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Übersicht zur Wochenbettphase (postpartaler Abschnitt)

Von

Julie S. Moldenhauer

, MD, Children's Hospital of Philadelphia

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2018| Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Das Wochenbett umfasst die 6 Wochen nach der Geburt, in denen sich der Körper der Frau allmählich wieder regeneriert.

Nach der Entbindung treten bei der Frau bestimmte Symptome auf, die gewöhnlich nur vorübergehend leichte Beschwerden verursachen. Zu Komplikationen kommt es selten. Dennoch werden regelmäßige Arztvisiten, Besuche von medizinischem Personal und Nachsorgeuntersuchungen geplant.

Zu den am häufigsten auftretenden Komplikationen gehören:

Postpartale Blutungen können nicht nur kurz nach der Entbindung, sondern auch bis zu 6 Wochen danach auftreten.

Tabelle
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Nach der Entbindung: Der Körper kehrt wieder zu seinem alten Zustand zurück

Betroffener Bereich

Was passiert

Ausfluss aus der Scheide

Junge Mütter haben oftmals 3 bis 4 Tage lang einen blutigen Ausfluss, mitunter mit Blutgerinnseln. In den nächsten 10 bis 12 Tagen ist der Ausfluss dann blass-braun, schließlich gelblich-weiß. Der Wochenfluss kann nach der Entbindung bis zu 6 Wochen andauern.

An der Stelle, wo die Plazenta in der Gebärmutter angewachsen war, bildet sich ein Wundschorf. Ungefähr eine oder zwei Wochen nach der Entbindung löst sich dieser Wundschorf, was eine Scheidenblutung von ungefähr einer Tassengröße verursacht.

Brüste

Im frühen Stadium der Milchproduktion (Laktation) füllen sich die Brüste mit viel Milch und fühlen sich oftmals prall und entzündet an.

Herzfrequenz

Die Herzfrequenz, die sich während der Schwangerschaft erhöht, nimmt innerhalb der ersten 24 Stunden wieder ab, bis kurz danach eine normale Herzschlagfolge erreicht wird.

Temperatur

Die Körpertemperatur kann sich während der ersten 24 Stunden leicht erhöhen. Gewöhnlich sinkt die Körpertemperatur im Laufe der ersten Tage wieder auf die Normaltemperatur ab.

Gebärmutter

Nach der Entbindung zieht sich die Gebärmutter zusammen und bildet sich auf ihre Ursprungsgröße und -form zurück, die sie vor der Schwangerschaft besaß. Diese Kontraktionen können sich unangenehm anfühlen. Es kann mehrere Wochen dauern, bis die Gebärmutter wieder die Größe vor der Schwangerschaft erreicht hat.

Genitalbereich

Der Bereich um die Scheidenöffnung ist gewöhnlich wund. Risse, die während der Entbindung oder einer Episiotomie (ein Schnitt, mit dem die Scheidenöffnung erweitert wird, um die Geburt zu erleichtern) entstanden sind, sowie die Reparatur des beschädigten Gewebes können ebenfalls der Grund für den wunden Bereich sein. Der Bereich kann beim Urinieren brennen.

Urinieren

Oftmals steigt die Urinmenge nach der Entbindung kurzfristig stark an. Zwei Wochen nach der Geburt sollte sich das jedoch wieder normalisieren.

Stuhlgänge

Der erste Stuhlgang nach der Entbindung kann sich als schwierig erweisen. Dies kann zum Teil darauf zurückgeführt werden, dass die Unterleibs- und Beckenmuskeln gedehnt und angespannt wurden. Zudem ist die Mutter womöglich besorgt über die Nähte oder verspürt Schmerzen aufgrund der Risse oder Hämorrhoiden.

Hämorrhoiden

Das zur Entbindung notwendige Pressen kann das Auftreten oder die Verschlimmerung von Hämorrhoiden verursachen.

Bauchraum

Nach der Geburt ist der Muskeltonus gering, baut sich jedoch allmählich wieder auf.

Haut

Die Dehnungsstreifen bleiben bestehen. Sie verblassen jedoch und ihre rote Farbe wird zunehmend silbrig, aber manchmal erst nach einigen Jahren. Auch andere dunkle Hautstellen können verblassen.

Gewicht

Die meisten jungen Mütter verlieren nach der Entbindung nur um die 6 Kilogramm. Zunächst sieht es so aus, als wären sie immer noch schwanger. Während der ersten Woche verlieren sie schon mehr Gewicht, da überschüssige Flüssigkeiten den Körper verlassen.

Stimmung

Viele junge Mütter sind deprimiert oder leicht niedergeschlagen. Die traurige Stimmung oder postnatale Depression verschwindet gewöhnlich nach ungefähr 2 Wochen.

Was im Krankenhaus zu erwarten ist

Unmittelbar nach der Geburt des Kindes wird die Mutter mindestens 1 Stunde lang beobachtet. Wurde während der Geburt ein Schmerzmittel verabreicht oder sind während der Entbindung Komplikationen aufgetreten, wird die Mutter unter Umständen nach der Entbindung einige Stunden lang überwacht, in der Regel in einem gut ausgestatteten Erholungsraum mit Zugang zu Sauerstoff, intravenösen Flüssigkeiten und Reanimationsgeräten.

Pulsfrequenz und Temperatur der Mutter werden vom medizinischen Personal überprüft. Gewöhnlich pendelt sich die Pulsfrequenz der Mutter (die während der Schwangerschaft anstieg) innerhalb der ersten 24 Stunden wieder auf einen normalen Wert ein. Auch kann ihre Temperatur während der Schwangerschaft leicht ansteigen. Im Normalfall sinkt diese jedoch innerhalb der ersten Tage wieder auf die Normaltemperatur ab. Nach den ersten 24 Stunden beginnt eine rasche Erholungsphase.

Das medizinische Personal ist darum bemüht, die Schmerzen sowie das Blutungs- und Infektionsrisiko für die junge Mutter so gering wie möglich zu halten.

Blutung

Die Blutung so gering wie möglich zu halten hat oberste Priorität. Nachdem die Plazenta (Nachgeburt) ausgestoßen wurde, kann der Bauch der Frau in regelmäßigen Abständen massiert werden, damit sich die Gebärmutter besser zusammenzieht und im zusammengezogenen Zustand verbleibt. Dadurch werden auch starke Blutungen verhindert.

Bei Bedarf erhält die Frau Oxytocin, um die Nachwehen anzuregen. Das Kontraktionsmittel wird in den Muskel gespritzt oder intravenös als kontinuierliche Infusion verabreicht, bis sich die Gebärmutter zusammenzieht.

Verliert die Patientin während oder nach der Entbindung viel Blut, wird vor der Entlassung aus dem Krankenhaus ein kompletter Bluttest auf Anämie durchgeführt.

Urinieren

Oftmals steigt die Urinmenge nach der Entbindung kurzfristig stark an. Da es nach der Geburt zu Blasenentleerungsstörungen kommen kann, wird die Mutter von dem medizinischen Personal angewiesen, möglichst regelmäßig und mindestens alle 4 Stunden Wasser zu lassen. Dadurch wird eine Überfüllung der Blase verhindert und einer Blasenentzündung vorgebeugt. Unter Umständen wird der Unterleib der Mutter vorsichtig vom medizinischen Personal abgetastet, um die Blase zu untersuchen und herauszufinden, ob diese geleert wurde.

Mitunter muss vorübergehend ein Blasenkatheter zur Entnahme des Urins gelegt werden, wenn die junge Mutter nicht ohne Hilfe urinieren kann. Das Krankenhauspersonal wird versuchen, den Einsatz eines Dauerkatheters zu vermeiden (ein Katheter, der für eine bestimmte Zeit in der Blase verbleibt). Diese Art von Katheter erhöht das Risiko einer Blasen- und Nierenentzündung.

Defäkation

Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus sollte die Frau einmal Stuhlgang gehabt haben. Da der Krankenhausaufenthalt jedoch recht kurz ist, kann dies nicht immer erwartet werden. Hatte eine Mutter 3 Tage lang keinen Stuhlgang, werden ihr die Ärzte unter Umständen empfehlen, Laxativa einzunehmen, um eine Darmverstopfung zu verhindern, die Hämorrhoiden verursachen oder verschlimmern kann. Womöglich werden stuhlerweichende Mittel von den Ärzten verschrieben, wenn das Rektum oder die Muskeln um den After herum während der Geburt gerissen sind.

Durch die Einnahme von Opioiden, die zuweilen nach einem Kaiserschnitt zur Schmerzlinderung verabreicht werden, kann eine Darmverstopfung verschlimmert werden. Ist die Einnahme von Opioiden erforderlich, wird die niedrigste wirksame Dosis dieses Arzneimittels verabreicht.

Diät und Sport

Die junge Mutter kann sich ganz normal ernähren, sobald sie es wünscht, oftmals auch schon kurz nach der Entbindung. Nach Möglichkeit sollte sie frühzeitig aufstehen und sich bewegen.

Bei einer vaginalen Entbindung kann die junge Mutter oft bereits nach einem Tag mit den Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur beginnen. Bei einem Kaiserschnitt sollte etwas länger gewartet werden. Im Bett mit gebeugten Knien durchgeführtes Zusammenrollen hat einen großen Effekt. Die meisten Frauen fühlen sich jedoch zu erschöpft, um mit den Übungen so kurz nach der Geburt zu beginnen.

Ein Kaiserschnitt ist eine größere Operation. Patientinnen sollten erst mit den Übungen beginnen, wenn sie sich vollständig erholt und sich Zeit zur Abheilung gelassen haben. Dies nimmt gewöhnlich 6 Wochen in Anspruch.

Die Mütter können mit ihren Schwangerschaftsübungen fortfahren, nachdem sie bei der postpartalen Visite die Erlaubnis von ihrem Arzt erhalten haben.

Impfstoffe und Immunglobuline

Bevor die Mutter das Krankenhaus verlässt, wird ihr der Rötelnimpfstoff verabreicht, sofern sie noch keine Röteln hatte bzw. diesen Impfstoff nie erhalten hat.

Idealerweise wird bei jeder Schwangerschaft ein Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Tdap) verabreicht, vorzugsweise zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche. Hat eine Mutter während dieser oder einer früheren Schwangerschaft, als Kind oder Erwachsene nie einen Tdap-Impstoff erhalten, sollte ihr dieser vor ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus verabreicht werden, ungeachtet dessen, ob sie ihr Kind stillt oder nicht. Falls Familienmitglieder, die mit dem Neugeborenen in Kontakt treten, auch noch nie den Tdap-Impfstoff erhalten haben, sollte ihnen dieser mindestens 2 Wochen vor dem ersten Kontakt mit dem Neugeborenen verabreicht werden. Der Tdap-Impfstoff immunisiert sie gegen Pertussis (Keuchhusten) und senkt das Risiko einer Ansteckung von ungeschützten Neugeborenen mit Keuchhusten.

Schwangeren Frauen, die nie Windpocken hatten und auch nie den Windpocken- oder Varicellaimpfstoff erhalten haben, sollte die erste Dosis des Impfstoffs gegen Windpocken nach der Entbindung und die zweite Dosis 4 bis 8 Wochen später verabreicht werden.

Eine Rh-negative Mutter mit einem Rh-positiven Kind (sog. Rh-Unverträglichkeit) erhält innerhalb von drei Tagen nach der Geburt Rh0(D)-Immunglobulin. Dabei handelt es sich um ein Medikament, das die kindlichen roten Blutkörperchen bei einem Übertritt auf die Mutter aus ihren Kreislauf entfernt, bevor sie das Immunsystem der Mutter aktivieren können. Solche Antikörper können nachfolgende Schwangerschaften gefährden.

Vor der Entlassung

Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus wird die junge Mutter untersucht. Sind Mutter und Kind gesund, verlassen sie die Klinik gewöhnlich innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einer vaginalen Entbindung bzw. innerhalb von 96 Stunden nach einem Kaiserschnitt. In manchen Fällen verlassen sie das Krankenhaus sogar, bevor 24 Stunden vergangen sind, wenn keine Vollnarkose verwendet wurde und keine Probleme aufgetreten sind.

Die Mutter wird über zu erwartende Veränderungen ihres Körpers und vorzunehmende Maßnahmen informiert, während sich ihr Körper von der Schwangerschaft und Geburt des Kindes erholt. Es werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen angesetzt.

Vom Krankenhaus nach Hause

Abhängig davon, wie schnell die junge Mutter entlassen wird, muss sie sich bereits im Krankenhaus und später dann zu Hause einigen Veränderungen stellen.

Ausfluss aus der Scheide

Nach der Entbindung setzt bei den Müttern ein Ausfluss ein. Die Mütter erhalten vom Krankenhauspersonal Binden, um den Ausfluss aufzufangen. Auch werden die Menge und die Farbe des Wochenflusses von den medizinischen Fachkräften überprüft. Gewöhnlich ist der Ausfluss 3 bis 4 Tage lang blutig. Später ist der Ausfluss dann blass-braun und 2 Wochen nach der Entbindung schließlich gelblich-weiß. Der Wochenfluss kann nach der Entbindung bis zu 6 Wochen andauern.

Ungefähr eine oder zwei Wochen nach der Entbindung löst sich der Wundschorf an der Stelle, wo die Plazenta in der Gebärmutter angewachsen war, was eine Scheidenblutung von ungefähr einer Tassengröße verursacht. Um den Ausfluss aufzufangen, können Damenbinden verwendet werden, die häufig gewechselt werden müssen. Auch können angenehm zu tragende Tampons benutzt werden, die regelmäßig gewechselt werden, sofern diese die Abheilung des Dammschnitts oder der Risse im Bereich zwischen der Scheidenöffnung und dem After (Perineum) nicht beeinträchtigen.

Arzneimittel

Mütter, die nicht stillen, können gefahrlos Arzneimittel zum Einschlafen oder zur Schmerzlinderung einnehmen.

Für stillende Mütter ist die Einnahme von Paracetamol und Ibuprofen zur Schmerzlinderung relativ sicher. Viele andere Arzneimittel gehen in die Muttermilch über. Frauen, die während der Stillzeit Medikamente einnehmen müssen, sollten dies mit ihrem Arzt besprechen.

Genitalbereich

Der Bereich um die Scheidenöffnung ist gewöhnlich entzündet und kann beim Urinieren brennen. Risse am Damm oder Dammschnittnähte können zu Wundsein und Schwellungen beitragen.

Umgehend nach der Geburt und in den ersten 24 Stunden können Eispackungen oder andere kalte Packungen verwendet werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Anästhetische Salben oder Sprays können auf die Haut aufgetragen werden.

Später sollte das Gewebe um die Scheide 2- bis 3-mal täglich mit warmem Wasser gewaschen werden, um die Schmerzen zu mindern. Warme Sitzbäder können zur Schmerzlinderung beitragen. Sitzbäder werden im Sitzen genommen, wobei sich nur der Damm und die Gesäßbacken im Wasser befinden.

Die Frauen sollten Vorsicht walten lassen, wenn sie sich hinsetzen und ein ringförmiges Kissen verwenden, wenn das Sitzen schmerzhaft ist.

Hämorrhoiden

Das Pressen während der Geburt kann zu einem Auftreten oder einer Verschlimmerung von Hämorrhoiden führen. Durch Hämorrhoiden verursachte Schmerzen können durch warme Sitzbäder und das Auftragen einer Salbe, die ein Lokalanästhetikum enthält, gelindert werden.

Milchstau

Es kann sein, dass sich die Brüste angeschwollen, prall und entzündet anfühlen, da sie mit Milch gefüllt sind. Ein Anschwellen der Brüste tritt während der frühen Stadien der Milchproduktion (Laktation) auf.

Müttern, die ihr Kind nicht stillen werden, kann Folgendes helfen:

  • Ein passgenauer BH, der die Brüste anhebt und dadurch die Milchproduktion unterdrückt

  • Auflegen von Eispackungen und Einnahme von Analgetika (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen), um die Schmerzen zu lindern, bis die Milchproduktion von selbst stoppt

  • Manuelles Abpumpen von Milch unterlassen, damit die Milchproduktion nicht angeregt wird

Stillenden Müttern kann Folgendes helfen, bis sich die Milchproduktion den Bedürfnissen des Kindes angepasst hat:

  • Regelmäßiges Füttern des Kindes

  • Tragen eines angepassten Still-BHs für 24 Stunden am Tag

  • Sind die Brüste angeschwollen und fühlen sich unangenehm an, kann ein manuelles Abpumpen der Milch unter einer warmen Dusche oder unter Verwendung einer Milchpumpe zwischen den Mahlzeiten helfen (diese Maßnahmen stimulieren jedoch die Milchproduktion und verlängern den Milchstau)

Wenn die Brüste sehr stark anschwellen, muss die Frau unter Umständen vor dem Stillen etwas Milch mit der Hand ausstreichen, damit sich der Mund des Kindes um Brustwarze und Vorhof schließen kann (pigmentierte Haut rund um die Brustwarze).

Wussten Sie ...

  • Wenn die Brüste mit Milch gefüllt sind, reduziert das Abpumpen der Milch zwischen den Mahlzeiten vorübergehend den Druck, verschlimmert jedoch im Grunde den Milchstau.

Stimmung

In den Tagen nach der Geburt sind die Mütter in der Regel etwas betrübt (Baby-Blues). Auch sind die Mütter oft gereizt, launisch oder besorgt und haben unter Umständen Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig Schlaf). Diese Symptome verschwinden gewöhnlich nach 7 bis 10 Tagen. Halten diese Symptome jedoch länger als 2 Wochen an oder beeinträchtigen die Pflege des Babys oder tägliche Aktivitäten, sollten junge Mütter ihren Arzt konsultieren. In solchen Fällen kann eine Wochenbettdepression oder eine andere psychische Erkrankung vorliegen.

Was zu Hause zu erwarten ist

Sobald die junge Mutter bereit ist, kann sie ihre gewohnten Alltagstätigkeiten wiederaufnehmen. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung kann einer jungen Mutter dabei helfen, ihr altes Gewicht wieder zu erlangen.

Auch Geschlechtsverkehr ist gestattet, wenn die Frau dazu bereit ist und sie sich gut dabei fühlt. Mit dem Geschlechtsverkehr sollte so lange gewartet werden, bis die betroffene Stelle verheilt ist, wenn

  • bei der Geburt Risse entstanden sind.

  • eine Episiotomie durchgeführt wurde.

  • ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde.

Eine junge Mutter kann bereits kurz nach der Geburt eine Dusche oder ein Bad nehmen, sofern kein Kaiserschnitt vorgenommen wurde. Der Genitalbereich sollte von vorne nach hinten gewaschen werden. Ist der Bereich wund, können Sitzbäder oder das Verwenden einer Sprühflasche Erleichterung verschaffen.

Wurde ein Kaiserschnitt durchgeführt, sollte 2 Wochen lang nichts (einschließlich Tampons und Scheidenspülungen) in die Scheide eingeführt werden. Anstrengende Aktivitäten und schweres Heben sollten 6 Wochen lang vermieden werden. 6 Wochen lang sollte kein Geschlechtsverkehr vollzogen werden. Die Inzisionsstelle sollte auf dieselbe Weise wie andere operative Einschnitte umsorgt werden. Gewöhnlich kann 24 Stunden nach der OP wieder geduscht werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Inzisionsstelle nicht gerieben oder gereizt wird. Es sollte erst wieder ein Bad genommen werden, nachdem die Wunde vollständig geschlossen ist und alle Klammern und Nähte entfernt wurden. Die Inzisionsstelle sollte sauber und trocken gehalten werden. Sollte eine zunehmende Rötung oder Drainage der Wunde festgestellt werden, muss dies dem Arzt gemeldet werden. Die Inzisionsstelle selbst kann mehrere Monate lang schmerzen und ein Taubheitsgefühl kann sogar noch länger verspürt werden.

Bauchraum

Die noch immer vergrößerte Gebärmutter zieht sich noch eine Zeit lang zusammen und wird im Laufe der folgenden 2 Wochen immer kleiner. Die Nachwehen treten unregelmäßig auf und sind häufig schmerzhaft. Durch das Stillen werden die Kontraktionen verstärkt. Das Anlegen regt die Oxytocin-Ausschüttung an. Das Oxytocin stimuliert sowohl den Milchfluss (sog. Milchflussreflex) als auch die Kontraktionen der Gebärmutter.

Normalerweise ist die Gebärmutter nach 5 bis 7 Tagen fest und unempfindlich, ist jedoch immer noch etwas vergrößert und erstreckt sich auf halbem Weg zwischen Schambein und Bauchnabel. Zwei Wochen nach der Geburt ist die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe geschrumpft. Der Bauch der jungen Mutter wird jedoch trotz Gymnastik noch Monate lang nicht so straff sein wie vor der Schwangerschaft.

Die Dehnungsstreifen bleiben bestehen, verblassen jedoch. Dies dauert teilweise jedoch ein Jahr.

Stillen

Den Frauen wird empfohlen, ihr Kind mindestens 6 Monate lang ohne Nahrungsergänzungen zu stillen. Mütter sollten ihre Kinder weitere 6 Monate lang stillen, während ihnen bereits andere Nahrungsmittel gegeben werden. Nach dieser Zeit werden die Mütter dazu ermuntert, mit dem Stillen fortzufahren, bis sie oder die Kinder kein Interesse mehr daran haben.

Wenn eine Mutter nicht stillen kann oder es aus verschiedenen Gründen bevorzugt, nicht zu stillen, kann alternativ eine Flaschenernährung gewählt werden.

Stillende Mütter müssen lernen, wie sie ihr Kind während der Mahlzeiten zu halten haben. Wenn das Kind nicht richtig angelegt wird, können die Brustwarzen der Mutter wund und rissig werden. Manchmal zieht das Kind auch die Unterlippe an und saugt daran, wodurch die Brustwarze gereizt wird. In solchen Fällen kann die Mutter die Lippe mit dem Finger lösen. Um die Lippen des Kindes von der Brustwarze zu lösen, sollte die Mutter zunächst ihren Finger vorsichtig in den Mund ihres Babys schieben, um das Saugen zu unterbrechen. Dadurch kann verhindert werden, dass die Brust verletzt oder wund wird.

Nach einer Stillmahlzeit sollte die Mutter die Milch auf den Brustwarzen antrocknen lassen oder vorsichtig abtupfen. Auch kann sie ihre Brustwarzen mit einem auf niedriger Stufe eingestellten Haartrockner trocknen, wenn sie dies wünscht. Nach dem Stillen kann die Mutter eine Brustwarzensalbe auftragen, die aus 100 Prozent Lanolin hergestellt wird. Sie lindert Schmerzen und schützt die Brustwarzen.

Wenn eine Mutter ihr Kind stillt, kann es sein, dass Milch aus ihren Brüsten austritt. Es können Wattepads eingesetzt werden, um die Milch aufzufangen. Kunststoff-BHs können jedoch die Brustwarzen reizen und sollten nicht verwendet werden.

Während der Zeit, in der Mütter stillen, müssen sie ihre Kalorienzufuhr um etwa 300 bis 500 Kalorien pro Tag erhöhen. Auch sollten sie ihre Einnahme der meisten Vitamine und Mineralstoffe, z. B. Kalzium, erhöhen. Eine ausgeglichene Ernährung (einschließlich einer ausreichenden Menge an Milchprodukten und grünem Blattgemüse) und die fortwährende Einnahme eines pränatalen Vitamins mit Folsäure einmal pro Tag ist gewöhnlich alles, was eine Mutter braucht. Pränatale Vitamine sollten mindestens 400 Mikrogramm Folsäure enthalten. Die Mutter sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um eine angemessene Milchzufuhr sicherzustellen. Mütter, die sich an eine spezielle Diät halten, sollten ihren Arzt fragen, welche anderen vitamin- und mineralstoffhaltigen Nahrungsergänzungen wichtig sind, z. B. Vitamin B12 für Vegetarier.

Fisch und Meeresfrüchte enthalten Nährstoffe, die für das Wachstum und die Entwicklung des Babys wichtig sind. Stillende Frauen sollten jedoch Meeresfrüchte wählen, die wenig Quecksilber enthalten. Siehe Quecksilber in Fisch und Meeresfrüchten für weitere Informationen.

Wussten Sie ...

  • Frauen können bereits 2 Wochen nach der Geburt wieder schwanger werden.

Familienplanung

Die Verwendung von Kontrazeptiva wird empfohlen, wenn der Geschlechtsverkehr wieder aufgenommen wird. Sobald der Eisprung wieder einsetzt, kann die Frau erneut schwanger werden.

Bei Frauen, die nicht stillen, kommt es gewöhnlich etwa 4 bis 6 Wochen nach der Geburt und noch vor der ersten Periode zum Eisprung. Der Eisprung kann aber auch schon früher stattfinden.

Bei stillenden Müttern setzen Eisprung und Menstruation meist später ein, gewöhnlich 6 Monate nach der Geburt. Hin und wieder treten jedoch Eisprung, Menstruation und eine erneute Schwangerschaft bei stillenden Müttern ebenso rasch auf wie bei nicht stillenden Müttern. Stillende Mütter sollten ihren Arzt fragen, wann sie mit der Kontrazeption beginnen sollen.

Erst 1 bis 2 Jahre nach der Geburt hat sich der Körper wieder voll regeneriert. Deshalb wird einer jungen Mutter von ihrem Arzt gewöhnlich geraten, mit einer erneuten Schwangerschaft mindestens 6 Monate lang und idealerweise 18 Monate zu warten (es kann natürlich sein, dass sie nicht dem Rat ihres Arztes folgt). Beim ersten Arzttermin nach der Entbindung können verschiedene Verhütungsmethoden mit der jungen Mutter besprochen und eine für sie geeignete ausgesucht werden.

Welche Verhütungsmethode verwendet wird, ist unter anderem davon abhängig, ob eine Mutter ihr Kind stillt. Östrogenhaltige und progesteronhaltige Pillen können die Milchproduktion beeinträchtigen und sollten nicht verwendet werden, solange die Milchproduktion nicht problemlos erfolgt. Pillen, die nur Progesteron enthalten, können jedoch eingenommen werden. Allerdings sind Methoden, die keine Arzneimittel involvieren (z. B. mechanische Verhütungsmittel) zu bevorzugen. Ein Diaphragma kann nur eingesetzt werden, nachdem die Gebärmutter wieder zu ihrer ursprünglichen Größe zurückgekehrt ist, gewöhnlich nach ungefähr 6 bis 8 Wochen. Davor können Verhütungsschäume, Gels und Kondome verwendet werden. Intrauterinpessare können ungefähr 6 Wochen nach der Entbindung eingesetzt werden.

Eine junge Mutter (oder Mütter generell), die gegen Röteln und/oder Windpocken geimpft wurde, sollte vor der nächsten Schwangerschaft mindestens einen Monat verstreichen lassen, damit das Kind keinen Schaden nimmt.

Tabelle
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Nach der Entbindung: Wann Sie den Arzt anrufen sollten

Bereich

Symptome

Mögliche Ursachen

Entlassung

Wenn sich die Damenbinde jede Stunde über einen Zeitraum von mehr als 2 Stunden mit Blut vollsaugt

Wenn der Ausfluss stark riecht

Wenn der Ausfluss sehr große Blutklumpen enthält (größer als ein Golfball)

Blutungen (Hämorrhagie)

Temperatur

Wenn die Temperatur zu einem beliebigen Zeitpunkt in der ersten Woche 38 °C oder mehr beträgt

Urinieren

Wenn das Urinieren schmerzhaft ist (nicht nur ein Brennen)

Wenn die Blase nicht vollständig geleert werden kann

Wenn viel öfter als gewöhnlich uriniert wird

Unterbauch

Wenn der Unterbauch (oberhalb des Schambeins) nach den ersten 5 Tagen Schmerzen oder Beschwerden bereitet

Infektion der Gebärmutter oder Blase

Rücken

Wenn im Rücken oder in der Seite unterhalb des Brustkorbs Schmerzen verspürt werden, vor allem, wenn Fieber einsetzt oder das Urinieren schmerzhaft ist

Niereninfektion

Brust

Wenn ein harter Knoten in der Brust ertastet werden kann, nachdem die Schwellung der Brust zurückgegangen werden

Ein Milchstau

Wenn die Brüste schmerzen, geschwollen oder gerötet sind, sich heiß anfühlen oder empfindlich sind

Stimmung

Wenn eine junge Mutter ein oder mehrere der folgenden Symptome über einen Zeitraum von mehr als 2 Wochen zeigt:

  • Große Niedergeschlagenheit

  • Extreme Müdigkeit

  • Häufiges Weinen

  • Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig Schlaf)

  • Appetitlosigkeit

  • Überernährung

  • Reizbarkeit

  • Unvermögen, für sich selbst und ihr Neugeborenes zu sorgen

Inzision eines Kaiserschnitts

Wenn die Schmerzen zunehmen

Wenn sich dieser Bereich rötet, anschwillt oder hart anfühlt

Wenn ein Ausfluss aus der Wunde festgestellt wird

Wundinfektion

Bein oder Brust

Wenn das Bein geschwollen ist oder Schmerzen verursacht

Wenn eine Mutter einen plötzlichen, stechenden Brustschmerz oder einen beim Einatmen verstärkten Brustschmerz verspürt

Wenn Atemschwierigkeiten auftreten

Allgemein

Wenn einer jungen Mutter schwindlig wird, sie ohnmächtig wird oder sie unter Atemschwierigkeiten leidet

Blutgerinnsel in der Lunge

Schwere Anämie

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