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Frühgeborenenretinopathie

Von

Leila M. Khazaeni

, MD, Loma Linda University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Bei der Frühgeborenenretinopathie entwickeln sich die kleinen Blutgefäße der Netzhaut (Retina) fehlerhaft.

  • Die Frühgeborenenretinopathie hängt eng mit der frühen Entbindung zusammen. Die meisten Fälle treten bei Säuglingen auf, die nach 30 Schwangerschaftswochen oder früher geboren wurden.

  • In den schwersten Fällen kommt es durch das anormale Wachstum der kleinen Blutgefäße zu einer Ablösung der Netzhaut und schließlich zum Sehverlust.

  • Da eine sich entwickelnde Retinopathie keine Symptome verursacht, ist die Diagnose nur durch eine sorgfältige Untersuchung durch einen Augenspezialisten (Augenarzt) zu stellen.

  • Diese Störung ist normalerweise leicht und bildet sich ohne Behandlung wieder zurück. Die Augen müssen aber durch einen Augenarzt überwacht werden, bis das Wachstum der Blutgefäße abgeschlossen ist.

  • Wenn die Störung stark ausgeprägt ist, können eine Laserbehandlung des Neugeborenen, Injektionen mit Bevacizumab oder eine Operation erforderlich sein, um das Augenlicht zu erhalten.

Die Blutgefäße der Netzhaut entwickeln sich ungefähr zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche und wachsen bis zur vollen Reife des Fötus. Bei sehr unreif geborenen Säuglingen kann das Wachstum der kleinen Netzhautgefäße eine Zeit lang blockiert sein. Die danach einsetzende Gefäßneubildung verläuft desorganisiert. Während des schnellen, desorganisierten Wachstums können die kleinen Blutgefäße relativ schnell bluten. Im schlimmsten Fall kann dieser Prozess zu einer Netzhautablösung und schwerem Verlust des Sehvermögens führen.

Ein Blick in die Netzhaut

Ein Blick in die Netzhaut

Frühgeborene haben ein größeres Risiko für eine Netzhauterkrankung bei Frühgeburt, wenn sie schwere Erkrankungen haben, wie Infektionen, Hirnblutung oder Lungenerkrankungen (wie bronchopulmonale Dysplasie). Frühgeborene, die über einen längeren Zeitraum zusätzlich Sauerstoff erhalten (zum Beispiel, weil ihre Lungen noch nicht ausgereift sind), haben ebenfalls ein höheres Risiko.

Diagnose

  • Augenuntersuchungen

Da eine sich entwickelnde Retinopathie keine Symptome verursacht, ist eine rechtzeitige Diagnose nur durch eine sorgfältige Untersuchung der Rückseite der Augen durch den Augenarzt (ein auf die Untersuchung und Behandlung aller Arten von Augenkrankheiten spezialisierter Arzt) zu stellen. Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1.500 Gramm oder Geburt vor der 30. Schwangerschaftswoche werden deshalb routinemäßig von einem Augenarzt untersucht. Die augenärztliche Untersuchung wird alle 1 bis 3 Wochen, je nach Bedarf, wiederholt, bis das Wachstum der Blutgefäße in der Netzhaut abgeschlossen ist.

Neugeborene mit schwerer Retinopathie sollten ihr ganzes Leben lang mindestens einmal jährlich kontrolliert werden. Eine rechtzeitig erkannte Ablösung der Netzhaut (Retina) lässt sich manchmal mit einer Operation korrigieren, damit die Sehkraft im betroffenen Auge erhalten bleibt.

Prognose

Eine Frühgeborenen-Retinopathie verläuft normalerweise leicht und bildet sich spontan zurück. Bei ungefähr 20 bis 40 Prozent der betroffenen Säuglinge, die bei der Geburt weniger als 1 Kilogramm wiegen, ist die Erkrankung jedoch schwer und bei ungefähr 4 Prozent schreitet sie innerhalb von 2 bis 12 Monaten zur Netzhautablösung und zum Sehverlust fort.

Kinder mit abgeheilter Frühgeborenen-Retinopathie haben ein größeres Risiko für die Entwicklung von anderen Augenproblemen wie etwa Kurzsichtigkeit (Myopie), Schielen (Strabismus) und Sehschwäche (Amblyopie). Einige wenige Kinder mit mäßiger, geheilter Netzhauterkrankung bei Frühgeburt haben eine vernarbte Netzhaut und ein größeres Risiko für eine spätere Netzhautablösung. Selten treten auch ein Glaukom (grüner Star) und Katarakte (grauer Star) auf.

Vorbeugung

Bei unreifen Neugeborenen, die Sauerstoff benötigen, wird die Sauerstoffsättigung sorgfältig überwacht, damit die geringstmögliche Menge Sauerstoff zugeführt werden kann. Die Sauerstoffkonzentration im Blut lässt sich indirekt über ein sogenanntes Pulsoximeter überwachen (externer Sensor, der am Finger oder Zeh die Sauerstoffkonzentration im Blut misst).

Behandlung

  • Laser-Photokoagulation

  • Bevacizumab

  • Manchmal operative Eingriffe

Bei einer sehr schweren Frühgeborenen-Retinopathie kann der äußere Anteil der Netzhaut mit Laserphototokoagulation behandelt werden. Bei dieser Behandlung wird die Gefäßneubildung mit einem Laserstrahl gestoppt und das Risiko einer Netzhautablösung und Erblindung verringert.

Die Injektion eines Medikament namens Bevacizumab kann zudem das Wachstum abnormaler Blutgefäße auf der Netzhaut stoppen.

Wenn die Netzhauterkrankung bei Frühgeburt zu einer teilweisen oder vollständigen Netzhautablösung führt, kann die Netzhaut manchmal mit einer Operation wieder befestigt werden und einen weiteren Sehverlust verhindern.

Weitere Informationen

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

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