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Provozierte Vestibulodynie (Vulvare Vestibulitis)

Von

Rosemary Basson

, MD, University of British Columbia and Vancouver Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2013| Inhalt zuletzt geändert Okt 2013
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Provozierte Vestibulodynie (vulvare Vestibulitis) bezeichnet eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit an der Scheidenöffnung (Vestibulitis), was sogar bei einer zärtlichen Berührung oder Stimulation Schmerzen bereitet.

Provozierte Vestibulodynie ist die häufigste Ursache für oberflächliche Schmerzen, die beim Versuch des Geschlechtsverkehrs spürbar sind oder auftreten (Dyspareunie – Dyspareunie). Sie treten auf, wenn der Penis (oder ein Dildo) in die Scheide gleitet oder sich bewegt. Der Schmerz beginnt sofort und lässt nach, wenn der Penis sich nicht mehr bewegt, setzt aber wieder ein, sobald der Penis sich wieder bewegt.

Ärzte sind sich über die Ursachen nicht sicher, aber die Nervenstränge, welche die Schmerzsignale von der Vulva leiten und die Bereiche im Gehirn, die diese Signale verarbeiten, weisen Veränderungen auf und werden empfindlicher. Infolgedessen wird eine Berührung, die sehr zärtlich ist, als sehr schmerzhaft empfunden. Muskeln im Becken können ebenfalls verengt sein und die Schmerzen verstärken. Nach dem Geschlechtsverkehr verspüren Frauen ein Brennen im Genitalbereich oder während des Wasserlassens.

Durch eine wiederkehrende Scheidenpilzinfektion steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die provozierte Vestibulodynie entsteht oder sich verschlimmert.

Provozierte Vestibulodynie gilt als chronisches Schmerzsyndrom. Das bedeutet, dass die Schmerzen oft jahrelang bleiben, bis eine Behandlung Linderung verschafft. Sie treten auf, sobald Druck auf den Bereich rund um die Scheidenöffnung ausgeübt wird. Frauen mit dieser Erkrankung leiden oft auch an anderen Arten chronischer Schmerzen, wie z. B. Schmerzen im Kiefergelenk oder Schmerzen aufgrund eines Reizdarmsyndroms.

Diagnose

Die Diagnose stützt sich auf die Beschreibungen der Frau und wann und wo die Schmerzen auftreten. Um diese Diagnose zu bestätigen, testen die Ärzte mithilfe eines Wattebauschs, welche Bereiche schmerzhaft sind. Sie berühren zuerst mit dem Wattebausch die Bereiche, die keine Schmerzen verursachen. Danach wiederholen sie den Vorgang im Bereich rund um die Scheidenöffnung. Wenn Schmerzen spürbar sind, ist die Diagnose bestätigt.

Behandlung

Da diese Erkrankung als chronisches Schmerzsyndrom erachtet wird, werden viele Arten von Behandlungen eingesetzt. Dazu zählen Techniken zur Stressbewältigung, Psychotherapien, die Frauen helfen, mit den Gedanken und Gefühlen im Zusammenhang mit den Schmerzen umzugehen, und spezielle Schmerzbehandlungen.

Frauen können von einer Psychotherapie, auf Achtsamkeit basierte kognitive Therapie (MBCT – Behandlung) genannt, profitieren. Achtsamkeit bedeutet, sich auf das zu konzentrieren, was im Augenblick geschieht. MBCT wird gewöhnlich in kleinen Gruppen durchgeführt und mit Informationen über chronische Schmerzen, Sexualität, Stress und provozierte Vestibulodynie kombiniert.

Wenn Frauen bereit sind, Sex auszuprobieren, können entzündungshemmende oder anästhetische Cremes (wie z. B. Cremes auf Lidokainbasis) auf den Bereich aufgetragen werden. Diese werden zweimal täglich angewendet. Ärzte weisen Frauen in der genauen Anwendung dieser Cremes auf dem empfindlichen Bereich ein, wo sie am sensibelsten sind. Bei den ersten Versuchen kann ein Spiegel hilfreich sein. Entzündungshemmende oder anästhetische Cremes können helfen, die veränderten Nervenstränge, welche die Schmerzempfindlichkeit erhöhen, zu unterbrechen.

Durch Vermeiden möglicher Reizstoffe, wie z. B. Seife, Schaumbad, Slipeinlagen und engen Jeans, werden Reizungen vermieden, welche die Symptome noch verstärken könnten. Übungen zur Entspannung der Beckenmuskulatur, Yoga und allgemeine Entspannungsübungen können helfen, die Beckenmuskulatur und andere Muskeln zu entspannen.

Wenn Frauen mit provozierter Vestibulodynie unter wiederkehrenden Pilzinfektionen leiden, können langfristige Behandlungen durchgeführt werden, um die Infektionen zu vermeiden. Eine solche Behandlung sind Borsäurekapseln, die einmal wöchentlich in der Scheide platziert werden.

In manchen Fällen wird die operative Entfernung des Bereichs rund um die Scheidenöffnung in Betracht gezogen. Bei diesem Verfahren werden die überempfindlichen Nervenenden entfernt, aber die Nerven können nachwachsen und die Schmerzen kehren zurück.

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