnimmt.

Da auch Genanomalien zur Bildung von Lippen- und Gaumenspalte führen können, kann eine Genberatung für betroffene Familien von Nutzen sein.

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