Chronische Mittelohrentzündungen können durch akute Mittelohrentzündungen, eine Blockierung der eustachischen Röhre, Verletzungen, Verbrennungen oder dem Einsetzen von Schläuchen durch das Trommelfell verursacht werden.
Bei Kindern kommt es gewöhnlich zu Hörverlust und Ausfluss aus dem Ohr.
Die Diagnose der chronischen Mittelohrentzündung basiert auf der Krankengeschichte und den Befunden der Untersuchung.
Zu den Behandlungsmethoden gehören Antibiotikatropfen und mitunter auch oral eingenommene Antibiotika, Einsetzen von Paukenröhrchen oder beides.
(Siehe auch Überblick über Mittelohrentzündungen bei kleinen Kindern Überblick über Mittelohrentzündungen bei kleinen Kindern Eine Mittelohrentzündung ist eine Infektion des Raums, der sich unmittelbar hinter dem Trommelfell befindet. Mittelohrentzündungen (Otitis media) können bei älteren Kindern und Erwachsenen auftreten... Erfahren Sie mehr und Chronische Mittelohrentzündung Mittelohrentzündung (chronisch eiternd) Eine chronisch eiternde Mittelohrentzündung ist eine langanhaltende Perforation des Trommelfells (Membrana tympanica) mit ständigem Ausfluss. Zu den Ursachen der chronisch eiternden Mittelohrentzündung... Erfahren Sie mehr bei Erwachsenen.)
Ein Blick ins Ohr
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Ursachen
Chronische Mittelohrentzündungen können durch akute Mittelohrentzündungen Akute Mittelohrentzündung bei Kindern Eine akute Mittelohrentzündung ist eine bakterielle oder virale Infektionen des Mittelohrs, die gewöhnlich mit einer Erkältung verbunden ist. Bakterien und Viren können das Mittelohr infizieren... Erfahren Sie mehr (häufig mehrere), eine Blockierung der eustachischen Röhre (die Röhre, die das Mittelohr Mittelohr Das Ohr ist das Hör- und Gleichgewichtsorgan und besteht aus dem äußeren Ohr sowie dem Mittel- und Innenohr. Alle drei Bereiche des Ohres wirken zusammen, um Schallwellen in Nervenimpulse umzuwandeln... Erfahren Sie mehr mit den Nasengängen Nase und Nasennebenhöhlen Die Nase ist das Geruchsorgan und der Hauptzugang für den Luftstrom in die Lunge und aus ihr heraus. Sie erwärmt, befeuchtet und reinigt die Luft, bevor diese in die Lungen eintritt. Die Knochen... Erfahren Sie mehr verbindet), quetschende oder penetrierende Verletzungen des Ohres, thermische oder chemische Verbrennungen oder Verletzungen durch Explosionen verursacht werden. Zudem besteht bei Kindern mit Auffälligkeiten von Kopf und Gesicht aufgrund von chromosomalen Störungen, wie dem Down-Syndrom Down-Syndrom (Trisomie 21) Down-Syndrom ist eine Chromosomenstörung, die durch ein zusätzliches Chromosom 21 hervorgerufen wird und zu intellektueller Behinderung und körperlichen Anomalien führt. Das Down-Syndrom wird... Erfahren Sie mehr
oder dem Katzenschrei-Syndrom Katzenschrei-Syndrom Das Katzenschrei-Syndrom (Cri-du-chat-Syndrom) ist ein Deletionssyndrom, bei dem ein Teil von Chromosom 5 fehlt. (Siehe auch Überblick über chromosomale Erkrankungen.) Das Katzenschrei-Syndrom... Erfahren Sie mehr , oder bei Kindern mit Gaumenspalte Lippen- und Gaumenspalte Eine Spalte ist eine Öffnung, die sich in der Lippe (Lippenspalte), am Gaumen (Gaumenspalte) oder beidem bilden kann, wenn sich das Gewebe während der Schwangerschaft nicht vollständig verschließt... Erfahren Sie mehr
ein erhöhtes Risiko für chronische Mittelohrentzündungen.
Eine chronische Mittelohrentzündung kann sich nach einer Nasen- oder Rachenentzündung, z. B. nach einer Erkältung Erkältung Erkältungen sind Virusinfektionen der Nasenschleimhaut, der Nebenhöhlen und des Rachens. Viele verschiedene Viren verursachen Erkältungen. Sie werden gewöhnlich durch direkten Kontakt der Hände... Erfahren Sie mehr verschlimmern, oder nachdem bei Kindern mit einer Trommelfellperforation oder Paukenröhrchen Wasser beim Baden oder Schwimmen ins Mittelohr eingedrungen ist. Diese Verschlimmerung äußert sich in der Regel durch einen schmerzlosen Eiterfluss aus dem Ohr (siehe Ausfluss aus dem Ohr Ausfluss aus dem Ohr Ausfluss aus dem Ohr (Otorrhö) ist eine Absonderung des Ohrs. Diese kann wässrig, blutig oder dickflüssig und weißlich sein, ähnlich wie Eiter (eitrig). Abhängig von der Ursache des Ausflusses... Erfahren Sie mehr ), der sehr übelriechend sein kann. Eine langfristige Belastung durch Luftverschmutzung und mangelnde Hygiene in ärmeren Regionen kann ebenfalls das Risiko für chronische Mittelohrentzündungen erhöhen.
Komplikationen
Wiederholte Entzündungen können zu folgenden Komplikationen führen:
Wucherungen (Polypen) im Mittelohr
Zerstörung von Knochen im Mittelohr
Cholesteatom
Polypen im Mittelohr sind nicht krebsartige (gutartige), glatte Wucherungen, die vom Mittelohr durch die Perforation in den Gehörgang wachsen.
Anhaltende Infektionen können Teile der kleinen Gehörknöchelchen im Mittelohr, die das Trommelfell mit dem Innenohr verbinden und Geräusche vom äußeren Ohr ins Innenohr leiten, zerstören, was zu einem Hörverlust Ursachen führen kann.
Ein Cholesteatom ist eine gutartige Wucherung des weißen hautähnlichen Materials im Mittelohr. Es kann nahegelegenes Knochen- und Weichgewebe zerstören und letztendlich zu Komplikationen wie Gesichtslähmung und Abszessen im Gehirn oder zwischen Gehirn und Schädel führen.
Symptome
Bei Kindern kommt es gewöhnlich zu Hörverlust und Ausfluss aus dem Ohr. Außer im Falle einer Komplikation ist dies nicht schmerzhaft.
Kinder mit einem Cholesteatom können Fieber, Schwindel (Vertigo) und/oder Ohrenschmerzen und auch weiße Ablagerungen im Gehörgang haben.
Diagnose
Ärztliche Untersuchung
Kulturen
Gelegentlich bildgebendes Verfahren
Die Diagnose der chronischen Mittelohrentzündung basiert auf der Krankengeschichte und den Befunden der Untersuchung (zum Beispiel, wenn aus einem Loch im Trommelfell Eiter austritt oder wenn sich in diesem Loch oder einer Tasche im Trommelfell hautähnliches Material ansammelt). Die Eiterprobe wird ins Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden (Kultur Mikroorganismenkultur Infektionskrankheiten werden von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten verursacht. Ärzte vermuten eine Infektion aufgrund der Symptome einer Person, der Ergebnisse einer... Erfahren Sie mehr ).
Bei Verdacht auf ein Cholesteatom oder eine sonstige Komplikation kommen bildgebende Verfahren wie z. B. eine Computertomografie Computertomografie (CT) Bei einer Computertomografie (CT), die früher auch axiale Computertomografie (CAT) genannt wurde, drehen sich eine Röntgenquelle und ein Röntgendetektor um einen Patienten. Der Röntgendetektor... Erfahren Sie mehr (CT) oder eine Magnetresonanztomografie Magnetresonanztomografie (MRT) Bei einer Magnetresonanztomografie (MRT) werden mit einem starken Magnetfeld und hochfrequenten Radiowellen sehr detaillierte Darstellungen produziert. Für eine MRT werden keine Röntgenstrahlen... Erfahren Sie mehr
(MRT) zum Einsatz.
Behandlung
Antibiotische Ohrentropfen
Manchmal orale Antibiotika
Gelegentlich Myringotomie
Operative Entfernung aller Cholesteatome
Zunächst werden jegliche Ablagerungen aus dem Ohr entfernt. Zu Hause tragen die Eltern beim Kind Ohrentropfen mit einem Antibiotikum und möglicherweise einem Kortikosteroid auf. Bei einer schweren Infektion erhalten die Kinder orale Antibiotika.
Wenn die Infektion trotz der Einnahme von Antibiotika fortdauert oder wiederkehrt, können Ärzte nach einer bestimmten Zeit eine Myringotomie mit Einsatz eines Paukenröhrchens (Paukendrainage) durchführen. Bei einer Schädigung kann das Trommelfell repariert werden (Trommelfellplastik).
Ein Cholesteatom wird operativ entfernt.
Myringotomie: Behandlung wiederkehrender Ohrinfektionen
Bei einer Myringotomie wird das Trommelfell durchstochen. Die Flüssigkeit kann dann durch die kleine Öffnung aus dem Mittelohr abfließen kann. Anschließend wird durch die Öffnung ein winziges, hohles Röhrchen aus Kunststoff oder Metall (Tympanostomie-Röhren oder Paukenröhrchen) in das Trommelfell eingeführt. Diese Röhrchen gleichen den Druck der Umgebung mit dem des Mittelohrs aus. Sie werden meist bei Kindern mit wiederkehrenden Ohrinfektionen (akute Mittelohrentzündung) oder wiederkehrenden oder andauernden Flüssigkeitsansammlungen im Mittelohr (chronische eitrige Mittelohrentzündung) eingesetzt. Das Einlegen von Paukenröhrchen ist ein Routineeingriff, der im Krankenhaus oder in der ärztlichen Praxis durchgeführt werden kann. Eine Vollnarkose oder Sedierung ist normalerweise erforderlich. Bereits einige Stunden nach dem Eingriff darf das Kind nach Hause gehen. Manchmal werden anschließend eine Woche lang Antibiotika-Ohrentropfen verabreicht. Die Röhrchen treten normalerweise etwa 6 bis 12 Monate später von alleine heraus, manche auch später. Andernfalls werden sie vom Arzt entfernt, manchmal unter Vollnarkose oder Sedierung. Wenn sich die Öffnung nicht von selbst verschließt, muss sie womöglich operativ geschlossen werden. Kinder mit Paukenröhrchen können ihre Haare waschen und schwimmen gehen. Einige Ärzte raten jedoch davon ab, den Kopf ins tiefe Wasser zu tauchen, es sei denn, es werden Ohrstöpsel getragen. Fließt Flüssigkeit aus den Ohren ab, deutet dies auf eine Infektion hin und der Arzt sollte benachrichtigt werden. ![]() |