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Myome

(Leiomyome; Myome)

Von

David G. Mutch

, MD, Washington University School of Medicine;


Scott W. Biest

, MD, Washington University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Quellen zum Thema

Ein Myom ist ein gutartiger Tumor (kein Krebs), der aus Muskel- und Bindegewebefasern besteht. Es befindet sich in der Gebärmutter.

  • Myome können Schmerzen, auffällige Scheidenblutungen, Verstopfung, wiederholte Fehlgeburten und einen häufigen oder starken Harndrang verursachen.

  • Ärzte führen eine Untersuchung des Beckens und gewöhnlich einen Ultraschall durch, um die Diagnose zu bestätigen.

  • Eine Behandlung ist nur dann erforderlich, wenn die Myome Probleme verursachen.

  • Ärzte können Arzneimittel verschreiben, um die Symptome zu kontrollieren, aber in den meisten Fällen ist eine Operation oder ein Verfahren erforderlich, um die Myome zu zerstören und die Symptome zu mildern oder eine Schwangerschaft zu ermöglichen.

Myome werden auch Leiomyome oder Uterusmyome genannt.

Myome in der Gebärmutter sind die häufigste gutartige Tumorart der weiblichen Geschlechtsorgane. Bis zum Alter von 45 Jahren entwickeln ca. 70 Prozent aller Frauen mindestens ein Myom. Viele Myome sind klein und verursachen keine Symptome. Aber bei etwa einem Viertel der weißen Frauen und der Hälfte der dunkelhäutigen Frauen kommt es mit der Zeit zu Myomen, die Symptome verursachen. Myome treten bei übergewichtigen Frauen häufiger auf.

Wussten Sie ...

  • Bis zum Alter von 45 Jahren entwickeln etwa 7 von 10 Frauen Myome in der Gebärmutter.

Die Ursache der Entstehung von Myomen ist unbekannt. Hohe Werte der weiblichen Hormone Östrogen und möglicherweise auch Progesteron scheinen ihr Wachstum zu begünstigen. Myome können während der Schwangerschaft wachsen (wenn die Mengen dieser Hormone im Blut steigen) und schrumpfen nach den Wechseljahren (wenn der Hormonspiegel drastisch sinkt).

Wenn Myome zu groß werden, können sie manchmal nicht mehr ausreichend durchblutet werden. Infolgedessen fangen sie an, sich zurückzubilden und Schmerzen zu verursachen.

Myome können mikroskopisch klein sein, aber auch die Größe eines Basketballs erreichen.

Myome können in verschiedenen Teilen der Gebärmutter entstehen, normalerweise in der Wand (die aus drei Schichten besteht):

  • Unterhalb der äußeren Schicht der Gebärmutter (subseröse Myome)

  • In der Gebärmutterwand (intramurale Myome)

  • Unterhalb der Innenschicht (Schleimhaut oder Endometrium) der Gebärmutter (submuköse Myome)

Subseröse Myome sind die häufigste Form.

Einige Myome wachsen an einem Stiel (sogenannte gestielte Myome). Einige submuköse Myome reichen bis ins Innere der Gebärmutter (sogenannte intrakavitäre Myome). Myome, die in der Wand oder unmittelbar unter dem Endometrium wachsen, können die Form im Inneren der Gebärmutter verändern.

Oft leiden Frauen an mehr als einem Myom.

In sehr seltenen Fällen können Myome zu Krebs entarten.

Wo Myome wachsen

Myome können in verschiedenen Teilen der Gebärmutter wachsen:

  • Unterhalb der äußeren Schicht der Gebärmutter (subseröse Myome)

  • In der Gebärmutterwand (intramurale Myome)

  • Unterhalb der Schleimhaut der Gebärmutter (submuköse Myome)

Einige Myome wachsen an einem Stiel. Sie heißen gestielte Myome.

Wo Myome wachsen

Symptome

Die Symptome der Myome sind abhängig von:

  • Anzahl an Myomen

  • Größe der Myome

  • Lage im Uterus

Viele Myome verursachen keine Symptome. Je größer das Myom, desto wahrscheinlicher verursacht es Symptome. Myome, insbesondere die unterhalb der Schleimhaut, verursachen häufig eine Menstruationsblutung, die stärker oder länger verläuft als gewöhnlich. Durch den Blutverlust kann sich Blutarmut einstellen.

Große Myome können während oder zwischen den Menstruationsperioden Schmerzen, Druck oder ein Schweregefühl im Beckenbereich verursachen. Myome können auf die Blase drücken, sodass die Frau häufiger oder dringender Wasser lassen muss. Druck auf das Rektum führt zu Unbehagen und Verstopfung. Sie können Organfunktionen beeinträchtigen, z. B. indem sie die Harnwege und somit den Urinfluss aus dem Körper blockieren. Große Myome lassen den Bauch anschwellen.

Ein Myom an einem Stiel kann sich verdrehen und dadurch seine Blutversorgung abschneiden und starke Schmerzen verursachen.

Myome, die wachsen oder zerfallen, verursachen gewöhnlich Druckgefühle und Schmerzen. Diese Schmerzen klingen gewöhnlich ab, sobald der Vorgang beendet ist.

Bislang symptomlose Myome können während einer Schwangerschaft Probleme bereiten. Zu diesen Schwierigkeiten gehören:

Myome können zu Unfruchtbarkeit führen, indem sie die Eileiter blockieren oder die Form der Gebärmutter verändern und die Einnistung eines befruchteten Eies in die Gebärmutterschleimhaut (Implantation) erschweren oder unmöglich machen (siehe Abbildung Vom Ei zum Embryo).

Weniger als ein Prozent der Myome entwickeln sich zu einem Krebs.

Diagnose

  • Bildgebende Untersuchungen, in der Regel mit Ultraschall

Ärzte können Myome anhand der Ergebnisse einer Untersuchung des Beckens erkennen. Um die Diagnose von Uterusmyomen zu bestätigen, sind jedoch bildgebende Verfahren erforderlich.

Zu diesen bildgebenden Verfahren gehört Folgendes:

  • Transvaginaler Ultraschall: Ein Ultraschallgerät wird in die Scheide eingeführt.

  • Sonographie mit Salzlösung (Hydrosonographie): Nachdem eine kleine Menge an Flüssigkeit in die Gebärmutter eingeleitet wurde, wird ein Ultraschall durchgeführt, um ihren Innenraum zu untersuchen.

Sollten die Ergebnisse aller Tests unklar sein, wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Die MRT kann Myome klar sichtbar machen.

Wenn Frauen außerhalb ihrer Menstruationsblutungen weitere Blutungen hatten, sollte der Arzt einen Gebärmutterkrebs ausschließen. Folgende Untersuchungen werden in der Regel vorgenommen:

Bei der Hysteroskopie wird ein Beobachtungsschlauch durch die Scheide und den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Oft wird eine lokale, regionale oder allgemeine Betäubung durchgeführt. Während der Hysteroskopie kann eine Gewebeprobe entnommen und untersucht werden (Biopsie).

Behandlung

  • Medikamente zur Linderung der Symptome oder Schrumpfung von Myomen

  • Manchmal operative Eingriffe zur Entfernung der gesamten Gebärmutter oder nur der Myome

  • Manchmal Verfahren zur Zerstörung der Myome

Frauen, deren Myome keine störenden Symptome hervorrufen oder andere Probleme bereiten, brauchen nicht behandelt zu werden. Sie werden alle 6 bis 12 Monate untersucht, sodass die Ärzte feststellen können, ob die Symptome sich verschlechtern oder verbessern und ob die Myome wachsen. Eine solche regelmäßige Beobachtung wird manchmal auch als abwartende Haltung bezeichnet.

Wenn Blutungen oder andere Symptome stärker oder die Myome deutlich größer werden, kann medikamentös und chirurgisch eingegriffen werden.

Arzneimittel gegen Myome

Arzneimittel können die Symptome lindern und die Myome vorübergehend schrumpfen lassen. Es gibt kein Medikament, durch das ein Myom dauerhaft schrumpfen würde.

In seltenen Fällen, wenn Frauen die Wechseljahre hinter sich oder gerade vor sich haben, kann ein Medikament ausreichen, welches das Myom zum Schrumpfen bringt. Möglicherweise wird dieses auch gar nicht benötigt, da Myome nach der Menopause manchmal von selbst wieder zurückgehen.

Folgende Medikamente werden am häufigsten eingesetzt:

  • Agonisten des Gonadotropin freisetzenden Hormons

  • Progestine

Agonisten des Gonadotropin freisetzenden Hormons (GnRH) (GnRH-ähnliche Substanzen) werden am häufigsten verwendet. Diese Arzneimittel sind synthetische Formen eines vom Körper produzierten Hormons (GnRH). Am häufigsten werden Leuprolid und Goserelin verwendet. Sie lassen Myome schrumpfen und reduzieren Blutungen, indem der Körper weniger Östrogen (und Progesteron) erzeugt. Ärzte verabreichen GnRH-Agonisten vor einer Operation, da diese die Myome zum Schrumpfen bringen und Blutungen verringern, sodass die Entfernung der Myome vereinfacht, der Blutverlust reduziert und somit das Operationsrisiko gesenkt wird. Die Arzneimittel können einmal monatlich injiziert oder als Implantat unter die Haut verpflanzt werden. Nafarelin, ein anderer GnRH-Agonist, kann als Nasenspray verwendet werden.

GnRH-Agonisten werden gewöhnlich für weniger als 6 Monate eingenommen. Bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum sinkt die Knochendichte und das Risiko von Osteoporose steigt. Um dem Verlust der Knochendichte vorzubeugen, kann niedrig dosiertes Östrogen, normalerweise in Kombination mit einem Progestin (einem Medikament, das dem Hormon Progesteron ähnelt), mit GnRH-Agonisten verabreicht werden.

Innerhalb von 6 Monaten nach Absetzen der GnRH-Agonisten können Myome so groß werden wie vor der Behandlung.

Progestine(wie z. B. Medroxyprogesteronacetat oder Megestrol) können bei einigen Frauen zur Kontrolle von Blutungen eingesetzt werden, womöglich schrumpfen die Myome dadurch jedoch nicht so stark wie mit GnRH-Agonisten. Sie verringern die Blutung, indem sie verhindern, dass die Gebärmutterschleimhaut zu stark wächst. Wenn die Gebärmutterschleimhaut zu stark wächst, muss eine größere Menge abgetragen und während der Menstruation abgestoßen werden. Folglich kann eine Menstruationsblutung stärker ausfallen als normal.

Progestine werden oral eingenommen. Sie können täglich oder nur an 10 bis 14 aufeinander folgenden Tagen jedes Menstruationszyklus eingenommen werden. Ärzte können Frauen auch Dreimonatsdepots von Medroxyprogesteronacetat injizieren oder ein Intrauterinpessar (IUP) einsetzen, welches das Progestin Levonorgestrel freisetzt. Wenn Progestine täglich oral eingenommen, injiziert oder von einem IUP freigesetzt werden, können sie auch als Verhütungsmittel dienen. Allerdings können diese Arzneimittel auch störende Nebenwirkungen haben, wie z. B. Gewichtszunahme, Depression und unregelmäßige Blutungen.

In seltenen Fällen können andere Arzneimittel verschrieben werden. Sie können zum Einsatz kommen, wenn ein GnRH-Agonist oder ein Progestin unwirksam war oder störende Nebenwirkungen verursachte. Zu diesen Medikamenten zählen:

  • Mifepriston und ähnliche Arzneimittel (sogenannte Antiprogestine): Diese Arzneimittel hemmen die Aktivität des Hormons Progesteron. Infolgedessen schrumpfen Gebärmutter und Myome.

  • Raloxifen und ähnliche Arzneimittel (sogenannte selektive Östrogenrezeptormodulatoren oder SERM): Diese Arzneimittel kehren einige Auswirkungen von Östrogen um. Sie sind möglicherweise nicht so wirksam wie andere Arzneimittel.

  • Danazol (ein synthetisches Hormon, das mit Testosteron verwandt ist): Danazol hemmt die Aktivität von Östrogen und Progesteron. Es verursacht viele Nebenwirkungen, wie z. B. Gewichtszunahme, Akne, vermehrte Körperbehaarung (Hirsutismus), geschwollene Knöchel, Kopfhaarverlust, Scheidentrockenheit und Senkung der Stimme.

  • Tranexamsäure: Dieses Arzneimittel verhindert, dass Thrombosen (die vom Körper erzeugt werden, um die Blutung zu stoppen) zu rasch abgebaut werden. Folglich gehen die Blutungen zurück.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können Schmerzen lindern, aber sie können keine Blutung stillen.

Operative Eingriffe bei Myomen

Eine Operation wird für Frauen in Betracht gezogen, die folgende Symptome aufweisen:

  • Myome, die schnell wachsen

  • Blutungen, die trotz einer Behandlung mit Arzneimitteln anhalten oder wiederkehren

  • Starke oder anhaltende Schmerzen

  • Große Myome, die Probleme verursachen, wie z. B. das Bedürfnis, häufig Wasser zu lassen, Verstopfung, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs oder Blockierung der Harnwege

  • Myome, die bei Frauen, die schwanger werden möchten, Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten verursacht haben

Wenn Frauen keine Kinder mehr haben möchten oder sich eine endgültige Heilung wünschen, kann eine Operation eine gute Option sein.

Mehrere Arten von Operationen können durchgeführt werden. Von der Größe, Anzahl und Position der Myome hängt ab, welche Technik empfehlenswert ist. Bevor Frauen allerdings eine Entscheidung bezüglich der Behandlung treffen, sollten sie sich von ihrem Arzt über die Probleme aufklären lassen, die mit jeder Art von Operation einhergehen können, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Die Operation zur Behandlung von Myomen beinhaltet in der Regel eines der folgenden Verfahren:

  • Hysterektomie: Die Gebärmutter wird entfernt, aber nicht die Eierstöcke. Eine Hysterektomie ist die einzige dauerhafte Lösung bei Myomen. Allerdings können Frauen nach der Hysterektomie keine Kinder mehr bekommen. Deshalb wird die Hysterektomie nur bei Frauen durchgeführt, die nicht mehr schwanger werden möchten.

  • Myomektomie: Nur das Myom oder die Myome werden entfernt. Im Gegensatz zur Hysterektomie können Frauen, bei denen eine Myomektomie durchgeführt wurde, Kinder haben. Außerdem fühlen sich einige Frauen psychisch besser, wenn sie ihre Gebärmutter behalten können. Nach der Myomektomie können allerdings neue Myome wachsen, und etwa 25 Prozent der Frauen brauchen etwa 4 bis 8 Jahre später eine Hysterektomie.

Bei der Hysterektomie können Chirurgen auf eine der folgenden Methoden zurückgreifen:

  • Laparotomie: Hierbei wird ein Schnitt in den Bauch mit einer Länge von mehreren Zentimetern gemacht.

  • Laparoskopie: Durch einen oder mehrere kleine Schnitte neben oder oberhalb des Nabels wird ein Beobachtungsschlauch (Laparoskop) mit Operationsinstrumenten eingeführt.

  • Vaginale Hysterektomie: Die Gebärmutter wird durch die Scheide entfernt, manchmal unterstützt durch eine Laparoskopie. In der Scheide wird ein Schnitt vorgenommen. Ein Bauchschnitt ist nicht erforderlich.

Die Laparoskopie kann mithilfe eines Roboters durchgeführt werden. Der Roboter ist ein Gerät, das zur Kontrolle und Steuerung der Operationsinstrumente verwendet wird, die mit dem Laparoskop eingeführt werden. Das Laparoskop sendet ein dreidimensionales Bild aus dem Inneren des Körpers an eine Konsole. Die Chirurgen sitzen an einer Konsole, um sich dieses Bild anzusehen, und ein Computer übersetzt ihre Handbewegungen in präzise Bewegungen der chirurgischen Instrumente.

Bei der Myomektomie können Chirurgen Folgendes verwenden:

  • Laparotomie

  • Laparoskopie

  • Hysteroskopie: Chirurgen führen ein teleskopähnliches, beleuchtetes Gerät (Hysteroskop) durch die Scheide in die Gebärmutter ein. Mithilfe von Instrumenten, die durch dieses Endoskop eingeführt werden, können Chirurgen das Gewebe zerschneiden und Myome auf der Innenseite der Gebärmutter entfernen.

Laparoskopie und Hysteroskopie sind ambulante Verfahren, und die Heilung verläuft schneller als nach der Laparotomie. Allerdings ist in manchen Fällen das Entfernen von Myomen mithilfe der Laparoskopie oder Hysteroskopie schwierig oder unmöglich, z. B. wenn viele Myome vorhanden sind, wenn diese sehr groß sind oder wenn sie tief in die Gebärmutterwand eingebettet sind. In solchen Fällen führen die Ärzte eine Laparotomie durch.

Die Hysterektomie wird der Myomektomie vorgezogen oder kann aus mehreren Gründen erforderlich sein:

  • Nach der Myomektomie beginnen die Myome wieder zu wachsen.

  • Frauen leiden an Erkrankungen, die das Entfernen von Myomen erschweren. Zu diesen Erkrankungen zählen Endometriose und Vernarbungen in der Gebärmutter oder im Becken (Adhäsionen).

  • Eine Hysterektomie kann das Risiko anderer Erkrankungen reduzieren, an denen die betroffenen Frauen leiden oder für die sie Risikofaktoren aufweisen. Zu diesen Erkrankungen zählen Endometriose, präkanzeröse Erkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und Eierstockkrebs. Beispielsweise haben Frauen mit einer Mutation des BRCA-Gens ein größeres Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. In solchen Fällen können sowohl die Gebärmutter als auch beide Eierstöcke entfernt werden.

  • Andere Behandlungen sind unwirksam.

Während einer Myomektomie oder Hysterektomie wird häufig ein Verfahren durchgeführt, das als Morcellation bekannt ist. Bei diesem Verfahren schneiden die Chirurgen die Myome oder das Gebärmuttergewebe in kleine Stückchen, die durch einen kleineren Einschnitt entfernt werden können. Wenn die Morcellation bei einer Frau vorgenommen wird, die an einer Krebserkrankung der Gebärmutter leidet (was äußerst selten vorkommt), können Krebszellen in den Bauch- und Beckenraum wandern. In solchen Fällen kann sich die Krebserkrankung an diesen anderen Stellen weiter ausbreiten, sofern die Myomstücke nicht in einem Beutel aufgefangen und gemeinsam entfernt werden. Wenn eine Morcellation durchgeführt wird, muss ein solcher Beutel eingesetzt werden. Die Frauen müssen über das geringe Risiko einer Verbreitung von Krebszellen informiert werden, wenn eine Morcellation vorgenommen wird.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Myomen

Andere Behandlungen können eingesetzt werden, um die Myome zu zerstören, anstatt sie zu entfernen. Diese Behandlungen können die Symptome lindern, aber es wurde nicht festgestellt, wie lange diese Linderung anhält. Zu diesen Verfahren zählen

  • Uterusarterienembolisation

  • Hochintensiver fokussierter Ultraschall

  • Radiofrequenzablation

  • Kryoablation

  • Magnetresonanzgeführter fokussierter Ultraschall

Nach der Durchführung eines dieser Verfahren sollten Frauen nicht schwanger werden. Es ist unklar, ob eine Schwangerschaft nach diesen Verfahren sicher ist.

Bei der Uterusarterienembolisation verwenden die Ärzte ein Betäubungsmittel, um einen kleinen Bereich des Oberschenkels zu betäuben und hier eine kleine Punktion oder einen kleinen Schnitt vorzunehmen. Dann führen sie einen dünnen, biegsamen Schlauch (Katheter) durch den Schnitt in die Hauptarterie des Oberschenkels (Oberschenkelarterie). Der Katheter wird zu den Arterien geleitet, die das Myom mit Blut versorgen und kleine synthetische Partikel werden injiziert. Die Partikel gelangen zu den kleinen Arterien, die das Myom versorgen, und verstopfen sie. Das Myom stirbt danach ab und schrumpft. Der Großteil der restlichen Gebärmutter scheint nicht betroffen zu sein. Ob das Myom allerdings wieder wachsen wird (weil verstopfte Arterien sich wieder öffnen oder neue sich herausbilden), ist unbekannt.

Nach der Uterusarterienembolisation haben die meisten Frauen Schmerzen und Krämpfe im Becken, leiden an Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Erschöpfung und Muskelschmerzen. Diese Symptome entwickeln sich innerhalb von 48 Stunden nach dem Verfahren und gehen im Laufe der folgenden 7 Tage wieder zurück. In der Gebärmutter oder in den umliegenden Geweben kann eine Infektion entstehen. Frauen erholen sich nach diesem Verfahren schneller als nach einer Hysterektomie oder Myomektomie, jedoch neigen sie zu vermehrten Komplikationen und besuchen Ihren Arzt im Anschluss häufiger. Wenn Myome nach einer Embolisation weiterhin Probleme verursachen oder wieder entstehen, wird eine Hysterektomie empfohlen.

Bei hochintensivem fokussiertem Ultraschall und magnetresonanzgeführtem fokussiertem Ultraschall werden Schallwellen verwendet, um die Myome zu zerstören.

Bei der Radiofrequenzablation führen die Ärzte eine Nadel ein, die einen elektrischen Impuls oder Wärme in das Myom überträgt, mit dessen Hilfe der Myomkern zerstört werden soll.

Bei der Kryoablation wird eine kalte Sonde zum Zerstören des Myoms verwendet.

Ultraschall oder Magnetresonanztomographie kann bei einer Radiofrequenzablation oder Kryoablation zur Lokalisierung der Myome eingesetzt werden.

Nach diesen Behandlungen können sich die Myome erneut bilden. In solchen Fällen ist eine andere Behandlung oder eine Hysterektomie empfehlenswert.

Behandlungswahl bei Myomen

Die Behandlungswahl bei Myomen ist von der Situation der betroffenen Frau abhängig, wobei sich Ärzte an den folgenden allgemeinen Richtlinien orientieren können:

  • Wenn die Myome keine Symptome verursachen: Keine Behandlung

  • Wenn sich die Frau in den Wechseljahren befindet oder die Menopause hinter sich hat: Abwartende Haltung (da die Symptome oft zurückgehen, wenn die Myome nach der Menopause kleiner werden)

  • Wenn die Myome Symptome verursachen, insbesondere wenn die Frau schwanger werden möchte: Ein Verfahren, bei dem die Myome zerstört und nicht entfernt werden (z. B. Uterusarterienembolisation oder hochintensiver fokussierter Ultraschall) oder eine Myomektomie

  • Bei starken Symptomen und wenn andere Behandlungen unwirksam sind, insbesondere wenn die Frau keine Schwangerschaft mehr plant: Hysterektomie, möglicherweise mit vorangehender medikamentöser Behandlung (z. B. mit GnRH-Agonisten)

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